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Spatzen: Unverhofft kommt (nicht) oft

Spatzen

Unverhofft kommt (nicht) oft

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    Der Präsident und Trainer der Spatzen, Paul Sauter, brauchte in Reutlingen ein Megafon, um nachher mit den SSV-Fans zu jubeln.
    Der Präsident und Trainer der Spatzen, Paul Sauter, brauchte in Reutlingen ein Megafon, um nachher mit den SSV-Fans zu jubeln. Foto: Marc Sayle

    Ulm Sicher, als die Fußballer des SSV Ulm 1846 im Jahr 1999 in die Erste Bundesliga aufstiegen, war das ein viel größeres Ereignis als jetzt, da die Spatzen nach einem Jahr Abwesenheit in die Regionalliga zurückkehren. Damals wurden die Massen bewegt, heute freuen sich die Verantwortlichen des SSV Ulm 1846 Fußball, wenn 2000 Besucher ins Donaustadion kommen. Aber viele Leute in der Region bewundern Präsident und Trainer Paul Sauter, seine Gefolgsleute und die Mannschaft.

    Der Aufstieg der Spatzen 1999 ins Oberhaus war sensationell, aber das Aufrücken in die Regionalliga ist auch völlig unvorhergesehen. Worauf auch Paul Sauter immer wieder verweist: Vor knapp eineinhalb Jahren musste der Verein Insolvenz anmelden. Es folgten Regionalligaspiele ohne Wertung und Zwangsabstieg in die Oberliga. Paul Sauter stand mit einem Häuflein Spieler da, musste aber eine Mannschaft für die Oberliga und eine für die Bezirksliga bilden. All das ist ihm gelungen. Die Spieler des neu formierten Teams mussten zueinanderfinden. Nach der Hälfte der Saison lag Ulm sieben Punkte hinter dem VfR Mannheim. Jetzt liegen die Spatzen nach ihrem 4:1-Erfolg am Sonntag beim SSV Reutlingen sechs Zähler vor den Nordbadenern. Uneinholbar, da nur noch ein Spieltag aussteht.

    Nach dem Spiel in Reutlingen veranstalteten Spieler und Fans dort eine spontane Party, abends wurde in Ulm weitergefeiert. Paul Sauter hielt sich vornehm zurück: „Ich genieße das lieber im Stillen.“ Richtig genossen haben es vor allem die Spieler. „In der Mannschaft war bisher nur Ruben Rodriguez einmal Meister, und zwar auf Lanzarote in der dritten spanischen Liga“, weiß der SSV-Trainer. „Selbst für Holger Betz ist dies die erste Meisterschaft, und der ist jetzt 34.“ Sauter vergisst nicht, seine Anerkennung auch all denen auszusprechen, die geholfen haben, egal ob sie aus dem Umfeld oder der medizinischen Abteilung stammen, oder Sponsoren sind.

    Einer, der zu Beginn auch sehr geholfen hat, ist Insolvenzverwalter Martin Hörmann: „Das ist sensationell, was der Verein geschafft hat. Paul Sauter ist der Hauptverantwortliche dafür. Ohne ihn wäre es nicht gegangen. Jetzt muss natürlich solide weitergearbeitet werden.“

    Großvereins-Präsident Götz zollt den Kickern viel Respekt

    Der Präsident von Großverein SSV Ulm 1846, Willy Götz, hat gleich eine Glückwunschmail an Paul Sauter geschickt. „Die Fußballer haben fast Unglaubliches geschafft“, zollt er den Kickern jede Menge Respekt. „Ich bin inzwischen regelmäßiger Besucher im Stadion. Ich bin sicher, dass die Mannschaft nach dem Aufstieg nicht abheben wird.“ Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner gesteht: „Ich habe es mir gewünscht, dass die Spatzen aufsteigen. Ich werde am Samstag ins Stadion gehen und gratulieren. Das ist eine sehr gute Mannschaft, bei der wohl auch der Teamgeist stimmt.“ Der Vorsitzende des Fußballbezirks Donau/Iller, Manfred Merkle, ist über den Aufstieg der Spatzen hocherfreut: „Ich hatte nie damit gerechnet, dass sie gleich nach der Insolvenz diese Rolle spielen. Für den Bezirk ist es immer gut, wenn eine Mannschaft höherklassig spielt. Paul Sauter hat das mit viel Engagement und Hartnäckigkeit hinbekommen.“

    Sauters Engagement geht weiter: Bei allem Genießen wird diese Woche weiter gut trainiert.

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