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Illertissens Partnerstadt Carnac lockt mit Dolmen, Menhiren und beeindruckender Lichtshow

Illertissen/Carnac

Darum ist Carnac in der Bretagne eine Reise wert

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    Wegen seiner Dolmen und Menhire wurde die Region Carnac ins 
Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
    Wegen seiner Dolmen und Menhire wurde die Region Carnac ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Foto: Regina Langhans

    Nach Carnac führt nicht der nächste Weg. Doch wer einmal in der Bretagne ist, sollte sich den Besuch der Gemeinde an der Atlantikküste nicht entgehen lassen. 1206 Kilometer oder über 20 Autostunden trennt Carnac von der Schwesterstadt Illertissen. Die Freundschaft existiert über ein halbes Jahrhundert. Nicht nur Ausflügler aus Paris genießen dort Sonne, Strand, Meer und Ambiente der Megalithkultur, sondern auch Interessierte aus dem Landkreis Neu-Ulm. Gerade bricht eine Delegation dorthin auf.

    Große Freude herrschte in beiden Partnerstädten, als am 12. Juli 2025 die Vereinten Nationen die Megalithe von Carnac und den Ufern des Departements Morbihan in das Unesco-Weltkulturerbe aufnahmen. Die französische Partnerschaftspräsidentin Marie-Claire Ézan gratulierte im Gegenzug ihren deutschen Freundinnen und Freunden, denn auch die Königsschlösser Ludwigs II. gehören neu zum Weltkulturerbe. Die Bürger in Carnac feierten die Würdigung ihrer Steinreihen, die die Landschaft seit 7000 Jahren prägen, im September drei Tage lang mit Gästen und einer beeindruckenden Lichtshow inmitten der Granitriesen. Partnerschaftspräsidentin Helga Sonntag konnte die eindrucksvolle Lichtshow anlässlich des Illertisser Jugendaustauschs im Herbst erleben.

    Magisch erleuchtete Steinreihen anlässlich der Ernennung zum 
Weltkulturerbe.
    Magisch erleuchtete Steinreihen anlässlich der Ernennung zum Weltkulturerbe. Foto: Sammlung Sonntag

    Lichtinstallationen lassen Megalith-Kultur in Carnac lebendig wirken

    Mit effektvollem Licht- und Schattenspiel großer Scheinwerfer sowie Musik sollte sich das Publikum in die gigantische Szenerie der Megalith-Kultur hineinversetzt fühlen und von der Magie der Menhire verzaubern lassen. Ausmaß und Anordnung der vom Meer gut erkennbaren Monumentalarchitektur geben bis heute Rätsel auf: Dienten sie Seeleuten als Orientierung, verfolgten sie astronomische oder kultische Zwecke? An der Atlantikküste zwischen der Halbinsel Quibéron und dem Golf von Morbihan häufen sich die Zeugnisse der Megalithzeit, wobei sie nirgendwo so konzentriert sind wie in Carnac. Auf einer Fläche von 40 Hektar verteilen sich über 3000 Menhire auf zehn bis zwölf Reihen mit Längen von über einem Kilometer. Neben dem englischen Stonehenge zählt Carnac zu den bekanntesten Standorten der Megalithkultur.

    Damit in Zusammenhang stehen könnte auch der vom Meer aus gut erkennbare Tumulus St. Michel nahe Carnac: 125 Meter lang, 60 Meter breit, zehn Meter hoch und etwa 4500 vor Christus als gigantisches Grabmal errichtet, ist er der größte künstliche Erdhügel seiner Art in Frankreich und möglicherweise innerhalb Europas. Durch frühere Forschungen sind die Hügelschüttungen des Tumulus mittlerweile instabil, sodass die Tunnel kaum zugänglich sind und eine öffentliche Besichtigung der Dolmen nicht mehr möglich ist. Auf der Spitze des Grabhügels befindet sich die weithin sichtbare namengebende Kapelle aus dem 17. Jahrhundert. Der Rundblick zeigt die Bucht des Golfs von Morbihan.

    Carnac lockt Besucher mit Stränden und prähistorischen Stätten

    Die Stadt Carnac liegt mit rund 4250 Einwohnern und einer Fläche von 32,71 Quadratkilometern im Département Morbihan. Es ist nach dem gleichnamigen Binnenmeer, dem Golf von Morbihan, benannt und gehört zu den meistbesuchten Flecken der Bretagne. Denn neben den Dolmen und Menhiren ist Carnac auch für seine fünf unterschiedlichen Strände bekannt.

    Zwei Ereignisse waren dafür verantwortlich, dass sich Illertissen und Carnac damals anfreundeten: Die Illertisser Unternehmerin Annie Kriener – bekannt durch ihre Fußbälle wie die „Illerbombe“ – weilte wegen ihres Reizhustens zur Kur in Quibéron an der bretonischen Küste. Sie erfuhr von der dortigen Städtepartnerschaft zu Kempten, aber auch, dass das benachbarte Carnac Kontakte in die Alpenregion suchte. Illertissen ist auch schön, dachte sich die frühere Dolmetscherin und stellte den Kontakt zwischen den Bürgermeistern Christian Bonnet in Carnac und Hermann Kolb in Illertissen her.

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