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Haldetronica und Haldefest beenden Festivaltradition in Untereichen

Altenstadt

Techno und Live-Musik: Untereichen bebt zum letzten Mal

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    Vergangene Eindrücke aus Haldefest und Haldetronica.
    Vergangene Eindrücke aus Haldefest und Haldetronica. Foto: Sammlung Zanker

    In Untereichen steigen mit „Haldetronica“ am 30. Mai und dem „Haldefest“ am 3. Juni wieder zwei bekannte Veranstaltungen. Dabei heißt es  Abschied nehmen, denn die Events finden zum letzten Mal statt. Doch die inzwischen über 20-jährige Geschichte des Haldefests zeigt: Gute Ideen lassen sich auch wieder aufleben.     

    Es begann mit 201 zahlenden Gästen und einem Eintrittspreis von zwei Euro: Was im Jahr 2004 als Geburtstagsparty in Untereichen startete, wurde schnell regional bekannt. Das Haldefest. Bis es 2012 pausierte. Im Jahr 2018 griffen die Brüder Konstantin und Benedikt Zanker die Idee, die für sie viel zu gute war, um sie endgültig fallen zu lassen, gemeinsam mit einem jungen, siebenköpfigen Organisationsteam wieder auf. 70 Helferinnen und Helfer meldeten sich sofort. Ein Jahr später kam neben der Bühne für Partybands eine weitere für Rockbands dazu. Das Haldefest zog nun über tausend Besucherinnen und Besucher an. Aus der ursprünglichen Geburtstagsparty eines älteren Zanker-Bruders war eine Veranstaltung mit Festivalcharakter geworden.  

    Vergangene Eindrücke aus Haldefest und Haldetronica.
    Vergangene Eindrücke aus Haldefest und Haldetronica. Foto: Sammlung Zanker

    Haldetronica lockt internationale Künstler nach Untereichen

    Hinter dem Erfolg steckte damals auch die Beobachtung, dass bei Feiern der Trend um sich griff, einfach das Handy anzustecken und eine Playlist abzuspielen.  Das Haldefest wollte eine Alternative sein und Bands aus der Region die Möglichkeit bieten, vor heimischem Publikum aufzutreten. Der finanzielle Aspekt stand im Hintergrund. Von den Einnahmen zahlten die Organisatoren die laufenden Kosten und ein Helferfest. Der Rest wurde gespendet. „Wir sind einfach nur ein paar Kumpels, die ein Fest organisieren“, sagte Konstantin Zanker damals. Heute ist er Bürgermeister von Altenstadt.

    Im Jahr 2022 kam mit Haldetronica ein weiteres Event hinzu. Entstanden ist die Idee in der Corona-Pause, als viele im Helferteam merkten, dass sie nicht nur Bierzeltmusik und Rock mochten, sondern auch Techno.  Was als Experiment begann, entwickelte sich schnell zu einer Veranstaltung mit eigenem Gewicht. Benedikt Zanker berichtet dazu: „Dank verschiedener Bookings, die für ein Festival dieser Größenordnung bemerkenswert waren, standen in den vergangenen Jahren Künstler auf dem Programm, die Wochen zuvor noch auf Bühnen in Südamerika, Mexiko oder Paris gespielt hatten und dennoch den Weg nach Untereichen fanden“.  

    Haldetronica lädt zur letzten Ausgabe ein

    Zur letzten Ausgabe von Haldetronica am Samstag, 30. Mai, spielen unter anderem „zwilling.“, Jess Rey und „Schweissbrenner“, ergänzt durch lokale Acts wie „Ric und Kratzmeister aus Altenstadt“, Marcel Fröhlich und DJ Constant. Das letzte Haldefest bleibt, was es immer war: Blasmusik von „Stolz ohne Holz“, Coverrock mit „Rocksucht“ und „Brass Brutal“. 

    Es wird also ein Abschied in zwei Akten.  Der Grund: Die Organisatoren werden älter. Beruf, Familie, andere Verpflichtungen brauchen mehr Raum und Zeit. „Für den Moment fühlt sich dieser Abschluss richtig an“, sagen Konstantin und Benedikt Zanker. Ob es dabei bleiben wird, sei eine andere Frage. Denn die Geschichte des Haldefests gebe Anlass zu einer gewissen Gelassenheit. Schließlich hat das Fest schon einmal pausiert – bis es eine neue Generation wieder aufgegriffen hat.

    Vereine und Kirche in Untereichen profitieren vom Festival

    Was die bisherige Generation hinterlässt, sind bislang rund 20.000 Euro. So viel haben sie aus Haldefest und Haldetronica über die Jahre hinweg für gemeinnützige Zwecke gespendet. Etwa dem Förderkreis für Tumor- und Leukämiekranke Kinder, dem Kinderhospiz Bad Grönenbach, dem ASB-Wünschewagen, der Wasserwacht Illertissen, dem Roten Kreuz Altenstadt/Illertissen, Vereinen aus der Region sowie der Kirchenrenovierung in Untereichen. „Dass wir mit Musik und Gemeinschaft gleichzeitig noch Vereine, die Kirche und soziale Projekte unterstützen konnten, war immer etwas Besonderes für uns“, sagt Konstantin Zanker. Und der soziale Aspekt geht darüber hinaus. Über 80 junge Menschen haben über die Jahre im Helferteam mitgewirkt. Viele Freundschaften seien entstanden, sagt Christina Bolkart, die seit der Neugründung dabei ist. „Wir sind als Gruppe unglaublich zusammengewachsen und unternehmen vieles gemeinsam.  Ausflüge, Aktionen und Abende. Das war immer viel mehr als nur ein Festival.“

    Haldetronica und Haldefest

    Haldetronica: Samstag, 30. Mai, ab 16 Uhr, Stelzenweg, Altenstadt/Untereichen; Haldefest, Mittwoch, 3. Juni, ab 18 Uhr (bis 19 Uhr vergünstigter Eintritt), Stelzenweg, Altenstadt/Untereichen; weitere Informationen: www.haldefest.de

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