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Familie aus Babenhausen benötigt Rollstuhlrampe: Krankenkasse lehnt Hilfe ab – Spenden sichern Mobilität

Babenhausen

Leben mit Behinderung: Der lange Kampf um eine Rollstuhlrampe

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    Durch Spendenaktionen und viel Unterstützung konnte die Familie Opitz aus Babenhausen eine Rollstuhlrampe für ihr Auto anschaffen.
    Durch Spendenaktionen und viel Unterstützung konnte die Familie Opitz aus Babenhausen eine Rollstuhlrampe für ihr Auto anschaffen. Foto: Sammlung Opitz

    Wenn der zwölfjährige Luca lacht, dann lachen alle anderen mit. So erzählt es seine Mutter Lisa Opitz aus Babenhausen. „Er ist ein wahnsinnig aufgeschlossenes Kind.“ Luca sitzt im Rollstuhl, seine Mutter pflegt ihn. Doch der Junge wächst und wird schwerer. Für seine Mutter wurde das zunehmend zur körperlichen Belastung. Besonders, weil die junge Frau ihren Sohn in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder aus dem Rollstuhl heben muss. Nach einem Bandscheibenvorfall war klar: So geht es nicht weiter. Doch die Krankenkasse half ihr nicht. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt Lisa Opitz, was die Familie bewältigen musste, bis sie endlich die langersehnte Autorampe für ihren Sohn bekam.

    Luca begeistert sich für die alltäglichsten Dinge: das Geräusch klirrender Flaschen, eine gepfiffene Melodie oder Musik. Er ist gern draußen oder geht schwimmen. Was für die meisten Familien ein kurzer Ausflug ist, ist für Lisa Opitz, ihren Mann und den gemeinsamen Sohn jedoch ein größeres Vorhaben. Denn Luca ist schwerbehindert. Er kann weder gehen, noch sprechen oder alleine essen und trinken. Er ist permanent auf Unterstützung angewiesen. Und das erfordert viel Kraft.

    Die Krankenkasse übernimmt die Finanzierung einer festen Autorampe auch in Härtefällen nicht

    Bevor die Familie eine Rollstuhlrampe für das Auto hatte, musste Luca händisch in den Wagen gehoben werden. Mit einer speziellen Weste wurde er aus dem Rollstuhl gewuchtet und im Fahrzeug festgeschnallt. Der schwere Rollstuhl musste separat verladen werden. Die ständige körperliche Belastung forderte einen hohen Tribut: Bereits mit 30 Jahren erlitt Lisa Opitz einen Bandscheibenvorfall.

    „Das war der endgültige Weckruf“, erinnert sie sich heute. Ein neues Rollstuhl-kompatibles Auto mit Rampe musste her. Doch die Kosten dafür sind immens. Wer nun denkt, dass Familien in solchen Härtefällen finanzielle Hilfe bekommen, irrt. Die Krankenkasse lehnte die Finanzierung einer festinstallierten Rampe ab.

    Doch warum? Eine Mitarbeiterin des Sanitätshauses erklärte Lisa Opitz, die Krankenkasse übernehme lediglich die Kosten für eine Metallrampe in Form von zwei Schienen, die man an den Kofferraum anlehnt. Für Familie Opitz war das keine ausreichende Lösung: Eine fest installierte Rampe sei sicherer und zudem deutlich einfacher zu bedienen, schildert die Mutter.

    Für Lisa Opitz blieb damit vor allem eine Frage offen: Wie sollte sie die Rampe ohne Unterstützung finanzieren? „Wo soll das Geld denn sonst herkommen? Man kommt doch nicht zum Spaß zur Krankenkasse“, sagt Opitz. Der Wendepunkt kam zufällig: Heike Rothärmel, Mitgründerin von „Helfer mit Herz“, wusste weiter und brachte den Spendenprozess in Gang.

    Gemeinsam mit vielen Unterstützern sammelte die Familie Opitz Geld für eine Autorampe

    Ein ganzes Netzwerk an Helfern tat sich zusammen. Eine Spendenaktion über die Plattform GoFundMe wurde ins Leben gerufen, es halfen zahlreiche Stiftungen und Fonds. Darunter waren der Allgäuer Hilfsfonds e.V., der Caritasverband für die Diözese Augsburg, der Sozialfonds der Gemeinde Sontheim und die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung. Eine wichtige Stütze sei auch Petra Stahl von Regens Wagner gewesen. Die Initiative unterstützt Menschen mit Behinderung mit individuellen und flexiblen Hilfen dabei, ihren Alltag möglichst selbstbestimmt zu gestalten. Die Initiative unterstützte die Familie Opitz vor allem beim Stellen von Anträgen und mit ihrem Rat.

    „Es haben so viele geholfen. Da war ich echt platt“, sagt Opitz. Als feststand, dass das Geld endgültig beisammen ist, habe sie geweint. Gut ein Dreivierteljahr habe die Spendenaktion gedauert, erzählt sie. Am Ende wurden allein über die GoFundMe-Kampagne mehr als 13.000 Euro gespendet.

    Die Familie Opitz wünscht sich weniger bürokratische Hürden

    Heute ist der umgebaute VW Caddy für Luca fast wie ein zweites Zuhause. „Es ist jetzt alles so einfach“, sagt Lisa Opitz. „Ich mache den Kofferraum auf und schiebe Luca ins Auto. Das ist eine wahnsinnige Erleichterung.“ Endlich seien auch spontane Ausflüge – und sei es nur zum Eisessen – fast problemlos machbar. Die Familie sei mobiler, das Leben habe ein Stück Leichtigkeit zurückgewonnen, sagt Lucas Mutter.

    Anderen Familien in ähnlichen Situationen rät Lisa Opitz, sich nicht davor zu scheuen, Hilfe anzunehmen und sich an Beratungsstellen, wie beispielsweise Regens Wagner zu wenden. Auf die Frage nach ihrem Wunsch an die Politik antwortet sie schnell: „Weniger Bürokratie!“ Für ihren Sohn Luca hat sie nur einen ganz einfachen Wunsch: Dass die ganze Familie dank der neuen Rampe noch ganz viele schöne Ausflüge mit ihm machen können.

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