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Thannhausen

08.11.2019

100 Sträucher für eine Vogelschutzhecke

Thannhauser Bürger, Stadträtinnen und Mitglieder der Stiftung Bienenwald pflanzten bei Burg Bäume und Sträucher im Rahmen einer ökologischen Ausgleichsmaßnahme für das neue Thannhauser Gewerbegebiet. 

Als Ausgleich für das neue Thannhauser Gewerbegebiet wurden in Burg Bäume und Sträucher gepflanzt. Von der Naturschutzbehörde gab es außerdem ein Lob für die Stadt.

Das gibt es nicht oft: Für die Bepflanzung am neuen Gewerbegebiet „Am Herrgottsberg“ hat die Stadt Thannhausen ein dickes Lob erhalten. Und zwar vonseiten der Unteren Naturschutzbehörde. „Ich hab mich wirklich gefreut, als ich die riesigen Bäume gesehen habe“, sagt Ottmar Frimmel, Leiter der Naturschutzbehörde am Landratsamt. „Das sind tolle Bäume mit guter Qualität, da hat die Stadt nicht gespart“, lobt er. Es sei schön, wenn eine Kommune schon im Vorfeld was für die Eingrünung tut, sagt Frimmel, und nicht erst dann aktiv wird, wenn bereits alles mit Gewerbehallen bebaut sei. Frimmel waren die frisch gesetzten Bäume am vergangenen Wochenende aufgefallen, als er unterwegs zu einer anderen Baumpflanzaktion in Thannhausen war.

Hecke wurde um rund 100 Sträucher erweitert

Auf der Burger Flur hat die Stadt bereits vor Jahren zusammen mit dem Landratsamt und der Stiftung Bienenwald aus Burgau als Teil einer Ausgleichsmaßnahme eine Fläche zur Verfügung gestellt, um dort Bäume anzupflanzen und die Fläche ökologisch aufzuwerten. „Damals wurden dort circa 25 Bäume gepflanzt“, erinnert sich Bürgermeister Georg Schwarz. „Die stehen super da.“ Zunächst habe man gedacht, dass zwei Bäume abgestorben seien, doch das habe sich als Fehleinschätzung erwiesen, sagt Schwarz.

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Jetzt wurde erneut, als Ausgleich für die durch das Gewerbegebiet „Am Herrgottsberg“ zerstörten Flächen ein Stück Wiese ökologisch aufgewertet. Neben zwei heimischen Zwetschgenbäumen und drei Speierlingen – selten gewordene Wildobstbäume – wurde eine Hecke um rund 100 Sträucher erweitert. Darunter finden sich Holunder, Salweiden, Haselsträucher und vor allem Wildrosen. Ziel ist es, eine Vogelschutzhecke zu errichten, wo sich Vögel vor Fressfeinden schützen und ausruhen können. Neben Frimmel, den Stadträtinnen Monika Wiesmüller-Schwab und Christine Polleichtner-Hornung waren Thannhauser Bürger und Mitglieder der Stiftung Bienenwald an der Pflanzaktion beteiligt. Bürgermeister Schwarz ließ auf Kosten der Stadt eine Brotzeit springen.

Zwei Mal im Jahr muss die Wiese gemäht werden

Um die Pflege der Wiesen, Sträucher und Bäume wird sich die Stadt Thannhausen beziehungsweise der Bauhof der Verwaltungsgemeinschaft kümmern. Zwei Mal im Jahr müssen die Wiesen gemäht werden, sagt Schwarz. Sollte ein Ökolandwirt dies erledigen, dürfe er das Mahdgut selbstverständlich kostenfrei nutzen, sagt Schwarz. Andernfalls müsse sich eben die Stadt um den Abtransport und die Entsorgung kümmern. Das gemähte Gras als Mulch liegen zu lassen sei keine Option, da die Flächen sonst auf lange Sicht ökologisch verarmen. Für die Mitarbeiter des Bauhofs ist die ökologisch wertvollere Behandlung der Flächen durchaus mit mehr Aufwand verbunden, erklärt Schwarz. Früher war es üblich, das Mahdgut an Ort und Stelle zu zerhäckseln und als Mulch liegen zu lassen. Damit hatte sich die Arbeit gewissermaßen in einem einzigen Schritt erledigt.

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So einfach sei das heute nicht mehr. Das gelte auch für den Grabenschnitt, wo heute erst einmal nur eine Seite des Grabens gemäht werden sollte, damit Insekten und anderes Getier, das vor dem Mäher flieht, auf der anderen Grabenseite noch Unterschlupf findet. Einige Wochen später kommt dann die andere Grabenseite dran. „Das kostet natürlich alles mehr Geld, wenn die Leute zweimal anrücken müssen“, sagt Schwarz. In Thannhausen ist man aber zunehmend bereit, diesen Mehraufwand zu leisten.

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