Osterberg Die Gemeinde steht dem Errichten eines gemeinsamen Windparks im Verbund mit den VG-Gemeinden Altenstadt und Kellmünz aufgeschlossen gegenüber. Je nach Standort sollten allerdings Osterbergs Bedürfnisse berücksichtigt werden, waren sich die Räte einig.
Im Umkreis von Osterberg sind auf dem Regionalplan Donau-Iller vier mögliche Standorte vermerkt, die alle Einschränkungen aufweisen. Somit könnte unter Umständen ein im Verbund der drei VG-Gemeinden und mit Bürgerbeteiligung geplanter Windpark außerhalb der Gemarkung Osterbergs entstehen.
Der Standort NU10 liegt westlich von Bergenstetten und würde Osterberg am wenigsten tangieren, liegt allerdings nicht im Gemeindebereich. NU11 befindet sich noch innerhalb der Gemarkung im Staatsforst westlich von Osterberg, doch der historische „Muckenturm“ würde in unmittelbarer Nähe keine Windräder zulassen. Der Standort NU12 eigne sich kaum, da bei der Biogasanlage der Bau eines Wirtschaftsgebäudes geplant ist und die Entfernung zum Windrad die vorgeschriebenen 800 Meter unterschreitet. Schließlich das Gebiet um NU14 im Süden von Weiler, das im Grunde zu Pless gehört und im Bereich des Wetterradar liegt, weshalb Windräder stören könnten.
Das Gebiet liegt aber auch zu nah an Weiler, wendet Gemeinderat Martin Rogg ein, dem die vorgeschriebene 800-Meter-Entfernung prinzipiell zu gering ist. Der Standort müsse auch so gewählt werden, dass der Schall nicht über die Hauptwindrichtung nach Osterberg getragen werden könne. Auf Wunsch nahm Bürgermeister Klaus Seidler diese Argumente in seine Liste der Einwände auf, wenngleich er warnte, dass reines „Nichtgefallen“ als Hinderungskriterium nicht zähle.
Ratskollege Ignaz Gestle ergänzte, dass ein 800 Meter entferntes Windrad eine spätere Ortserweiterung an dieser Stelle verhindern würde. Gemeinderat Markus Wiest wollte für Osterberg im Falle eines VG-Windparkes ein ständiges Mitspracherecht reserviert haben, um „gegebenenfalls auch über die Laufzeiten mitreden zu können“.
Automatisches Abschalten bei unrentablem Betrieb
Der Bürgermeister informierte, dass die neuen Windräder mit ersten Modellen nicht zu vergleichen seien. „Einen Eiswurf gibt es dank besonderer Flügelbeschichtung nicht mehr, und wenn die Produktion uneffektiv ist, schalten sich die Räder automatisch ab.“ Auch der gefürchtete „Schattenschlag“ der Rotoren werde geprüft und die Entfernung zur Bebauung davon abhängig gemacht.
Die Räte einigten sich darauf, „vorbehaltlich der aufgezählten Kriterien keine Einwände gegen die Standortvorschläge zu haben“.