Evangelische Kirche: Weißenhorns Gotteshaus vor Transformation wegen Sparzwang
Weißenhorn
Drastische Einschnitte: Verlieren die evangelischen Christen in Weißenhorn ihre Kirche?
Sinkende Mitgliederzahlen und geringere Einnahmen setzen die Evangelische Kirche in ganz Deutschland unter Druck. Für Weißenhorn hat das nun Konsequenzen.
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Die Kreuz-Christi-Kirche in Weißenhorn steht unter Druck, sich verändern zu müssen. Foto: Rene Barth
Es waren keine schönen Nachrichten, die Weißenhorns evangelischer Pfarrer Jonathan Robker diese Woche bei der Gemeindeversammlung in der Kreuz-Christi-Kirche übermitteln musste. Schon die einleitenden Worte zum Thema „Gebäudebedarfsplanung“, für die extra Dekan Jürgen Pommer angereist war, ließen nichts Gutes erahnen.
Unter dem Arbeitsnamen „Kirche in der Region 2035“ hat sich die Evangelische Kirche zur Aufgabe gemacht, alle ihre Liegenschaften zu prüfen und zu hinterfragen. Dazu wurden diese in Kategorien eingeteilt. Kategorie A bleibt und soll weiter betrieben werden, Kategorie B wird bis 2035 „transformiert“ und die Gebäude der Kategorie C werden schnellstens abgestoßen, sagte Dekan Pommer.
Weißenhorner Kirche rutscht in Kategorie B und muss sich verändern
„In der Kategorie A dürfen nicht mehr als 50 Prozent verbleiben“, erklärte Pfarrer Robker und so kommt auch die Weißenhorner Gemeinde nicht ungeschoren davon. Während das Augustana-Zentrum, das Pfarrhaus und die Pfaffenhofener Kirche „Zum Guten Hirten“ den Status A bekommen haben, schaffte es die Weißenhorner Kirche nur zu einem B und muss bis 2035 „transformiert“ werden. „Wie immer das auch aussehen mag“, sagte Robker.
Von einer Schließung des denkmalgeschützten Kirchengebäudes möchte er gar nicht sprechen, „es gibt einige andere Möglichkeiten.“ Ein Verkauf und Anmieten wären eine Möglichkeit, ein Förderkreis die andere. „Wir müssen sehen, was sich ergibt.“
Grund für die drastischen Einschnitte sind der Mitgliederschwund in den Kirchen und niedrigere Steuereinnahmen. „Wir erleben einen rapiden Bedarfsverlust bei den Kirchen“, so Pommer. „Es ist keine Antihaltung an die Kirche, sondern es interessiert einfach immer weniger Menschen“.
Weißenhorner Gemeinde hat in zwölf Jahren zehn Prozent ihrer Mitglieder verloren
Auch wenn die Weißenhorner Gemeinde bei den Ein- und Austritten besser dasteht als der Bundesdurchschnitt, verzeichnet sie dennoch einen Mitgliederverlust von zehn Prozent in den vergangenen zwölf Jahren, weitere sieben Prozent werden bis 2035 prognostiziert.
“Wir werden uns auf Dauer unsere Gebäude einfach nicht mehr leisten können“, bedauerte Robker. „Ich weiß, es wird Trauer geben, Wut und Enttäuschung, das darf es auch, aber suchen Sie uns bitte auf und reden sie mit uns darüber.“ Denn: „Wir sind davon alle betroffen.“ (reba)
Was spricht für Pfaffenhofens Kirche und gegen die in Weißenhorn?
Die Lage: die meisten kirchlichen Veranstaltungen können auch im Gemeindezentrum abgehalten werden.
Der Kostendruck ist in Weißenhorn weitaus höher.
Die Räumlichkeiten: Die sanitären Einrichtungen sind in Weißenhorn nur sehr beschränkt und auch Barrierefreiheit ist nicht ohne Weiteres zu realisieren. In Pfaffenhofen ist die Kirche auch für andere Veranstaltungen nutzbar.
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