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Neu-Ulm

27.07.2018

Neubau auf dem LEW-Areal: Die Stadt will’s alleine packen

Die Tage des LEW-Bauwerks am Neu-Ulmer Heiner-Metzger-Platz sind gezählt. Das neue Bauwerk, in dem auch die Bücherei ihren Platz haben wird, soll rund 60 Millionen Euro kosten.
Bild: Alexander Kaya

Auf dem LEW-Areal im Neu-Ulmer Zentrum soll für rund 60 Millionen Euro ein neuer Gebäudekomplex entstehen. Doch diesmal bleiben Investoren außen vor.

Angesichts der Bausumme, gab CSU-Stadtrat Thomas Mayer zu, „kann einem schon schwindelig werden.“ 60 Millionen Euro will die Stadt Neu-Ulm investieren, um an der Stelle des ehemaligen LEW-Baus am Heiner-Metzger-Platz einen neuen Gebäudekomplex hochzuziehen. Dort werden später mal die Stadtbücherei, der Generationentreff, diverse Geschäfte, Büros und ein wenig Gastronomie einziehen. In den oberen Stockwerken entstehen Wohnungen. Ursprünglich war angedacht, das Multi-Millionen-Projekt zusammen mit einem Investor zu stemmen. Doch nun will die Stadt die Fäden komplett selber in die Hand nehmen, darüber herrschte im Stadtrat maximale Einigkeit.

Den Ausschlag gegeben, hatte eine Einschätzung des Architekturbüros Albrings&Müller. Das hatte im Auftrag der Stadt verschiedene Modelle untersucht, wie sich ein solches Großprojekt umsetzen lässt. Im Wesentlichen ging es um die Frage, ob es für die Kommune günstiger wäre, alles in Eigenregie umzusetzen oder das Vorhaben zusammen mit einem Partner durchzuziehen. Die Antwort war klar: Wenn Neu-Ulm das Projekt alleine verwirklicht, fährt die Stadt am besten. Sie kann sich so den maximalen Einfluss sichern und muss sich nicht umständlich abstimmen und mit einem Partner verhandeln, der natürlich ein gewisses Profitinteresse verfolgt.

Mehr als die Hälfte der Gebäudeflächen inklusive der Tiefgarage sollen öffentlich genutzt werden. Den Rest kann die Stadt vermieten oder verkaufen – und damit auch entsprechende Gewinne erzielen. Das Architekturbüro geht davon aus, dass die Risiken angesichts der großen Immobiliennachfrage gering sind. Es seien keine „Nachfrageprobleme“ zu erwarten.

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Ohnehin hielt sich das Interesse möglicher Investoren in Grenzen, wie Kämmerer Berthold Stier den Stadträten erläuterte. Die hatten nach ersten Gesprächen bereits abgewunken wegen der Aufteilung des Projekts in öffentliche und private Nutzung. Mit solchen Mischformen seien sie nicht glücklich und „können damit nicht umgehen“.

Und so schlug denn die Stadtverwaltung den Volksvertretern vor, das Vorhaben von einer noch zu gründenden städtischen Projektgesellschaft umsetzen zu lassen. Das Verfahren habe sich bereits bei der Landesgartenschau 2008 bewährt. Der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Nuwog soll die Sache nicht übertragen werden, denn die ist nach den Worten von Stier „ausgelastet mit dem, was wir ihr mit dem sozialen Wohnungsbau auferlegt haben“. Die neue Gesellschaft kann als hundertprozentige Tochter der Stadt bei der Kapitalbeschaffung von den günstigen Bedingungen für öffentliche Institutionen profitieren. Über den Aufsichtsrat hat die Kommunalpolitik die Möglichkeit, entsprechend mitzureden.

Die Stadträte sprachen sich einhellig für die „Wir-machen-das-selber-Lösung“ aus, weil da sämtliche Einflussmöglichkeiten bewahrt seien, wie Thomas Mayer sagte. Antje Esser (SPD) sprach von einem „herausragenden Meilenstein“, bei dem die Gewinne sozialisiert würden. Rainer Juchheim (Grüne) befand, so könne etwas gebaut werden, „was unseren Vorstellungen entspricht.“ Die scheinen nur im Detail auseinanderzugehen, denn Christiane Richtmann (FWG) wünschte sich weniger Büros und Gewerbe in dem Bau, wichtiger seien die Begegnungsflächen.

Noch gibt es keine detaillierte Planung, bisher existiert nur ein sogenannter Testentwurf, den Albrings&Müller Ende vergangenen Jahres auf den Tisch gelegt hatten. Die Stuttgarter wollen das 4000-Quadratmeter-Grundstück großzügig mit bis zu sieben Stockwerken bebauen und lediglich im Inneren Raum für einen Hof lassen. Alles, was die Stadt benötigt, würde in einem klar abgegrenzten Teil zum Heiner-Metzger-Platz hin untergebracht. Während die Bibliothek ebenerdig zu erreichen wäre, soll der Generationentreff in den oberen Geschossen angesiedelt sein. Entlang der Bahnhofstraße wollen die Architekten im Erdgeschoss Geschäfte, darüber Büros und im oberen Bereich Wohnungen etablieren. Entlang der Maximilianstraße sind fast ausschließlich Wohnungen vorgesehen. Geplant ist ferner eine großzügige Tiefgarage mit rund 216 Stellflächen, die sich auch unter den Platz erstreckt. Während vergangenes Jahr noch von 55 Millionen Euro Baukosten die Rede war, stehen jetzt 60 Millionen im Raum.

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