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Tag der Pflege am 12. Mai: Wenn Eltern zum Pflegefall werden

Tag der Pflege am 12. Mai

Wenn Eltern zum Pflegefall werden

Dass Eltern nicht mehr selbst klarkommen, sondern zum Pflegefall werden, passiert oft von jetzt auf gleich.
Dass Eltern nicht mehr selbst klarkommen, sondern zum Pflegefall werden, passiert oft von jetzt auf gleich. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Eine Krankheit, ein schwerer Sturz – so etwas kann das Leben grundlegend verändern und Betroffene zu einem Pflegefall machen. In einer solchen Situation sind ältere Menschen, gerade wenn sie nach dem Tod des Partners oder der Partnerin allein leben, meist auf die Hilfe der erwachsenen Kinder angewiesen. Die Angehörigen haben häufig ad hoc einiges zu organisieren. „Zunächst geht es darum abzuklären, welche Leistungen aus der Pflegeversicherung der betroffenen Person, beispielsweise einem Elternteil, zustehen“, sagt Ulrike Kempchen von der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA-Pflegeschutzbund). Dafür ruft man bei der zustänigen Krankenkasse an. Bei einer gesetzlichen Krankenkasse ist die Pflegekasse gleich angegliedert.

Im nächsten Schritt beantragt man für die jeweilige Person gegebenen falls einen Pflegegrad oder falls dieser schon vorhanden ist – eine Höherstufung des Pflegegrades. Ein Gutachter prüft, ob und in welchem Um fang die jeweilige Person auf Pflege und Betreuung ange wiesen ist. „Die Begutachtung erfolgt in aller Regel schnell, entweder vor Ort oder nach Aktenlage“, sagt Stefan Nolte von der Malteser Wohnen & Pflegen gGmbH. „Für medizinische Belange ist es sinnvoll, als nächstes die Hausärztin oder den Hausarzt der pflegebedürftig geworde nen Person zu kontaktieren“, sagt Kempchen. Übrigens: In formationen und kostenlose Beratung bieten Pflegestütz punkte oder Pflegeberatungs stellen. Sie händigen einem zum Beispiel eine Übersicht mit Pflegediensten aus. Oft helfen sie auch beim Ausfüllen von Anträgen.

Einen Pflegedienst finden

Soll die Pflege entweder übergangsweise oder dauerhaft im häuslichen Umfeld des pflege bedürftig gewordenen Men schen erfolgen, müssen Ange hörige mit Pflegediensten Kontakt aufnehmen. „Unter Umständen müssen sie sich auch darauf einstellen, übergangsweise selbst die pflege bedürftige Person zu pflegen“, sagt Nolte.

Über alles miteinander reden

Bei Menschen, die zum Pflegefall geworden sind, kommen oft viele Ängste und Sorgen auf. Das wiederum ist häufig eine herausfordernde Situation für Angehörige. Diese sollten offen und ehrlich mit der Pflegeperson reden. „Im Idealfall ist in der Familie schon vor dem Akutfall geklärt worden, welche Wünsche die pflegebedürftige Person mit Blick auf Pflege zu Hause oder Heimunterbringung hat“, sagt Ulrike Kempchen.

Die Kostenfrage klären

Pflege, egal ob zu Hause oder im Heim, ist teuer. Sehr häufig reichen Rente und die Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht, um alles zu finanzieren. „Bestenfalls ist auch über die Kostenfrage schon im Vorfeld in der Familie geredet worden“, sagt Ulrike Kempchen. Womöglich sind beispielsweise Sparbücher oder Wertpapierdepots aufzulösen, um an Geld zu kommen. „Ist kein Geld vorhanden, dann ist es keine Schande, Hilfe zur Pflege zu beantragen“, so die Expertin.

Daneben ist aber vor allem bei einer häuslichen Pflege zu klären, wer sich wann um die zu pflegende Person kümmert. „Von Vorteil ist es, wenn man die Pflege und das Beaufsichtigen auf möglichst viele Schultern verteilt“, sagt Stefan Nolte. Vielleicht gibt es nicht nur in der Familie Menschen, die die pflegebedürftige Person versorgen können, sondern auch im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. (tmn)

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