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Landkreis Neu-Ulm: Es bot Trost und Zuspruch: Hochwasser-Bürgertelefon wieder eingestellt

Landkreis Neu-Ulm

Es bot Trost und Zuspruch: Hochwasser-Bürgertelefon wieder eingestellt

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    Vom Hochwasser Betroffene konnten sich bislang beim Landratsamt Neu-Ulm am Bürgertelefon melden. Der Dienst wurde eingestellt.
    Vom Hochwasser Betroffene konnten sich bislang beim Landratsamt Neu-Ulm am Bürgertelefon melden. Der Dienst wurde eingestellt. Foto: Alexander Kaya

    Bei Katastrophen sind nicht nur zupackende Hände gefragt, manchmal ist auch einfach wichtig, Betroffenen oder Verunsicherten ein Ohr zu leihen. Diese Erfahrung machte in den vergangenen eineinhalb Wochen Jürgen Bigelmayr von der Pressestelle des Landratsamtes Neu-Ulm. Er saß am Bürgertelefon, das Landrätin Eva Treu kurz nach der verheerenden Flut einrichten ließ, damit die Menschen schnell Rat und Hilfe bekommen können. Doch nun wurde dieser Service am Freitagabend eingestellt.

    Am Bürgertelefon wollten viele reden

    Jürgen Bigelmayr ist seit vielen Jahren gewohnt, Fragen zu beantworten. Meistens sind es die von Journalistinnen und Journalisten, die in der Pressestelle anrufen. Als das Hochwasser-Bürgertelefon eingerichtet wurde, stellte er sich zur Verfügung, wie er es selber nennt. Die Gespräche dauerten manchmal lange, denn oftmals ging es wohl nicht in erster Linie darum, wo Geld zu bekommen ist, sondern darum, sich einmal aussprechen zu können. Nach den Erfahrungen Bigelmayrs waren viele der Anrufenden sehr mitgenommen von den Ereignissen und wollten ihre Trauer oder ihren Schrecken loswerden und einfach mal mit jemandem reden, der ihnen zuhört. "Ich war manchmal schon so etwas wie ein Seelentröster", sagt er, "und die Leute waren dankbar, dass jemand für sie da war und auf sie eingegangen ist." Er sei zwar kein Psychologe, aber er glaubt, es sei schon hilfreich gewesen, dass Betroffene am Bürgertelefon einen Ansprechpartner fanden. „Zuhören ist manchmal wichtiger als reden."

    Rat und Hilfe gibt es immer noch im Landratsamt Neu-Ulm

    Dass die Kreisbehörde diesen speziellen Dienst einstellt, hat einen einfachen Grund: Die Nachfrage ist mittlerweile zu gering. Dennoch können sich die Bürgerinnen und Bürger weiterhin ans Landratsamt wenden, wenn sie Fragen zum Hochwasser und zu Soforthilfen haben. Die neue Telefonnummer dafür lautet 0731/704024100. Die Kreisverwaltung in der Neu-Ulmer Kantstraße 8 nimmt auch weiterhin zu den regulären Öffnungszeiten Anträge auf Hochwasser-Soforthilfen entgegen. Zuständig ist der Fachbereich 24 im zweiten Stock, Zimmer 205.

    Ursprünglich konnten die Anträge auch in der Landratsamtszweigstelle Illertissen gestellt werden, doch das wurde nach Darstellung von Pressesprecherin Kerstin Weidner kaum angenommen. Fast alle Soforthilfeanträge seien online eingegangen. Insgesamt waren es bisher 150. Diese Möglichkeit besteht weiterhin: Auf der Web-Seite des Landratsamtes kann unter www.landkreis-nu.de/Hochwasser weiterhin die finanzielle Unterstützung des Freistaates beantragt werden. Dort finden sich auch zahlreiche weitere Informationen rund um die Flut und ihre Folgen. 

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