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Thannhausen

21.09.2020

Anton-Höfer-Grundschule: Neue Leiterin sieht ihre Aufgabe als Geschenk

Fühlt sich richtig wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz: Tanja Müller, Leiterin der Anton-Höfer-Grundschule in Thannhausen.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Tanja Müller leitet seit Kurzem die Anton-Höfer-Grundschule in Thannhausen. Warum die neue Rektorin sich in den ersten Wochen trotz Corona-Stress glücklich fühlt.

Schulpause einmal ganz anders: Die Schüler der Anton-Höfer-Grundschule in Thannhausen tummeln sich klassenweise, alle mit Mund- und Nasenschutz und von einer Lehrkraft begleitet, auf dem Pausenhof, im weitläufigen Schulgarten, in den Grünanlagen zwischen Mindelpromenade und Röschstraße sowie auf dem der Schule benachbarten Spielplatz. Das ist eine der Reaktionen der Schule auf die derzeitige Situation.

Der in Corona-Zeiten verordnete Frontalunterricht schränke die Bewegungsmöglichkeiten der Schüler stark ein, erklärt Tanja Müller, die neue Schulleiterin. „Also nutzen wir die großzügigen Räume um die Schule herum, um in der Pause die Defizite an Bewegung, an Licht und Sauerstoff auszugleichen.“

Den Schulbetrieb unter den gegebenen Umständen zu organisieren sei eine echte Herausforderung, ein ständiger Balanceakt. Die Schulleitung müsse geeignete Schutzmaßnahmen anordnen, zugleich ein vertrauensvolles Miteinander in der Schulgemeinschaft ermöglichen. Die Lehrer sollten auf Distanz und Einhaltung der Regeln achten, aber dennoch ihrer Fürsorgepflicht den Kindern gegenüber nachkommen.

Die Grundschule in Thannhausen ist bestens auf Homeschooling vorbereitet

Wer in Corona-Zeiten die Leitung einer Schule übernimmt, hat es schwer. Müller aber wirkt gelassen, geradezu fröhlich. Es gehe ihr sehr gut, meint sie im Gespräch mit unserer Zeitung, weil sie in einem Team arbeiten könne, das erfahren und kreativ, kooperativ und kommunikativ sei, gewohnt, die schönen wie auch die schwierigen Seiten des Lehrerberufs zu teilen und die Probleme gemeinsam anzupacken. Nicht einmal eine neue Phase des Homeschoolings müsse sie fürchten, sagt Müller, denn auch dafür sei die Schule bestens vorbereitet.

Auf die Tatsache angesprochen, dass es derzeit immer schwieriger werde, Schulleiterstellen neu zu besetzen, reagiert die neue Rektorin amüsiert. Die Entscheidung für die Schullaufbahn sei von ihr bewusst mit der Perspektive getroffen worden, später einmal die Leitung einer Schule zu übernehmen. Rückblickend, so räumt sie ein, hatte sie nach dem Abitur erst einmal ganz andere Pläne. Sie wollte Malerin werden und absolvierte dafür zwei Semester an einer Kunstakademie. Erst als ihr Vater ihr das Risiko klar machte, eine brotlose Künstlerin zu werden, orientierte sie sich neu.

Mit Kindern habe sie immer gut umgehen können, besonders auch mit schwierigen, erklärt sie. Das sei ausschlaggebend für ihren Neuanfang geworden. Nach Lehramtsstudium und Referendariat nahm sich Müller eine Auszeit von Schulbetrieb. Sie arbeitete vier Jahre in leitender Position für eine Schweizer Hardware-Firma und absolvierte parallel dazu eine Montessori-Ausbildung. Sie habe in diesen Jahren in der Freien Wirtschaft viel über Organisation und Personalführung gelernt, gleichzeitig aber sei sie eng dem Pädagogischen verbunden geblieben. Die logische Konsequenz sei die Kombination von Schule und Leitungsfunktion gewesen.

Die neue Leiterin will die Thannhauser Grundschule weiterentwickeln

Müller ist eine Power-Frau, die etwas bewegen möchte und positiv nach vorn blickt. Mehrere Belastungen gleichzeitig, das scheint sie eher zu beflügeln. Schwierigkeiten, sagt sie, habe sie eher damit, von ihren Aufgaben Abstand nehmen zu können in der Freizeit. Am besten gelinge es ihr beim Walken, das sie täglich mindestens eine Stunde lang praktiziert. Das mache ihr den Kopf wieder frei, sagt Müller. Das Malen spielt in ihrem Leben nur noch eine untergeordnete Rolle. Meist praktiziert sie es zusammen mit ihrer 14-jährigen Tochter, dabei ergäben sich die intensivsten Gespräche.

Diese Schule sei ihr gleichsam „geschenkt“ worden, sagt Müller. Eine Bedeutung dieser Formulierung sei, dass ihr die Schulleitung vom Schulamt angetragen worden sein. „Geschenk“ heiße aber auch, dass sie ein intaktes Kollegium vorgefunden habe, einen einzigartigen Hausmeister und eine großartige Sekretärin. Das parkähnliche Umfeld der Thannhauser Schule sei ein Traum, die Ausstattung der Schule hervorragend.

Als Geschenk empfinde sie es auch, dass alle drei Schulleiter in Thannhausen neu im Amt seien und sich über eine vertrauensvolle Kooperation bereits verständigt hätten. Mit so einem Geschenk verbinde sich die Verpflichtung, die Anton-Höfer-Grundschule gut weiterzuentwickeln.

Entwicklungspotenziale für die Zukunft ihrer Schule zeichnen sich für Müller bereits ab. Konkretisieren wollte sie ihre Aussage aber nicht: „Es wäre schlechter Stil, wenn mein Kollegium aus der Zeitung erfahren würde, welche Perspektiven ich für die Schule sehe.“

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