Seit Anfang 2026 haben Altenstadt, Buch, Holzheim, Illertissen, Kellmünz, Oberroth, Osterberg, Pfaffenhofen, Roggenburg, Unterroth und Weißenhorn ihre abfallwirtschaftlichen Aufgaben an den Kreis Neu-Ulm übertragen. Die geplante Gebührenkalkulation nach Köpfen pro Grundstück und Anzahl der Leerungen hatte im vergangenen Jahr für viel Aufregung gesorgt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises hat im Werkausschuss am Donnerstag ein Fazit für die ersten vier Monate gezogen. Effekte sind sichtbar. In zwei Bereichen gibt es Hoffnung auf mehr Bürgerservice.
- In Summe habe der AWB zurzeit eine Restmüllmenge von 29 Kilogramm pro Einwohner erfasst. Dies würde auf das Jahr hochgerechnet eine Restmüllmenge von unter 100 Kilo pro Kopf bedeuten. „Damit ist unser Ergebnis aus den elf Kommunen mit Rückübertragung deutlich besser als die Restmüllmenge aus den restlichen sechs Landkreiskommunen ausgefallen“, urteilt der AWB. 2025 hatte jeder Einwohner durchschnittlich 140 Kilo Restmüll produziert, sagt AWB-Sprecher Matthias Nowak. Weil der AWB seit Januar die Müllabfuhr auch nach Anzahl der Leerungen berechnet, hatte es vielfach die Befürchtung gegeben, dass die Menschen ihren Restmüll unerlaubt in der Natur ablegen. Das hat sich nicht bestätigt, sagt Novak im Gespräch mit der Redaktion. „Es gibt keine Zunahme.“
- Bei den Biomüllmengen liege man noch hinter den erwarteten Mengen zurück. In Anbetracht der Neueinführung der getrennten Biomüllerfassung in zehn Kommunen und der Anlaufschwierigkeiten, weil im Januar und Februar teilweise die Behälter fehlten, sowie der zu er wartenden Steigerungen im Jahresverlauf könne dennoch „einen guten Start der getrennten Biomüllsammlung“ feststellen.
- Tonnen-Umtausch: Um den Bürgerinnen und Bürgern den Einstieg in die neue Leerungssystematik zu erleichtern, habe der AWB bisher auf eine Umtauschgebühr für nachträgliche Änderungen der bestellten Abfallbehälter verzichtet, teilt das kreiseigene Unternehmen mit. Ab dem 1. Juli werde diese Gebühr aber regulär erhoben. Das bedeutet: Stellt ein Haushalt fest, dass die bestellte Tonnengröße nicht dem Bedarf entspricht und ein Wechsel auf eine kleinere oder größere Restabfall- oder Biotonne erforderlich ist, fällt für den Behältertausch eine Umtauschgebühr von knapp 44 Euro an.
- Beim Sperrmüll bemüht sich der AWB um eine Optimierung des Angebots in Absprache mit dem Entsorgungsunternehmen Knittel. Das aktuelle Angebot ist für 20 Kubikmeter verschiedener sortierter Sperrmüllsorten kalkuliert und entsprechend teuer. Ein neues Modell soll versuchsweise angeboten werden, um feststellen zu können, ob es Akzeptanz findet. Start könnte nach den Sommerferien sein.
- Die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe und Grüngutsammelstellen würden fortlaufend betrachtet und diskutiert. Noch warte man die Entwicklung über die nächsten Monate ab, um dann Änderungsvorschläge einzubringen. Für den Verkauf von aufbereitetem Kompost auf den Grüngutsammelstellen gebe es ein Angebot eines Verwerters. Beispielsweise in Illertissen war vor der Rückübertragung das Angebot gerne angenommen worden, Rindenmulch und gute Komposterde auf dem Wertstoffhof zu kaufen. Da der AWB hier künftig als Dienstleister auftritt, müsse er beim Verkauf die Umsatzsteuer berücksichtigen. Um den Aufwand vor Ort zu reduzieren, werde nur Sackware angeboten, so der Plan. Das Angebot soll versuchsweise an zwei Grüngutsammelstellen angeboten werden, um das Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu ermitteln. Welche Standorte das sein werden und wann das Angebot startet, kann der Sprecher noch nicht bekannt geben. Immerhin: Es soll in den nächsten Wochen so weit sein.
- Wer hat noch keine neue Tonne? Vier Monate nach Start fehlen dem AWB noch von 900 Objekten die Rückmeldung, welchen Bedarf an Abfallbehältern sie haben. Es handele sich um private und gewerbliche Objekte zu gleichen Teilen, erklärt der AWB. Der Versand der Gebührenbescheide für 2026 soll in diesen Tagen starten. „Nichtmelder“ werden in dem Zusammenhang angeschrieben. Wer nicht antwortet, kann mit einem Bußgeld belegt werden, warnt der AWB. Im Bürgerportal und in der AWB-Zeitung sei der Aufbau des Bescheids grundlegend erläutert, für Fragen steht der AWB-Kundenservice zur Verfügung: E-Mail kundenservice@awb-neu-ulm.de, Telefon 07309/878 1700.
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