Babenhausen Arzt, Sanitätshaus und Apotheke – Orte, die häufig von kranken oder älteren Menschen aufgesucht werden. Menschen, die manchmal nicht mehr imstande sind, lange Strecken zu Fuß zurück zulegen. Im oberen Fuggermarkt, rund um Marktplatz und Stadtgasse, sei es jedoch oft schwer, einen Parkplatz zu finden. Das kritisieren die Ärzte Stefan Held, Klaus-Peter Weirather, Ingrid Kurfürst und Siegrun Spies. Sie führen eine Gemeinschaftspraxis am Marktplatz. Ihre Sorge: Entsteht auf dem Molke-Areal ein Wohnhaus, könnte sich die Situation noch verschärfen.
„Der obere Markt erstickt im Verkehr“, sagt Stefan Held gegenüber unserer Zeitung. Deshalb sendeten die Ärzte bereits im Januar einen Brief an Bürgermeister Otto Göppel und an die Markträte. Darin betonen sie: „Die Erhaltung von Arztpraxen und Geschäften im oberen Markt ist notwendig, um die Attraktivität des Marktes Babenhausen weiterhin zu gewährleisten.“
Die Ärzte sorgen sich insbesondere, dass es schwer werden könnte, Nachfolger für ihre Praxis zu finden, sollte sich die Infrastruktur in der Umgebung weiter verschlechtern. „Ein Wegfall unserer Praxis mit zweieinhalb Arztsitzen wäre für die medizinische Versorgung Babenhausens ein weiterer Verlust und Rückschlag.“
Das Schreiben endet mit dem Satz: „Wir bitten Sie nochmal eindringlichst, die Infrastruktur für die Arztpraxen, die Apotheke und die Geschäfte im oberen Markt zu stabilisieren und nicht durch Überbauung der letzten freien Fläche durch Wohngebäude den Standort ,Oberer Markt’ zu destabilisieren.“
Der Marktrat hat der Anfrage eines Investors bereits zugestimmt, der auf dem Molke-Areal eine Wohnanlage errichten möchte. Auf das Anliegen der Ärzte angesprochen, sagt Bürgermeister Göppel: „Wir sind für dieses Problem durchaus sensibilisiert und nehmen es ernst.“ Er und die Markträte seien bestrebt, alle Parkplätze auf dem Areal der ehemaligen Molkerei zu erhalten – trotz Wohnanlage. „Wird das Bauvorhaben geschickt situiert, gibt es vielleicht sogar mehr Parkplätze als bisher“, so Göppel.
Verkehrsüberwachung könnte erneut Thema werden
Ganz allgemein müsse das Parkplatz-Konzept für den Fuggermarkt aktualisiert werden. Zudem erwog Göppel, nochmals über eine Verkehrsüberwachung zu diskutieren. „Wir haben im Markt einige Kurzzeitparkplätze, die aber häufig von Dauerparkern blockiert werden.“ Außerdem gebe es bereits Überlegungen, auf dem gemeindeeigenen Grundstück hinter dem Rathaus weitere Parkplätze zu schaffen.
Zu berücksichtigen sei aber auch, dass derzeit im oberen Markt eine Ausnahmesituation herrsche, fügt Göppel an: „Sind die Bauarbeiten in der Schrannenstraße und der Judengasse erst mal fertig, entspannt sich die Lage wieder etwas.“