Illertissen Es sind entscheidende Wochen für ein Bauprojekt, das an einer markanten Ecke Illertissens entstehen soll: Die Investorengemeinschaft Klasar/Sauter hat vorerst intern einen Plan vorgelegt, wie sie das Gelände des ehemaligen Kaufhauses Mayer&Müller umgestalten will. Ursprünglich sollte der Stadtrat sich bei seiner heutigen Sitzung mit den Plänen befassen. Doch das Thema wurde von der Tagesordnung genommen, denn in einigen Punkten gehen die Vorstellungen von Bauherren einerseits sowie Denkmalschützern und Stadtplanern andererseits wohl noch auseinander. Wie Bürgermeisterin Marita Kaiser auf Anfrage erklärte, müssten noch einige Detailfragen geklärt werden. Wie lange das dauert, ist offen, das Projekt sei aber auf gutem Wege, so Kaiser.
In einer entscheidenden Frage ist schon vor geraumer Zeit eine Einigung erzielt worden: Das markante Eckgebäude von Mayer&Müller aus dem Jahr 1911 mit seinem hohen Giebel soll stehen bleiben. Darauf hatten Stadt und Denkmalschützer besonderen Wert gelegt. Drum herum soll ein neuer Gebäudekomplex entstehen und die bisherigen Anbauten, überwiegend neueren Datums, ersetzen.
Widerstand von Städteplaner und Denkmalschützern
Eine entscheidende Frage ist nun, wie hoch der Neubau werden darf. Nach den Vorstellungen von Sauter/ Klasar sollen auf das Erdgeschoss noch drei weitere Stockwerke aufgesetzt werden. Das wiederum ist dem Städteplaner Prof. Martin Schirmer und dem Denkmalamt zur Marktplatzseite hin wohl noch zu viel. Ebenfalls unklar ist die Frage der Parkplätze, die noch nicht befriedigend geklärt scheint.
Bürgermeisterin Kaiser, die sich nicht zu Details des Vorhabens äußern wollte, zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass eine Einigung in den strittigen Punkten möglich und auch unbedingt anzustreben sei. Deshalb sei das Vorhaben von der Tagesordnung abgesetzt worden, um Raum für die noch nötigen Verhandlungen zu schaffen. Erst danach solle das Projekt in möglichst konsensfähiger Form dem Stadtrat zur Diskussion vorgelegt werden.
Das Bauvorhaben hat ohnehin schon einige Zeit der Reife hinter sich. Erste Planungsentwürfe der Investoren waren bereits im September 2010 im Rathaus präsentiert worden. Damals war noch von einem kompletten Neubau die Rede. Doch da Stadtrat und Stadtverwaltung auf den Erhalt des stadtbildprägenden Eckhauses Wert legten, wurde im vergangenen Jahr erst einmal ein Gutachterverfahren durchgezogen. Mit einem solchen war bereits der einst umstrittene Neubau der Sparkasse aus der Diskussion genommen und auf einen guten Weg gebracht worden.
Und so trafen sich im September 2011 Vertreter der Stadt und der Regierung von Schwaben, die Bauherren Bernd Sauter sowie Sabrina und Werner Klasar, Städteplaner Schirmer und Architektenbüros, um drei Tage lang in der Schranne über das Projekt zu diskutieren. Auf der Basis der dort erarbeiteten Vorschläge sowie einer weiteren Gesprächsrunde im Rathaus ließen die Investoren eine neue Planung durch einen externen Architekten erarbeiten, die aus ihrer Sicht die wesentlichen Ideen berücksichtigte. Doch diese fand noch nicht die uneingeschränkte Zustimmung aller Beteiligten. Nun wird weiter verhandelt.