Stell dir vor, du darfst im Kleiderschrank deiner besten Freundin nach Herzenslust stöbern. Kleider, Accessoires und Make-up – all das steht dir zur Verfügung. Und jetzt stell dir vor, du darfst das nicht nur bei deiner Freundin, sondern bei über einer Million Menschen in ganz Deutschland! So viele sind nämlich registriert bei Kleiderkreisel – einem Onlineportal, auf dem man sein Hab und Gut verkaufen oder nach Wunschartikeln suchen kann. Hier dreht sich alles ausschließlich um Klamotten und Accessoires. Oder besser gesagt: Es „kreiselt“.
Die Plattform Kleiderkreisel stammt ursprünglich aus Litauen
Die Onlineplattform gibt es seit 2009. Die Idee dieser Tauschbörse stammt ursprünglich aus Litauen. Der klare Vorteil gegenüber anderen Internetmarktplätzen: Es kostet nichts! Weder für den Käufer noch für den Verkäufer fallen Gebühren an. Stattdessen kann der User seine Kleider so lange kreiseln lassen, bis sie den richtigen Besitzer gefunden haben. Trotzdem kann man den Kleiderkreisel nicht mit dem „echten“ Secondhand-Einkaufen gleichsetzen. Es fehlt das Gefühl, wenn man die Kleidung in der Hand hat, über den Stoff streicht und sie anprobiert. Was hat also mehr Vorteile, was mehr Nachteile? Das Onlinetauschen oder das Second-Hand-Shoppen?
Der erste Unterschied ist natürlich die Art und Weise, wie man seine gebrauchte Kleidung loswird. Beim Kleiderkreisel macht man Bilder von Kleidung, Schmuck oder Make-up, um diese dann hochzuladen. So können Interessierte einen ersten Eindruck von den Sachen gewinnen. Der Vorteil beim Kleider-Kreiseln? Man selbst kann den Preis festlegen. Die Zahlungs- und Versandart wird dann mit dem potenziellen Käufer persönlich besprochen.
Im Laden lässt sich mit dem Inhaber über den Preis verhandeln
Anders ist es bei einem Second-Hand-Shop. An einem vorher ausgemachten Termin gibt man die Kleidung, die den Besitzer wechseln soll, ab und bespricht vor Ort mit dem Inhaber des Second-Hand-Shops den Preis. Die abgegebenen Sachen werden dann für zwei Monate im Laden angeboten. Danach können entweder die übrig gebliebene Ware oder die Hälfte des Verkaufspreises abgeholt werden. Man bekommt also nicht den ganzen Gewinn, gibt aber auch Arbeit ab. Ware, die nicht abgeholt wird, wird oft sozialen Einrichtungen gespendet.
Wenn man selbst ein Kleidungsstück mit Geschichte kaufen möchte, ist die Auswahl bei Kleiderkreisel natürlich viel größer. Aber das Flair im Laden ist echter. Der Geruch und die Atmosphäre machen sehr viel aus. Egal ob on- oder offline, das Ziel ist dasselbe.
Second-Hand-Mode als Zeichen gegen Verschwendung
Second-Hand-Läden beschreiben die Leidenschaft für Gebrauchtes als Handeln „gegen die Wegwerfgesellschaft“. Und auch Kleiderkreisel betont auf der Homepage „den stilvollen Kampf gegen Verschwendung“. Wer ökologisch denkt, für den lohnt es sich also, beides einmal auszuprobieren.