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Wahlkampf: Sie will als Landrätin Impulse geben

Wahlkampf

Sie will als Landrätin Impulse geben

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    Marita Kaiser sprach im Gasthaus Rössle in Babenhausen.
    Marita Kaiser sprach im Gasthaus Rössle in Babenhausen. Foto: Büchele

    Babenhausen Die Entscheidung, bei der Landratswahl im Unterallgäu zu kandidieren, sei ihr nicht leicht gefallen. Das sagte die Illertisser Bürgermeisterin Marita Kaiser bei einer Wahlkampfveranstaltung in Babenhausen. Zuvor hatte sie Erfolge aus ihrer Amtszeit in Illertissen aufgezählt: Innenstadtsanierung, Einzelhandelskonzept, eine breit aufgestellte Wirtschaft, das Hochschulschloss. „Ich habe eine gute Zeit in Illertissen“, so Kaiser. Doch nun mache sie zu 100 Prozent Wahlkampf im Unterallgäu. „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“

    Kaiser freute sich, dass bei ihrer zweiten Veranstaltung in Babenhausen erneut so viele Zuhörer gekommen waren. Der Gastraum im Rössle war voll besetzt und einige Besucher mussten vom Nebenraum aus zuhören.

    Viel Zeit widmete sie den Kreiskliniken. Kaiser räumte dem Thema besonders für Babenhausen große Bedeutung ein, weil dort erst das Krankenhaus geschlossen wurde, dann das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Ihrer Meinung nach hätte Letzteres nicht sein müssen. Ihre Interpretation: „Man hat das MVZ auslaufen lassen.“

    Hätte man die Sache ernst genommen, hätte der Landkreis die Einrichtung erhalten können, vermutete sie und versprach, sie wolle sich im Unterallgäu nicht nur um die Ballungszentren kümmern, sondern auch um den Bedarf in der Fläche. Das MVZ zurückzuholen sei aber schwer. Sie versprach zwar, sich im Falle ihrer Wahl darum zu bemühen, aber: „Ich möchte Ihnen keine Hoffnungen machen, die ich dann nicht halten kann.“

    Zu einer Partnerschaft der Kreiskliniken mit dem Memminger Klinikum sagte Kaiser: „Wir müssen unsere Häuser erst verhandlungsfähig machen.“ Ein Defizit von einer Million Euro sei vorübergehend vertretbar, beantwortete sie die Frage eines Zuhörers. Momentan liegt der Fehlbetrag laut Kreisrat Franz Mutzel (CSU) aber bei 4,5 Millionen Euro. Auf eine weitere Nachfrage betonte Kaiser, sie halte das Personal der Kliniken und die Versorgung der Patienten für sehr gut. „Die Mängel sind nicht in den Leistungen zu suchen, sondern in den Strukturen und Finanzen.“

    Deutlich verschlechtert habe sich die Situation der Krankenhäuser, nachdem Chefarzt Wolfgang Pflederer gekündigt wurde. Dabei schlage nicht nur die Abfindung zu Buche, sondern der Mediziner, der nun am Illertisser Krankenhaus praktiziert, habe viele Patienten mitgenommen, so Kaiser. Mutzel ergänzte, vom Babenhauser MVZ seien Patienten an die Krankenhäuser des Kreises weiter verwiesen worden. Dieser Zustrom fehle nun. Viele gingen nach Memmingen, Weißenhorn oder Krumbach.

    Zum demografischen Wandel betonte Kaiser, die Mobilität auf dem Land müsse optimiert werden. Der Landkreis könne hierzu nicht nur durch die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs beitragen, sondern auch als Ideengeber. Sie schlug vor, Konzepte und Anreize für Fahrgemeinschaften zu schaffen.

    Als Landrätin würde sie auch Gemeinden Impulse geben, zum Beispiel dem Markt Babenhausen zur Einzelhandels- und Stadtentwicklung.

    Franz Schlögel sprach den Flughafen in Memmingerberg an. Dieser sei ein Glücksfall für den Kreis, antwortete Kaiser und befürwortete eine eigene Autobahnabfahrt. Jedoch werde eine solche nicht so leicht genehmigt, wusste sie aus Erfahrung.

    Hatte sich Kaiser mit Seitenhieben auf Landrat Hans-Joachim Weirather zurückgehalten, konnte sich Mutzel am Schluss eine spitze Bemerkung nicht verkneifen: „Lieber nah bei den Leuten, als sechs Jahre nie da“, schloss er die Veranstaltung. Kaiser wanderte danach von Tisch zu Tisch und suchte das Gespräch mit den Zuhörern.

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