Eigentlich sollten die Deutschen Hallenmeisterschaften Ende Januar in Halle an der Saale einer der Höhepunkte im Wettkampf-Kalender der Ulmer Zehnkämpfer werden. Doch diese Veranstaltungen wurden wegen Corona abgesagt. Die Suche nach Alternativen stellte sich als äußert schwierig heraus, war schließlich aber doch erfolgreich: Der WM-Zehnte Tim Nowak wird am Wochenende in der estländischen Hauptstadt Tallinn, nach rund einem Jahr Pause, einen Hallen-Siebenkampf bestreiten. „Ich bin happy, dass das klappt und dass wir in der Lage sind, in diesen Zeiten Wettkämpfe zu machen“, sagt Tim Nowak: „Das Meeting in Tallinn ist immer toll organisiert und ich habe dort in den vergangenen Jahren schon oft gute Leistungen gezeigt.“
Ein umfangreiches Hygiene-Konzept mit minimalen Kontakten über mehrere Tage, mehreren Corona-Tests vor der Abreise sowie umfangreichen Maßnahmen einschließlich kurzer Quarantäne vor Ort in Tallinn machen diese Reise im Rahmen der behördlichen Vorgaben möglich. „Tim soll sich der internationalen Konkurrenz stellen, um sich nach einem Jahr ohne hochkarätige Wettkämpfe wieder gegen starke Gegner zu behaupten. In der Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation ist das ein wichtiger Baustein“, sagt Heim- und Bundestrainer Christopher Hallmann, der den Athleten begleiten wird.
Zu den Gegnern zählt in Tallinn der Zehnkampf-Vize-Weltmeister aus Estland, Maicel Uibo, der 2018 mit 6265 Punkten auch WM-Dritter im Siebenkampf geworden war. Die Bestleistung von Tim Nowak steht bei 5906 Zählern. Was er sich in Tallinn erwartet? „Ich bin sehr fit und sehr zufrieden mit meinen Trainingsleistungen und hoffe, dass ich das alles auf die Bahn bringen kann. Aber im Siebenkampf muss alles passen, da darf man sich keine Fehler erlauben“, sagt er. Und: „Ich bin sehr motiviert und habe richtig Bock.“ Mit einem starken Resultat könnte sich für Tim Nowak möglicherweise auch die Chance auf einen weiteren internationalen Start, nämlich den bei der Hallen-Europameisterschaft im polnischen Torun vom 4. bis zum 7. März eröffnen. Das ist für ihn kein Muss, aber ein Bonus, den der Ulmer natürlich gerne mitnehmen würde. Seine Trainingspartner um Europameister Arthur Abele, Mathias Brugger oder Manuel Eitel dagegen haben den Blick schon in Richtung der Sommersaison gerichtet. Dann geht es in den Qualifikations-Wettkämpfen ab Mai auch für die Ulmer um die drei deutschen Zehnkampf-Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio. (sibe)