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Kreishandwerkerschaft Günzburg/Neu-Ulm will mit Coolness punkten

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Kreishandwerkerschaft Günzburg/Neu-Ulm will mit Coolness punkten

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    Das Handwerk wirbt um junge Menschen und argumentiert dabei mit sicheren Jobs und wohnortnahen Arbeitsplätzen.
    Das Handwerk wirbt um junge Menschen und argumentiert dabei mit sicheren Jobs und wohnortnahen Arbeitsplätzen. Foto: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

    Personell fast unverändert, aber mit frischem Selbstbewusstsein – so geht die Kreishandwerkerschaft Günzburg/Neu-Ulm in die neue Wahlperiode. Sie verweist darauf, dass sich viele Betriebe zwar nach wie vor schwer tun, geeignetes Fachpersonal zu finden. Doch sinke der Druck durch die Industrie mit ihren oft höheren Löhnen. Während diese gerade massiv Personal abbaut, könne das Handwerk noch eher Sicherheit und wohnortnahe Arbeitsplätze bieten. „Denn das Handwerk muss nicht mit China konkurrieren“, benannte Günzburgs stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab in ihrem Grußwort bei der Mitgliederversammlung einen der Gründe.

    Als cool präsentiert sich das Handwerk nach außen, jedenfalls in den Imagefilmen, die während des turnusmäßigen Treffens im verbandseigenen Wirtschafts- und Bildungszentrum in Weißenhorn gezeigt wurden. Ziemlich kämpferisch gab sich Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, die Zeit des Wegduckens sei vorbei: „Wir müssen in die politischen Gremien rein und uns laut bemerkbar machen“, forderte er die Mitglieder auf. Der neue Ton sei bereits gesetzt. Die Politiker auf höherer Ebene seien oft „fern der Probleme“. Natürlich blieb die Forderung nach Bürokratieabbau nicht aus, „am besten baut man in den Landratsämtern gleich ganze Abteilugen ab“.

    Kecker Vorstoß: Sollen die Landkreis Neu-Ulm und Günzburg fusionieren?

    Doch damit fing er sich einen Einwand von Weißenhorns designierter Bürgermeisterin Kerstin Lutz ein: Weniger Regelungen gingen nur dann, wenn die Bürger auch bereit wären zu Abstrichen - in dem Sinne einer „Abkehr vom perfekt geregelten Einzelfall“. Anders formuliert: Die Klagefreudigkeit ist ein Antreiber für einen immer höheren Verwaltungsaufwand.

    Kreishandwerksmeister Michael Stoll (Dritter von links) im Kreis seiner Stellvertreter und des ebenfalls neu gewählten Vorstands, der größtenteils der bisherige ist. Neu dabei ist unter anderem Barbara Ciannarelli.
    Kreishandwerksmeister Michael Stoll (Dritter von links) im Kreis seiner Stellvertreter und des ebenfalls neu gewählten Vorstands, der größtenteils der bisherige ist. Neu dabei ist unter anderem Barbara Ciannarelli. Foto: Thomas Vogel

    Auch Kreishandwerksmeister Michael Stoll wagte einen kecken Vorstoß. Wie es denn wäre, eine Fusion der Landkreise Günzburg und Neu-Ulm zu erachten, flocht er als Frage in seinen Rechenschaftsbericht ein. Seine erneute „und definitiv meine letzte“ Kandidatur habe er sich vor dem Hintergrund einer gesundheitlichen Krise lange überlegt, er verknüpfte sie schließlich mit drei Forderungen. Die Ausbildung sei „vor Ort zu halten“, andernfalls „werden wir den Untergang erleben“. Zweitens müsse die Kreishandwerkerschaft nach außen „mit einer Stimme sprechen“, Kontroversen müssten intern ausgetragen werden. Und drittens müsse es gelingen, im Laufe der kommenden fünf Jahre die Gremien zu verjüngen. Jüngere integrieren, die Älteren zum Loslassen bewegen - so lautete sein Appell.

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    Diesmal blieb der Umbruch allerdings noch aus. Stoll wie seine Stellvertreter Andreas Mayerhofer und Jürgen Weinstein wurden in ihren Ämtern jeweils einstimmig bestätigt, doch sie erhalten auf ausdrücklichen Wunsch Stolls mit Barbara Ciannarelli eine neue Kollegin. Markus Eberle, Martin Mayer, Günther Weindl, Lothar Wöhr und Christoph Bader bilden den aus fünf Personen bestehenden Vorstand. Letzterer kam für Josef Bader, der nicht wieder kandidiert hatte.

    Handwerkskammer für Schwaben bietet „Nachhaltigkeitschecks“ an

    Den Kreis der „Unternehmerfrauen im Handwerk“ kurz vor der Auflösung reaktiviert zu haben („mit Hilfe meiner Frau“), unterstrich Stoll in seinem Rechenschaftsbericht besonders dick. Die Aktivitäten seiner Vereinigung, der Dachorganisation des Handwerks, nach außen sichtbarer zu machen, sei ihm besonderes Anliegen. Susanna Sadremoghaddam, Mitarbeiterin der Kammer in Augsburg, warb für das Angebot eines „Nachhaltigkeitschecks“ durch eben diese. Zwar erklärte sie das Handwerk per se zum Repräsentanten nachhaltigen Wirtschaftens, „das ist unser Geschäftsmodell“. Die Möglichkeiten weiterer Optimierungen schloss sie aber zumindest nicht aus.

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