Diese Geschichte wäre wohl selbst für Fußball-Romantiker ein bisschen zu kitschig gewesen. In der Halbzeitpause des Bezirksliga-Derbys zwischen dem TSV Babenhausen und dem SV Egg war Manuel Hust nach über 500 Pflichtspielen und mehr als 200 Toren für seinen TSV in die Sport-Rente verabschiedet worden. In der Schlussphase hatte der 38-jährige Routinier gleich zwei Mal den Siegtreffer auf dem Fuß, jagte aber beide Male den Ball aus wenigen Metern übers Tor. „Solche Dinger müssen wir machen“, sagte Spielertrainer Simon Fischäß. Er wirkte geknickt, denn sein Team stand nach dem 2:3 mit leeren Händen da – weil beim Gegner die „alten Hasen“ ablieferten.
Dabei spielte den Hausherren zunächst alles in die Karten. Egg war früh in Unterzahl. Manuel Schropp zog gegen Fatih Ademi die Notbremse und sah die Rote Karte (19.). Doch statt die numerische Überlegenheit auf dem Rasen auszuspielen, wirkte Babenhausen gehemmt. Der SVE ließ Ball und Gegner laufen und ging durch Thorsten Schuhwerk in Führung (35.), drei Minuten später hätte Bruno da Rocha Coval mit einem Freistoß nachlegen können, doch das Leder krachte ans Lattenkreuz.
Bilder zum Derby: SV Egg gewinnt dank Traumtor beim TSV Babenhausen
Nach dem Seitenwechsel hatten die Hausherren eine starke Phase, waren vor dem gegnerischen Tor aber nicht entschlossen genug. Anders die Egger: Sie erhöhten auf 2:0, erneut Schuhwerk schloss einen Konter aus dem Lehrbuch ab (58.). Wer jetzt dachte, die Partie wäre gelaufen, irrte sich.
800 Zuschauerinnen und Zuschauer im Fuggermarktstadion
Fischäß lobte später die großartige Moral seiner Mannschaft. Marco Jansen (75.) und Maxim Pölcher mit einem Geniestreich per Kopf (90.+2) brachten die Hoffnung vor der tollen Kulisse von 800 Zuschauerinnen und Zuschauern zurück. Die Gastgeber drängten aufs Siegtor, das ihnen den Klassenerhalt beschert hätte. Doch das fiel auf der anderen Seite: Manuel Schedel hielt drauf und überrasche den aufgerückten TSV-Keeper Simon Dilba aus der Distanz.
Der TSV Babenhausen muss weiter um den Klassenerhalt zittern
Der Jubel war riesig. Der zweifache Torschütze Schuhwerk sagte: „Diesen Sieg haben wir uns verdient. Wir haben den Rückschlag des Platzverweises weggesteckt, hätten unsere Konterchancen am Ende aber auch noch cleverer ausspielen müssen.“
So muss Babenhausen weiter zittern, um nicht doch noch auf einen Relegationsplatz abzurutschen.
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