Der FV Illertissen hat eine bemerkenswerte Saison gespielt. Der vierte Platz in der Regionalliga Bayern ist kein Zufallsprodukt, keine glückliche Momentaufnahme. Er ist das Ergebnis kontinuierlicher und guter Arbeit. Während Traditionsklubs wie die Würzburger Kickers oder die SpVgg Unterhaching mit professionellen Strukturen, größeren Stadien und deutlich höheren Etats arbeiten, hat sich Illertissen über die Jahre einen anderen Weg gesucht. Einen erstaunlich erfolgreichen.
Der FVI hat sich zu einem Sprungbrett für junge, ambitionierte Fußballer entwickelt. Spieler kommen nach Illertissen, weil sie wissen: Hier bekommen sie Einsatzzeiten, Verantwortung und die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Genau dieses Konzept hat den Klub in den vergangenen Jahren konkurrenzfähig gemacht. Immer wieder sind die Kicker auf dem Rasen über sich hinausgewachsen. Unvergessen bleibt zum Beispiel die Sternstunde im DFB-Pokal, als im August des vergangenen Jahres Zweitligist Nürnberg besiegt wurde.
Trainer Holger Bachthaler hat großen Anteil am Erfolg
Einen großen Anteil an all diesen Erfolgen hat unbestritten Trainer Holger Bachthaler. Doch der verlässt den FV Illertissen nun in Richtung Stuttgarter Kickers. Gleichzeitig verabschieden sich etliche Spieler, darunter Leistungsträger und Identifikationsfiguren. Besonders symbolträchtig ist dabei der Weggang von Kapitän Max Zeller. Das Eigengewächs zieht es ausgerechnet zum Rivalen FC Memmingen. Solche Wechsel tun sportlich weh und treffen emotional. Wieder einmal gibt es einen personellen Umbruch zu meistern. Gleichzeitig wird der Etat deutlich reduziert. Das ist ein Einschnitt, der Folgen haben wird und den FVI vor große Herausforderungen stellt. Denn nicht nur der Konkurrenzkampf in der Regionalliga Bayern wird mit Blick auf die bevorstehende Regionalliga-Reform härter, auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden komplizierter, die Vorgaben des Verbands immer umfangreicher.
Für den FV Illertissen steht viel auf dem Spiel
Der Zeitpunkt der Etatkürzung wirft daher Fragen auf. Denn wer sportlich über Jahre am Limit arbeitet und sich kontinuierlich nach oben entwickelt, müsste eigentlich alles daransetzen, diese Dynamik zu erhalten. Stattdessen droht nun ein schleichender Rückschritt. Klar ist: Für Illertissen steht viel auf dem Spiel. Es braucht Zusammenhalt. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch hinter den Kulissen. Es braucht Geduld und den festen Willen, den eingeschlagenen Weg nicht leichtfertig zu verlassen.
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