In dieser Komödie geht es um den beliebten und wohl unerschöpflichen Stoff „Wer treibt’s mit wem?“. Peter Raven, verheirateter TV-Moderator und moralischer Saubermann der BBC, hat ein Gspusi mit Sally, Ehefrau eines Piloten. Pech für den telegenen Wohltätigkeitsprediger – ihn überfällt ein Ischias-Schmerz, was ein Entkommen aus der engen Wanne unmöglich macht, aber dringend angezeigt ist, weil der Pilot nicht wie geplant in die USA fliegt, sondern sich in seinem Heim entspannen will. Es folgt Chaos pur.
Ein Großaufgebot an kuriosen Rollen
Der Hexenschuss geplagte Peter Raven (Henri Blaas) macht mit markigen Schmerzensschreien deutlich, wie sehr er leidet. Dr. McKenzie (David Klement), der sich um Linderung der Leiden bemüht und auch noch einer in Wehen liegenden Mama telefonisch beisteht. Joe (Katharina Bucher), die als Leiterin der PR-Abteilung beim Fernsehen offenbar nur in Abkürzungen zu kommunizieren weiß, was natürlich keiner versteht, Stewardess Annabelle (Elena Lenard), die wegen des Jetlags überall einschläft, wo sie steht, geht oder liegt, und der gut aussehende Pilot (Jannis Sälzle), Ehemann Sallys und Flugkapitän mit nur zwei Streifen am Ärmel, wo ihm doch vier als Flugkapitän zustehen, sorgen für die Gags. Mr. Phips, ein blinder Klavierstimmer, (Marius Welk) erwärmt die Herzen des Publikums mit liebenswürdigem, jedoch chaotischem Charme.
Und da ist noch Sally, Angetraute des Piloten, und ein Wirbelwind zwischen betrogenem Ehemann, Geliebten. Nicht nur mit schauspielerischem Talent weiß Simone Steinhauser in dieser Rolle zu überzeugen, auch mit physischer Ausdauer in ihrem anstrengenden Part. Sie saust über die Bühne, hin und her und her und hin, ständig dabei bemüht, ihren Mann von der Badezimmertür fernzuhalten, weil sie hinter selbiger ihren Freund Peter Raven und Arzt McKenzie weiß. Der Mediziner kann aber den Liebhaber auch nicht aus seiner misslichen Lage befreien. Markige Schmerzensschreie lassen diese Vermutung zu.
Das Bühnenbild sitzt
Thomas Boxhammer lässt der Comedy im Stück freien Lauf. Besonderen Wert legt er wie immer auf ein Bühnenbild, das wieder einmal bis ins kleinste Detail stimmig ist. Selbst an der Haustüre fehlt der Schlitz als Briefkasten nicht und die höchst dekorativen Azulejos (portugiesische Kacheln) sind ein besonderer Schmuck.
Es ist eine Aufführung aus einem Guss, durchdacht bis ins kleinste Detail. Von der engagierten Spielfreude lässt sich das gut sortiert sitzende Publikum nach den Corona-Regeln im Saal des Josef-Cardijn-Hauses mitreißen. Dieses Engagement der Bühne Spectaculum bewundert zu Beginn Bürgermeister Michael Neher, weil die Jugendbühne der Kultur wieder mehr Raum gibt und auch die vorgegebenen Corona-Sicherheitsvorschriften streng einhält. Minutenlanger Beifall und Jubelrufe zum Schluss.
Weitere Aufführungstermine für das Stück gibt es unter spectaculum04.de. Karten können telefonisch unter 07306/925850 vorbestellt werden.
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