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Bellenberg: Tinyhaus-Siedlung für 150 Menschen könnte 2027 kommen

Bellenberg

Tinyhaus-Siedlung für 150 Menschen könnte 2027 kommen

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    Die ersten vier Tinyhäuser in Bellenberg sind bereits bezogen, im kommenden Jahr könnte eine ganze Siedlung in der Gemeinde entstehen.
    Die ersten vier Tinyhäuser in Bellenberg sind bereits bezogen, im kommenden Jahr könnte eine ganze Siedlung in der Gemeinde entstehen. Foto: Alexander Kaya

    Nach dem erfolgreichen Errichten einer kleinen Tinyhaus-Siedlung an der Brandenburger Straße könnte es zwischen Bellenberg und der Huchler-Manufaktur zu einer weitaus größeren Kooperation kommen: Indem bis zu 50 der variablen Minihäuser auf dem wegen seiner Bodenaltlasten ungenutzten Poppenbühel entstehen. Mane Huchler und sein Team mit Stadtplaner Jannis Dittmar nahmen sich eine Stunde Zeit, um das Vorhaben im Gemeinderat zu präsentieren. Doch eine Entscheidung gibt es noch nicht. Wie geht es weiter?

    Zumindest eine dreiwöchige Bedenkzeit sollte möglich sein, war im Gremium zu hören. Schließlich müsse man die Positionen darlegen und sich auf Eckpunkte einigen können. Denn nur auf den ersten Blick handelt es sich um die Erschließung eines neuen Quartiers, bei der die Baufirma dank genialer Lösungen kaum ins belastete Erdreich eindringen muss. Das zuletzt vorgelegte Gutachten zur möglichen Folgenutzung empfiehlt die weitere Beobachtung der Altlasten- und Grundwassersituation. Die Gemeinde kann das Areal also nicht veräußern, sondern nur verpachten. Somit könnte sich für die Gemeinde und die Manufaktur eine Win-win-Situation ergeben: Die Firma könnte mit ihrem Konzept eine ganze Siedlung errichten, und die Kommune das Areal über Pachtverträge für neuen Wohnraum nutzen.

    Kommt eine Tinyhaus-Siedlung nach Bellenberg?

    Stadtplaner Jannis Dittmar wollte vom Erfolg der vier Modulhäuser an der Brandenburger Straße – drei sind bereits fertig – für die Planung der Siedlung am Poppenbühel profitieren, wie er sagte. Während das Areal der vier an privat verkauften Häuser auf Erbbaurecht genutzt wurde, soll es beim Poppenbühel einen Pachtvertrag mit der Gemeinde geben. Das Besondere an der Bauweise seien die Schraubfundamente, die keine tiefen Baggerarbeiten in den Untergrund erforderten, sondern in die Tiefe eingelassen würden und das Erdreich dabei nur verdrängten, so der Planer. Für die Modulhäuser seien Parzellen von 250 Quadratmetern angedacht. Gebaut werden könnte womöglich bis zu drei Stockwerken und ein Modulhaus lasse sich durch ein weiteres Modul anbauen.

    Das Poppenbühel umfasst 19.900 Quadratmeter, sodass bis zu 50 Häuser mit knapp 50 bis rund 85 Quadratmetern Wohnfläche entstehen könnten. Die Modulhäuser seien strombasiert durch eigene PV-Anlagen auf dem Flachdach, eigene Luft-Wasser-Wärmepumpe und ein Batteriespeicher für die ganze Siedlung könne in der dunklen Jahreszeit fehlenden Strom ersetzen. Im Idealfall könnte Ende 2026 der Bebauungsplan eingereicht werden und womöglich 2027 schon die ersten Modulhäuser entstehen.

    Platz für 150 Menschen auf Areal mit verseuchtem Boden

    Angesichts der Größe der Siedlung sei auch eine Art Gemeinschaftsfläche für soziale Aktivitäten denkbar, hieß es auf Anfrage von Dennis Walter (Die Linke). Der Stadtplaner bezeichnete das Poppenbühel als ebenes ideales Baugebiet, das bereits durch die Illertangente und Reichenbergerer Straße an den restlichen Ort gut angebunden. Er zog den Vergleich zur ersten Modulhaussiedlung der Huchler-Manufaktur in Burgrieden, die bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt und als Erfolg zu verbuchen sei.

    Gerhard Schiele (SPD) fragte, inwieweit für das Konzept der Firma die ganze Bebauung des Poppenbühels erforderlich sei. Mane Huchler zeigte sich skeptisch: Ein gemeindlicher Bauhof könne das Bild einer Wohnsiedlung stören. Die Freien Wähler forderten für das verlockend klingende Konzept genaue Absprachen ein. Bürgermeister Oliver Schönfeld unterstrich das: „Sie haben Ihre Seite anschaulich vorgestellt, nun müssen wir feststellen, was vonseiten der Kommune etwa beim Pachtvertrag oder der Aufrechterhaltung dieser Art von Wohnformen zu regeln ist.“ Schönfeld versprach eine zügige Entscheidung, wobei es um Faktoren wie Gewinnbeteiligung, Provision, Zuständigkeiten geht. Mane Huchler hätte wohl gern eine schnelle Zusage gehabt. Sein Projekt würde bis zu 150 Personen Wohnraum verschaffen.

    Mane Huchler betonte: „Wir sind keine Holzbaufirma, sondern stellen ganze Wohnkonzepte her.“ Dies heiße auch, nach der Bezahlbarkeit zu bauen und dann gegebenenfalls zu erweitern. Das Konzept beinhalte Nachhaltigkeit, schließe alle Generationen ein und vor allem den Gedanken, dass der Wohnraum den sich verändernden Bedürfnissen der Menschen im Laufe ihres Lebens anpassen lasse. Daraufhin wollte Jürgen Rapp (CSU) wissen, wie es sich mit dem Weitergeben der Häuser an Kinder oder einem Verkauf verhalte, oder ob abgewohnte Module wiederverwertet beziehungsweise recycelt werden könnten. All das sei denkbar, aber noch Zukunft, an der gearbeitet werde, so Huchler.

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