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Ein Klick, weniger Hürden: Sein Programm verwandelt „Nachrichten-Deutsch“ mit KI in „leichte Sprache“

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Ein Klick, weniger Hürden: Sein Programm verwandelt „Nachrichten-Deutsch“ mit KI in leichte Sprache

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    Stefan Eichenhofer, Softwareentwickler aus Illerberg, hat ein Programm kreiert, das Texte in „leichte Sprache“ umformuliert. Ein Hilfsmittel, um Menschen mit Einschränkungen mehr Teilhabe zu ermöglichen.
    Stefan Eichenhofer, Softwareentwickler aus Illerberg, hat ein Programm kreiert, das Texte in „leichte Sprache“ umformuliert. Ein Hilfsmittel, um Menschen mit Einschränkungen mehr Teilhabe zu ermöglichen. Foto: Thomas Vogel

    Es gibt längst Nachrichtensendungen in Funk und Fernsehen, die sich in ihrer Sprache deutlich abheben vom Gewohnten: Fremdwörter, Fachbegriffe oder auch verschachtelte Sätze sind dort tabu, gepflegt wird sehr bewusst eine „leichte Sprache“. Die Absicht dahinter kann so zusammengefasst werden: „Viele Menschen verstehen leichte Sprache besser. Dann wissen sie auch mehr. So können sie besser entscheiden und selbst bestimmen. Das ist für viele Bereiche im Leben wichtig.“ „Nachrichten-Deutsch“ oder selbst noch komplexere Texte ruckzuck in leichte Sprache zu übertragen, für Stefan Eichenhofer aus Illerberg ist dies gewissermaßen ein Kinderspiel.

    Er setzt dabei auf Künstliche Intelligenz (KI) und auf ein selbst geschriebenes Programm namens „Lingo light“, das diese auch für blutige IT-Anfänger anwendbar macht. Ein paar Klicks, ein paar Atemzüge gewartet – und schon erscheint auf seinem Monitor eine Neu-Fassung eines Textes in gewünschter Form.

    Eichenhofer kennt die Alltagsprobleme von Menschen mit Einschränkungen

    Eichenhofer ist selbst Vater zweier Kinder mit Einschränkungen, kennt deren Alltagsprobleme. Und er weiß so auch um die hohe Schwelle bei der Nutzung moderner Datenverarbeitung, die selbst um sich herum einen ganzen Kosmos an Fachbegriffen geschaffen hat. Da IT-Dienstleistungen im Mittelpunkt seiner Ein-Mann-Firma „Gibbon-AI“ stehen, kommuniziert er selbst ausgiebig in diesem „IT-Slang“, sofern man ihn nicht bittet, für die Erklärungen selbst eine einfachere Sprache zu benutzen.

    „Lingo light“, seit Januar auf dem Markt, dient demnach dazu, einen einfachen Zugang zur KI zu schaffen, sei es am heimischen Rechner, sei es am Smartphone. Wobei die Übertragung in „leichte Sprache“ wiederum nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten aufzeigt.

    Man kann, wie der Softwareentwickler gleich demonstrieren wird, einen Text auch in ein gereimtes Gedicht übertragen (Ergebnis: lingual eher gruselig). Oder aber einen etwa auf Youtube gestellten Video-Clip zusammenfassen lassen. Statt sich beispielsweise durch ausschweifende Ausführungen und Anleitungen quälen zu müssen, gibt es eine Kurzfassung – und damit Zeitersparnis. Eichenhofer will damit ausdrücken, dass das Feld der Anwendungen und das der potenziellen „User“ immens breit sei und weit über den Kreis von Menschen mit Behinderungen hinausreiche.

    Weil „Lingo light“ kostenpflichtig ist, verspricht er sich durchaus Einkünfte aus seiner Entwicklung, um seine Firma, die Aufträge etwa von großen Unternehmen bei der Automatisierung von Verwaltungsprozessen erhalte, breiter aufzustellen. Er ist auch bereits dran an einem weiteren Produkt: „Lingo light special“, eine Plattform, auf der individualisierbare Lernprogramme abrufbar sein sollen.

    Eichenhofer plant bereits weitere KI-gestützte Programme im Bereich Bildung

    Wieder hat der Entwickler Menschen mit Einschränkungen im Blick, dann aber sogleich auch schon den gesamten Bereich der Bildung und der Informationsgewinnung. Dafür ist er im Moment auf der Suche nach Partnern, am besten Förder- oder Grundschulen, um deren Bedürfnisse abzufragen und sich abstimmen zu können.

    Denkbar sei beispielsweise wiederum ein Youtube-Video als Grundlage, dieses Mal für ein „Quiz“. Worunter Eichenhofer ein Bündel an (Haus-)Aufgaben versteht, die von den Schülerinnen und Schülern am Bildschirm zu lösen wären. Fehler würden sofort sichtbar, der Leistungsstand für die Lehrkraft per Klick abrufbar.

    Durch KI hätten sich die Möglichkeiten für Anwendungen schier unendlich potenziert, erzählt Eichenhofer. Doch gleichzeitig steht der ITler dieser Technologie äußerst kritisch gegenüber. Sie habe schon jetzt das Netz mit Deepfakes geflutet, wie die augenblickliche Debatte um gefälschte Nacktbilder ans Licht bringt. Und sie sei überwiegend in Händen von Leuten, die nicht zu den Guten auf der Welt zählten.

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