Gemeinsam ist es schöner: Das gilt auch für viele Motorradfahrer und Bikerinnen, die besonders an Wochenenden gern in Gruppen kurvige Landstraßen ins Visier nehmen. Hier und da lauern aber auch Risiken - etwa, wenn unerfahrene Fahrer und Fahrerinnen sich zu sehr an erfahrenen orientieren.
„Niemand sollte sich von schnelleren Fahrern mitziehen lassen oder versuchen, Manöver zu kopieren, die er nicht sicher beherrscht“, warnt Alexander Busch vom TÜV Süd. Unterschiedliche Fahrniveaus sind allerdings nicht die einzige Herausforderung, der Gruppen bei gemeinsamen Touren begegnen können. Der TÜV Süd hat ein paar Tipps zusammengetragen, damit alle Fahrerinnen und Fahrer auf ihre Kosten kommen.
1. Der Streckencheck
Schon vor dem Start sollten die Biker einen gemeinsamen Blick auf die Route werfen. Hier wird geklärt, wo getankt wird und wo Pausen eingelegt werden. Außerdem können Erfahrungen zu Gefahrenstellen, etwa engen Kurven, oder schlechten Straßenabschnitten geteilt werden.
2. Kommunikation vorab regeln
Sich erst während der Fahrt Gedanken darüber zu machen, wie man miteinander kommunizieren kann, kostet Fahrvergnügen. Deshalb sollten schon bei der Streckenbesprechung einige Fragen geklärt werden: Was machen wir, wenn einer oder eine den Anschluss verliert? Welche Kommunikationssignale nutzen wir, um auf Pannen oder gar Abbrüche aufmerksam zu machen?
Denkbar sind hier laut TÜV Süd Licht- oder Hupsignale. Diese werden dann nach vorn hin weitergegeben, sodass die vorausfahrende Person reagieren kann. Außerdem sinnvoll: die Handynummern austauschen.
Ideal: bei gemeinsamen Ausfahrten über ein Intercom-System - am besten meshfähig - kommunizieren. Dabei handelt es sich um eine Art Gegensprechanlage, die alle Fahrerinnen und Fahrer untereinander verbindet.
3. Handzeichen als Warnsignale festlegen
Neben Hup- und Lichtsignalen können auch Handzeichen die Kommunikation untereinander erleichtern. Diese sollten allen bekannt sein und dafür genutzt werden, um etwa auf Gefahren wie Ölspuren, Schotter oder Hindernisse auf der Fahrbahn aufmerksam zu machen. Aber zu große Gruppen erschweren eh die Kommunikation.
Der Rat: Bei mehr als acht bis zehn Motorrädern sollte die Gruppe aufgeteilt werden. Gemeinsamkeit gibt es dann an vereinbarten Haltepunkten - und danach.
4. „Kettenverantwortung“ bezieht alle mit ein
Um einzelne Gruppenmitglieder zu entlasten, hat sich laut TÜV Süd das Prinzip der „Kettenverantwortung“ bewährt. Dabei achtet jede Fahrerin beziehungsweise jeder Fahrer darauf, dass die folgende Person Anschluss behält. Ist dem nicht so, wird das Tempo reduziert, bis alle wieder geschlossen fahren.
5. Die Fahrer-Reihenfolge nicht dem Zufall überlassen
Auch die Reihenfolge, in der die Teilnehmer auf der Tour fahren, kann Auswirkungen auf Spaß und Sicherheit haben. Der TÜV Süd rät, dass an der Spitze sowie am Ende Teilnehmer mit viel Erfahrung fahren. Jene mit weniger Erfahrung sollten im vorderen Teil fahren, aber nicht direkt hinter dem oder der Ersten.
Um eine entspannte Tour zu fahren, bei der alle auf ihre Kosten kommen, sollten Geschwindigkeit, Etappen und die Fahrtdauer auf die Fähigkeiten der unerfahrensten Teilnehmer und Teilnehmerinnen abgestimmt werden.
Und am Ende gilt: Plan hin oder her - die aktuelle Situation entscheidet. Der TÜV Süd rät: „maßvoll und situationsabhängig fahren“.
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