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Illertissen: Raucherrunde an der Mittelschule mit Folgen: Die Gefahren der E-Zigarette

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Raucherrunde an der Mittelschule mit Folgen: Die Gefahren der E-Zigarette

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    Ein Vorfall mit einer E-Zigarette an der Mittelschule in Illertissen hat womöglich strafrechtliche Folgen. Gegen eine 14-Jährige wird ermittelt.
    Ein Vorfall mit einer E-Zigarette an der Mittelschule in Illertissen hat womöglich strafrechtliche Folgen. Gegen eine 14-Jährige wird ermittelt. Foto: Silas Stein, dpa (Archivbild)

    "Es ist ein Kampf gegen Windmühlenräder", sagt Monika Scherzer, Rektorin der Erhard-Vöhlin-Mittelschule in Illertissen. Eine Raucherrunde unter Schülerinnen und Schüler hatte am Montagmorgen weitreichende Folgen: Ein 15-Jähriger musste sich nach einem Zug aus einer E-Zigarette mehrfach übergeben. Dem Schüler geht es inzwischen wieder gut, er sei am Mittwoch wieder im Unterricht gewesen. Erste Konsequenzen hat die Schule bereits gezogen. Ein Verkäufer von E-Zigaretten in Illertissen warnt indes vor den Gefahren der sogenannten Vapes. 

    Insgesamt fünf Jugendlichen hatten sich nach Polizeiangaben gegen 7.30 Uhr noch vor dem Schulbeginn zum Rauchen getroffen. Eine 14-Jährige soll dazu eine wiederverwendbare und auffüllbare E-Zigarette mitgebracht haben. Vier Mädchen und ein Junge sollen daran gezogen haben. Einem 15-Jährigen wurde es wenig später übel, er musste sich mehrfach übergeben. Weitere Teilnehmer hätten teils ein leichtes Halskratzen verspürt. 

    Schüler in Illertissen behaupten: Flüssigkeit in E-Zigarette war mit HHC gefüllt

    Die Flüssigkeit, mit der die E-Zigarette gefüllt gewesen war, gilt für die Ermittler nach wie vor als unklar. Die Jugendlichen sollen gegenüber den Beamten zwar angegeben haben, dass es sich um ein HHC-haltiges Mittel gehandelt haben soll. Die Polizei kann das aber nicht bestätigen. HHC steht für Hexahydrocannabinol und wirkt ähnlich wie Cannabis. Es ist halbsynthetisch und wird im Labor hergestellt. In sozialen Netzwerken wie Tiktok wird es seit geraumer Zeit gefeiert. Es scheint aber nicht ungefährlich zu sein. Während HHC in Deutschland an Über-18-Jährige verkauft wird, ist es in Österreich, Frankreich und Dänemark illegal. 

    Im Rahmen der Ermittlungen war auch ein weiterer 15-Jähriger in den Fokus der Polizei gerückt, den eine Zivilstreife am Dienstag an der Schule kontrollieren wollte. Der Jugendliche flüchtete zunächst und schmiss eine E-Zigarette weg. Der Junge konnte aufgegriffen werden. Er stehe nicht im Zusammenhang mit der Raucherrunde am Montag, so ein Polizeisprecher am Mittwoch. Er sei lediglich einen Tag später dort gesehen worden und sollte deshalb kontrolliert werden. Wie die 14-Jährige an die E-Zigarette kam, ist demnach weiter unklar und sei noch Gegenstand weiterer Ermittlungen. 

    Nach Vorfall mit E-Zigarette: 14-Jährige muss Mittelschule Illertissen verlassen

    An der Mittelschule sowie dem gesamten Schulzentrum geht der Alltag indes weiter. Ausgenommen der Oberstufe am Gymnasium gelte überall auf sowie im näheren Umfeld zum Schulgelände Rauchverbot, sagt Rektorin Scherzer, die am Montag die Polizei informierte. Das werde auch mit Rundgängen kontrolliert. "Es ist wie Igel, Hase", sagt sie. So einen Ausfall wie am Montag hätten sie aber nie gehabt. Sogenannte Ordnungsmaßnahmen, wie ein Verweis, seien bereits ausgesprochen worden. Die 14-Jährige, die als Gast an der Schule war und offenbar schon mehr auf dem Kerbholz hatte, musste die Schule verlassen. "Man muss ab und an durchgreifen, damit die merken, dass das so nicht geht", sagt Scherzer. "Ich bin nach wie vor wütend." 

    Die Aufarbeitung des Vorfalls ist ebenfalls angelaufen. Am Dienstag kam es zu einer "Kurzkonferenz" mit Lehrkräften und Schülersprechern. Im März sind weitere Maßnahmen geplant, bei denen es um den Umgang mit legalen und illegalen Drogen sowie den Medienmissbrauch geht. Alleingelassen fühlt sich die Schulgemeinschaft von den Eltern, die das Rauchen oftmals als Banalität ansehen würden. 

    Vapes-Verkäufer in Illertissen: "Es ist keine normale Zigarette"

    Dass es das keineswegs ist, macht Sebastian Bayer deutlich, der bei einem Laden für E-Zigaretten in der Ulmer Straße in Illertissen arbeitet. Elektronische Glimmstängel gebe es eigentlich schon seit gut zehn Jahren, der "richtige Hype" kam aber mit der Einführung von Einwegprodukten vor etwa zwei Jahren. "Die Chinesen drücken stark auf den Markt", sagt Bayer. Auch mit vielen Produkten, die gemäß EU-Richtlinien "nicht konform" sind. Weil aber ein Werbeverbot herrscht, seien viele nicht aufgeklärt. 

    "Es ist keine normale Zigarette", sagt er. Vapes mit einem Tank von zwei Millilitern enthalten in etwa 40 Milligramm Nikotin. Das entspreche ungefähr zwei Schachteln Zigaretten. Bayer vergleicht das "Dampfen" daher mit dem Trinken sogenannter Alcopops. "Wenn ich einen Schluck nehme, dann passiert da nichts. Die Masse macht's." Wie die alkoholhaltigen Mischgetränke verfügen aber auch die Liquids oft über einen fruchtigen Geschmack. Der sei beliebt und rege zu mehr an. Daher werde das Verkaufsverbot an Unter-18-Jährige von ihm strikt verfolgt. Er appelliere an die Erwachsenen, das nicht zu unterstützen. Doch es sei wie beim Getränkemarkt. Auch da kaufe der Ältere für die Jüngeren den Alkohol. 

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