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Projekttag in Witzighausen: Integration üben und für die Natur was Gutes tun

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Integration üben und für die Natur etwas Gutes tun

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    Dieser Steinhaufen soll von den jungen Helferinnen und Helfern im Rahmen ihres Projekttags in mehrere Eidechsen-Wohnungen umgewandelt werden.
    Dieser Steinhaufen soll von den jungen Helferinnen und Helfern im Rahmen ihres Projekttags in mehrere Eidechsen-Wohnungen umgewandelt werden. Foto: Thomas Vogel

    Auch ein Biotop braucht gelegentliche Pflege. Sonst wächst es womöglich zu, seine Wasserstellen verlanden, seine prägenden Strukturen verschwinden. Geht die Vielfalt des Lebensraums verloren, verschwindet auch die Vielfalt der Arten, die sich dort heimisch fühlen. „Wollt ihr was tun für Eidechsen, Molche oder Kröten?“, fragt Bund-Naturschutz-Kreisgeschäftsführer Bernd Kurus-Nägele in die Runde, die sich nicht lange ziert. Sie besteht aus Absolventen der Sendener Lindenhofschule, die sich derzeit in beruflichen Praktika befinden.

    Heute ist ihr wöchentlicher Projekttag, an dem sie mit ihren Betreuerinnen vom Integrationsfachdienst Schwaben (IFD) zusammenkommen: zum Training fürs spätere Berufsleben, um Probleme zu besprechen und um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. An der Förderschule hat man für sie reale Chancen gesehen, dass sie sich auf dem so genannten „ersten Arbeitsmarkt“ durchsetzen können.

    Noch immer gibt es zu wenig Arbeitsplätze für die Abgänger von Förderschulen

    Kurus-Nägele hat den Trupp bereits erwartet und für ihn Arbeiten vorbereitet. Schauplatz ist die Lehmgrube des früheren Ziegelwerks Witzighausen, die der Naturschutzverband schon seit vielen Jahren gepachtet hat. Ein Stück Wildnis inmitten der Kultursteppe ringsum, das kein Selbstläufer ist. Würde nicht in einer alljährlichen Großaktion das Buschwerk gestutzt, wäre auch die verbliebene Freifläche des 1,4 Hektar großen Areals längst zugewuchert. Die sumpfigen Stellen aber sind bereits am Austrocknen, die Steilwand für die Seeschwalben musste aufgegeben werden. Als Unterschlupf für Wildtiere und als „Trittstein“ zu weiteren Biotopen ist die aufgelassene Grube dennoch von Bedeutung. „Gibt ja sonst nicht mehr viel in der ausgeräumten Landschaft, kaum noch Hecken, kaum noch Säume“, verweist der Kreisvorsitzende vom Bund Naturschutz, Wolfgang Döring, auf die ökologischen Defizite, die nicht kleiner würden.

    Für einen Teil der Gruppe lautet der Auftrag, eine Mulde auszuheben, um damit Kröten, Molchen und Co. wieder bessere Lebensbedingungen zu bieten. Der andere bekommt eine Aufgabe zugewiesen, die ebenfalls vollen Körpereinsatz erfordert: Kalksteinbrocken so zu gruppieren, dass Eidechsen darin einen Unterschlupf finden.

    Am Rande ordnet Lisa Rissing vom IFD den Stellenwert solcher Projekte ein. Die Jugendlichen könnten darin ihre Fähigkeiten ausloten und womöglich an Selbstbewusstsein zulegen. Und sie lernten, wie in diesem Fall, gleich noch Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitgestaltung kennen: Engagement statt Handy-Konsum. Immer noch gebe es zu wenig Arbeitsplätze für die Abgänger von Förderschulen. Auf der Haben-Seite stehen die Erfolgserlebnisse, wenn wieder einmal eine Integration in den regulären Arbeitsmarkt geglückt sei. Und zum Glück gebe es eine Reihe von Arbeitgebern, welche ihre Tore dafür öffneten und dann spürten: „Für das soziale Miteinander einer Belegschaft können Menschen mit Einschränkungen eine tolle Bereicherung sein.“

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