Die A7 ist gerade an Wochenenden oder in den Ferien viel befahren, oft bilden sich Staus und es gibt Unfälle. Um den Verkehrsfluss zu verbessern und die steigende Zahl an Fahrzeugen aufzunehmen, ist schon seit Jahrzehnten ein Ausbau der Autobahn im Gespräch. Nun wird dieser wieder aktuell: Die Autobahn GmbH teilt den sechsspurigen Ausbau der A7 derzeit in vier Planungsschritte. Doch bevor es losgeht, braucht es ein aktuelles Verkehrsgutachten.
Der geplante sechsspurige Ausbau der A7 hat eine beinahe schon jahrzehntelange Geschichte: Es gab immer wieder Pläne – mal lose, mal konkrete – doch zuletzt wurde das Projekt plötzlich auf Eis gelegt. Der Grund: Personalmangel bei der Autobahn GmbH des Bundes, die für den Ausbau zuständig ist. Ohne die entsprechenden Leute könne keine Planung vorangetrieben werden, hieß es.
Dann die Kehrtwende Anfang des Jahres: Bei einem Treffen bei Vöhringen an der A7 verkündeten Ulrich Lange, Bundestagsabgeordneter der CSU und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, und Bundestagsabgeordneter Alexander Engelhard, dass die Autobahn GmbH die Planungen zur Erweiterung der A7 bei Hittistetten doch wieder aufnehmen wird.
Zwischen Hittistetten und Memmingen: In vier Abschnitten soll die A7 sechsspurig werden
Der sechsspurige Ausbau der A7 zwischen dem Autobahndreieck Hittistetten und dem Autobahnkreuz Memmingen erfolgt nach Angaben der Autobahn GmbH in vier Planungsabschnitten. Der erste Teil ist 12,4 Kilometer lang und läuft vom Dreieck Hittistetten bis zur Anschlussstelle Illertissen. Dort ist ebenso die neu angedachte Anschlussstelle Bellenberg beinhaltet.
Sie könnte grob zwischen Bellenberg und dem Illertisser Ortsteil Betlinshausen laufen, sodass auch der Verkehr aus dem Gewerbegebiet nördlich von Illertissen leichter auf die Autobahn fahren kann. So zumindest sahen es die alten Pläne vor, eine konkrete Trasse gibt es noch nicht.
Dieser 12,4 Kilometer lange Bereich inklusive Ausfahrt bei Bellenberg ist im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) als „vordringlicher Bedarf“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass sofort mit der Planung begonnen werden darf und diese schnellstmöglich umgesetzt wird. Als Ziel ist das Jahr 2030 gesetzt, bis zu diesem Zeitpunkt soll das Projekt fertig – oder zumindest die Anfänge gemacht sein. Genaue Jahreszahlen will die Autobahn GmbH auf Anfrage „aufgrund des aktuellen Planungsstands“ nicht nennen. Unsere Redaktion hat erfahren, dass der Bau im Jahr 2031 starten könnte, wenn alles optimal läuft.
Optimal läuft es bei Verkehrsprojekten erfahrungsgemäß selten und so wird es noch ein wenig dauern, bis mit dem Bau begonnen werden kann. Stand jetzt ruhen die Pläne zum sechsspurigen Ausbau der A7 offiziell immer noch, sie sollen aber, wie berichtet, im zweiten Halbjahr 2026 mit dem Verkehrsgutachten weitergeführt werden.
Danach werden die Planungsleistungen zunächst vorbereitet und dann ausgeschrieben. Dieser zweite Schritt soll nach Informationen unserer Redaktion nächstes Jahr erfolgen. Trotz der zeitlichen Ungewissheit steht zumindest der Abschnitt zwischen Hittistetten und Illertissen gemäß BVWP als sechsspurige Strecke mit der neu zu bauenden Anschlussstelle Bellenberg fest.
Vor dem Ausbau muss die A7 nördlich von Elchingen saniert werden
Ganz so sicher ist der weitere Verlauf der A7 nicht. Unter „weiterer Bedarf“ werden die angrenzenden Bereiche im Bundesverkehrswegeplan geführt und damit als weniger dringlich erachtet. Planungsabschnitt zwei führt ab Illertissen Richtung Süden bis zur Landesgrenze Bayern/Baden-Württemberg und ist 10,5 Kilometer lang. Der dritte Planungsabschnitt geht ab da weiter bis zur Anschlussstelle Berkheim auf 9,1 Kilometern. Der vierte und letzte Teil der geplanten Ausbaustrecke befindet sich zwischen Erkheim und dem Autobahnkreuz Memmingen auf einer Länge von 7,9 Kilometern.
Generell teilt die Autobahn GmbH mit, dass „Erhaltungs- und Sanierungsprojekte des Bestandsnetzes vor Neu- und Ausbauprojekten umzusetzen“ seien. Der Fokus liege auf der A7 zwischen dem Kreuz Ulm/Elchingen und dem Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim, denn dort sei die alte Betonfahrbahn in weiten Teilen in kritischem Zustand.
Vor zwei Jahren wurden in dem Bereich erstmals über die Sommermonate die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für Motorradfahrer auf 80 und für Autofahrer auf 120 Kilometer pro Stunde reduziert aufgrund der Gefahr durch sich hitzebedingt verschiebende Betonplatten, sogenannte Blow-ups.
Im genannten Streckenabschnitt werden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt Fahrbahnsanierungen durchgeführt. Ziel ist, die A7 nachhaltig leistungsfähig für den Verkehr von morgen zu machen – sowohl was Sanierungen als auch den Ausbau betrifft.
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