Zwei in die Zukunft gerichtete Projekte hatte der Gemeinderat Bellenberg bei seiner jüngsten Sitzung zu beraten. Während sich das Gremium eher schwer mit der Einrichtung einer E-Bike-Ladestation tat, herrschte bei der Frage nach der Gründung eines gemeinsamen Kommunalunternehmens im Landkreis Neu-Ulm Einigkeit.
Unter dem Dach der ILE-Gemeinden soll zusammen mit weiteren Orten ein Geschäftskonzept erstellt werden, um ein Kommunalunternehmen zu gründen. Der einmalige Anteil zur Ausarbeitung würde pro Gemeinde 5000 bis 6000 Euro betragen, erst danach werde über eine Beteiligung entschieden, informierte der Bürgermeister. Der Meinungsfindung zugunsten des mit 10.000 Euro geförderten Vorhabens gingen Argumente Pro und Contra einer Landkreisfirma voraus.
Die Stadt Neu-Ulm sei nicht eingebunden und das Landratsamt als Behörde nicht für geschäftliche Unternehmungen im Landkreis zuständig, erklärte Bürgermeister Oliver Schönfeld. Er bedauerte einmal mehr, dass Bellenberg nicht dem Zusammenschluss der ILE-Kommunen angehöre, deren Aufgabe über die gedachte Sanierung von Kernwegen im ländlichen Bereich hinausgewachsen sei. Der Bürgermeister warnte davor, Bellenberg zum „gallischen Dorf“ werden zu lassen, das sich Entwicklungen widersetze, welche umliegende Landkreiskommunen vollzögen.
Gemeinderäte fragen nach dem Mehrwert für Bellenberg
In der Diskussion wünschte sich Stefan Schaich (Freie Wähler) nach Größe der Kommunen gestaffelte Beiträge für die Konzepterstellung und Dietmar Jäckle (CSU) monierte, dass die geplante Firma offenbar den Fotovoltaikanlagen im Rothtal zugutekämen. Darauf spekulierte Markus Schaich (CSU), inwieweit die geplante Wasserkraftanlage Bellenbergs als Energielieferantin ebenfalls profitieren könne. Verschiedentlich hieß es auch, Bellenberg zahle überall mit, aber der entsprechende Mehrwert komme nicht zurück.
Der Bürgermeister hielt dagegen, dass Personen aus Bellenberg beispielsweise Anteile an den Energiegewinnungsanlagen im Rothtal erwerben oder an der Stromverteilung unter den zusammengeschlossenen Gemeinden teilhaben könnten. Und er betonte die Vorteile einer gemeinsamen Firma, welche Personal und Know-how bündeln sowie das Risiko bei Investitionen verringern könnte. Themenfelder wie Energiewende, Umweltschutz, Digitalisierung oder regionale Wertschöpfung nähmen inzwischen Schlüsselrollen ein, so Schönfeld. Das überzeugte im Gremium.
Argumente gegen die E-Bike-Ladestation in Bellenberg
Anders hingegen sein Vorschlag einer E-Bike-Ladestation, welche für die Kommune kostenlos von einer Firma aufgestellt werde, indem sie über Werbeaufdrucke direkt auf der Anlage finanziert werde. Doch das Gremium schien keinen geeigneten Standort für die Ladestation zu finden, an dem die Werbung nicht stören würde, zugleich aber doch viele E-Biker vorbeikämen. Weil das Laden Zeit beanspruche, sollte sich eine Bank oder Möglichkeit zum Kaffeetrinken anbieten, wusste Hobbyradler Gerhard (SPD) Schiele aus Erfahrung. Er erinnerte daran, dass die Fahrradstrecke durch Bellenberg auf Nebenstraßen am Hauptverkehr und somit an Verpflegungsstätten vorbeigeführt werde.
Als Gegenargument wurden auch die je nach Fabrikat unterschiedlichen Stecksysteme angeführt, weshalb besser eine EU-Vereinheitlichung abgewartet werden solle. Eine E-Auto-Ladestation sei sinnvoller, monierten andere im Gremium. Bislang erschien die Monatsmiete für die Kommune zu hoch. Nun versprach der Bürgermeister, bei den Anbietern nochmals nachzufragen.