Illertissen Als „Quantensprung in der notfallmedizinischen Versorgung“ bezeichnete Dr. Alfred Milz das neue Notarzt-Einsatzfahrzeug („NEF“), das am Samstag auf der Rettungswache Illertissen des Bayerischen Roten Kreuzes in Dienst gestellt wurde. Das Besondere daran: Der BMW vom Typ X5-30xd wurde zwar vom Bayerischen Innenministerium im Rahmen der zentralen Beschaffung zur Verfügung gestellt; die damit verbundene Grundausstattung wurde jedoch durch Spenden im Wert von mehr als 30000 Euro so ergänzt, dass nunmehr ein Fahrzeug zur Verfügung steht, das allen aktuellen notärztlichen Anforderungen bestens gewachsen ist.
Auch für die Nachbarn
Deshalb waren alle Spender sowie die Bürgermeister des Einsatzgebietes nun zu einer Feier im Rotkreuzhaus eingeladen, bei der Dr. Axel Parsch das Fahrzeug und seine Einsatzmöglichkeiten präsentierte. Je nach Anforderung durch die Rettungsleitstelle Krumbach – zukünftig „Integrierte Leitstelle“ – kommt der BMW im südlichen Landkreis Neu-Ulm sowie bei Bedarf auch darüber hinaus, beispielsweise im württembergischen Nachbarraum, zum Einsatz.
Mit der „Lifepak“-Überwachungs- und Therapieeinheit ist schon beim ersten Ansprechen des Patienten eine EKG-Standard-Diagnostik mit ständiger automatischer Überwachung möglich, wie sie sonst in jeder Facharztpraxis durchgeführt wird. Über einen Fingersensor können Blutsauerstoff-Messwerte, beispielsweise bei Rauchgasvergiftungen, abgerufen werden, und für die Beatmung stehen ebenfalls neueste Geräte zur Verfügung, die nicht nur die übliche Intubation, sondern auch die Kehlkopf-Beatmung sowie als letzte Möglichkeit einen Luftröhrenschnitt wesentlich einfacher und schneller als bisher ermöglichen.
Wie Dr. Axel Parsch ausführte, stehen auch die Probleme, die sich im Bereich der Dokumentation und des Qualitäts-Management-Systems seit einiger Zeit ergeben haben, kurz vor der Lösung, sodass nun die Notärzte im Raum Illertissen mit ihren Einsatzmöglichkeiten insgesamt auf den neuesten Stand sind. Dies, so ergänzte Dr. Alfred Milz im Gespräch mit der IZ, werde auch bereits bei sämtlichen Kliniken im Umkreis anerkannt. Für den BRK-Kreisverband Neu-Ulm sprach dessen stellvertretender Vorsitzender Franz Baum. Er begründete die Notwendigkeit des Fahrzeugs allein schon aus den Einsatzzahlen: Von 955 im Jahre 2008 habe sich die Menge der Notarzteinsätze im Jahre 2010 auf 1160, also um zwanzig Prozent, gesteigert. Das bisherige Fahrzeug sei in Bezug auf Zuladungsmöglichkeiten und Sicherheit an seine Grenzen gestoßen.
Für den Landkreis Neu-Ulm, und im Namen der zahlreich vertretenen Bürgermeister, schloss sich der stellvertretende Landrat Roland Bürzle dem Dank an die Spender an, die das Fahrzeug und seine Grundausstattung zu einem der modernsten Notarzt-Einsatzfahrzeuge gemacht hatten.