In der letzten Sitzung des Pfaffenhofer Marktgemeinderats in dieser Amtsperiode ist noch einmal intensiv diskutiert worden, zumeist ums Geld. Vor allem der jährliche Zuschuss, den der Markt an die Musikschule Weißenhorn-Pfaffenhofen zahlt, erregte die Gemüter. Das musikalische Angebot wächst kontinuierlich, ebenso die Zahl der Schülerinnen und Schüler sowie der Jahreswochenstunden. Das hat seinen Preis. In der Weißenhorner Kommunalpolitik ist das bislang kein großes Thema. Doch einige Markträte in der Nachbarkommune befürchten, dass die Kosten ins Uferlose steigen.
Um ausführliche Informationen über die Musikschule zu erhalten und Nachfragen stellen zu können, hatte die Verwaltung eigens Thomas Dirr zur jüngsten Marktratssitzung eingeladen. Aus dem Bericht des Musikschulleiters geht hervor, dass sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler seit dem Jahr 2022 von 942 auf 1104 im Jahr 2025 erhöht hat. Fast 50 Prozent des Anstiegs entfallen demnach auf Pfaffenhofen. Dass die Musikschulgebühren im Herbst 2025 um zehn Prozent erhöht wurden, hat sich Dirr zufolge erfreulicherweise nicht negativ ausgewirkt. Künftig sollen auch die steigenden Personalkosten über Gebühren aufgefangen werden.
Die Stadt Weißenhorn zahlt am meisten für die Musikschule
Die Unterrichtsgebühren machen dem Bericht zufolge ein Drittel des Gesamthaushaltes der Musikschule aus. Die öffentliche Hand beteiligt sich in hohem Maße an der Einrichtung. Den größten Anteil zahlt die Stadt Weißenhorn, weil auch die meisten Schülerinnen und Schüler von dort kommen. Neben Pfaffenhofen beteiligt sich seit 2024 auch die Gemeinde Roggenburg an den Kosten, zudem gibt es Zuschüsse vom Landkreis Neu-Ulm und vom Freistaat Bayern.
Unterm Strich beläuft sich das Defizit im Haushaltsjahr 2026 auf rund 400.000 Euro. Gemäß Vereinbarung muss Pfaffenhofen einen Anteil in Höhe von knapp 95.500 Euro übernehmen. Max Spleiß (FWG) wollte das im Marktrat nicht einfach hinnehmen. „Jedes Jahr sind es 20.000, 30.000 Euro mehr“, sagte er. Die Kommune zahle für jedes Kind rund 400 Euro. Die Vereine fördere man mit anderen Summen. „Jedes Jahr heißt es, es muss anders finanziert werden oder eine Deckelung kommen. Aber es ist nichts passiert“, führte er weiter aus. Er könne nun nicht mehr zustimmen.
Auf Nachfrage von Spleiß sagte Dirr, dass insgesamt 177 Erwachsene über 25 Unterricht an der Musikschule bekommen und dafür auch mehr zahlten. Gutverdiener müsse man nicht sponsern, bekräftigte der Musikschulleiter und fügte hinzu, dass es eine Musikschule im Landkreis gebe, die „richtig happige Gebühren“ von Erwachsenen verlange. Er selbst könne aber an den Gebühren nichts ändern, betonte Dirr, er könne dem Vorstand der Musikschule nur Vorschläge machen. Spleiß betonte, er sei nicht gegen die Musikschule an sich. Aber er forderte eine andere Lösung, „sonst steigt das in den nächsten Jahren ins Uferlose“.
Johann Kast (SPD) sagte: „Wir brauchen mehr Einnahmen.“ Er sieht dabei den Freistaat Bayern in der Pflicht. Wenn der schon beim Musikunterricht an den Schulen kürze, forderte Kast, dann müsse bei den Musikschule was kommen: „Wenn der Staat einen Bildungsauftrag an die Musikschulen abgibt, dann muss er meiner Meinung nach mehr fürs Personal dazugeben.“ Fabian Rupp (CSU) plädierte dafür, aus Kostengründen künftig nicht mehr jede frei werdende Stelle in der Musikschule nachzubesetzen. Und Claudia Walk (FWG) pflichtete ihrem Fraktionskollegen Spleiß bei: Die Zuschüsse seien sehr hoch im Vergleich zu den Zahlungen an die Vereine. „Es sind privilegierte Kinder, die wir unterstützen“, sagte Walk.
Der Jugendförderbeitrag in Pfaffenhofen steigt von 12 auf 25 Euro pro Jugendlichem
Markus Werwein (CSU) sprach sich für eine Deckelung des Zuschusses auf 100.000 Euro aus. Er ist überzeugt: Ein entsprechender Beschluss werde dazu führen, dass sich etwas tue. Konrad Müller, der Geschäftsstellenleiter der VG Pfaffenhofen, warnte jedoch: Ein solcher Deckel könnte dazu führen, dass die Musikschule Angebote in Pfaffenhofen zurückfahre. „Das muss uns halt klar sein“, sagte er. Das könnte dann auch die Ganztagsschule treffen, sagte Susanne Schmid von den Grünen.
Karl Christoph Oetinger (FWG) stellte schließlich den Antrag, Pfaffenhofens Zuschuss auf 100.000 Euro zu begrenzen. Mit 12:7 Stimmen wurde dieser angenommen. Den diesjährigen Haushalt der Musikschule mit einem ungedeckten Bedarf in Höhe von rund 400.000 Euro und den Anteil des Marktes in Höhe von 95.500 Euro genehmigte das Gremium einstimmig.
Großzügiger zeigte sich der Marktrat bei den neuen Richtlinien für die Förderung der örtlichen Vereine. Mehrheitliche Zustimmung gab es hierbei für einen Antrag von Sozialdemokrat Johann Kast. Demnach wird der Jugendförderbeitrag von bisher zwölf auf 25 Euro Kopf erhöht. Bürgermeister Sebastian Sparwasser schätzt, dass dadurch Mehrkosten in Höhe von 5000 Euro jährlich entstehen.
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