Schon kurz nach dem Abpfiff wurden die ersten Krüge gereicht, Trainer Mario Bergmiller bekam die obligatorische Bierdusche ab, auch die La-Ola-Welle mit den fast 200 Zuschauerinnen und Zuschauern durfte nicht fehlen. Es war der Startschuss für eine ausgiebige Aufstiegsparty. Diesen besonderen Tag hatten sich die Fußballerinnen des SV Egg über die gesamte Saison hart erarbeitet. Schon zwei Spieltage vor Ende der Kreisliga-Runde stehen sie als Meisterinnen fest. Acht Punkte Vorsprung haben die Unterallgäuerinnen in der Tabelle auf die zweite Mannschaft des FC Loppenhausen und sind damit nicht mehr einzuholen. Dabei hatten sie zu Beginn der Spielzeit 2025/2026 noch keine ganz so ambitionierten Ziele.
Die Mannschaft wurde mal wieder umgruppiert, kam aus einer Liga mit vielen Mannschaften aus dem Augsburger Raum in die Allgäuer Spielklasse und wusste daher noch nicht richtig, wo sie in diesem Feld leistungsmäßig stehen würde. „Aber wir haben dann schon recht bald gemerkt, dass da was möglich ist“, sagt Mario Bergmiller, seit drei Jahren Trainer des Teams. Spätestens mit dem Gewinn der inoffiziellen Herbstmeisterschaft Ende 2025 war der Ehrgeiz geweckt.
Verletzungsbedingte Ausfälle wurden gut kompensiert
Die Euphorie spürte Bergmiller auch in den Übungseinheiten. „Die Trainingsbeteiligung war richtig gut, alle haben voll mitgezogen“, sagt er. Zwar war der SV Egg immer wieder verletzungsgebeutelt, auf dem Rasen wurden die Ausfälle aber stets gut weggesteckt. Bergmiller konnte aus einem Kader von 20 Fußballerinnen schöpfen, das verschaffte ihm immer wieder Spielraum.
Der Kreisliga-Titel ist das eine, der Pokal das andere. Denn Bergmiller und seine Kickerinnen können heuer sogar das Double gewinnen, stehen Ende Juni im Kreispokalfinale gegen den Liga-Konkurrenten FC Thalhofen. „Natürlich ist das jetzt unser großes Ziel“, sagt der Coach. In der Liga jedenfalls sind seine Eggerinnen in jeglicher Hinsicht das Nonplusultra: Sie stellen die beste Offensive mit bislang 44 Toren in 16 Spielen, haben die stärkste Defensive (16 Gegentore) und mit Sally Ann Kleimaier (15 Tore) sowie Madeleine Bergmiller (14 Tore) die beiden treffsichersten Stürmerinnen in ihren Reihen. Der Coach schwärmt und sagt: „Zusammen mit Sophia Wider bilden die beiden vorne drin schon fast so etwas wie ein magisches Dreieck.“
Den Aufstieg in die Bezirksliga nimmt der SV Egg wahr
Trotz aller individueller Klasse liegt das Erfolgsrezept in der mannschaftlichen Geschlossenheit. „Es gibt keine Streitereien, alle halten zusammen und unternehmen auch abseits des Spielfelds viel miteinander“, erzählt Bergmiller. Nun geht es für die junge Mannschaft (Altersdurchschnitt knapp 20 Jahre) hinauf in die Bezirksliga. Bergmiller ist vor der sportlichen Zukunft nicht bange. In Egg wird mittlerweile auch im Mädchenbereich richtig erfolgreich gearbeitet. Die Spielerinnen kommen aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern, nicht nur aus dem Unterallgäu, sondern auch aus dem Landkreis Neu-Ulm. Der Coach sagt: „Wir können uns auf die nächsten Jahre freuen.“
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