Aletshausen „Energiewende“ ist derzeit das Schlagwort in aller Munde. Die Medien berichten und die Menschen reden darüber. So war es auch kürzlich in der Gemeinderatssitzung in Aletshausen, wo das Thema „Möglichkeiten und Chancen für Alternativ-Energien in der Gemeinde“ auf der Tagesordnung stand. Bürgermeister Georg Duscher hatte sich bereits vorab Gedanken über die Thematik gemacht und eröffnete dem Gremium unter anderem, dass er sich ein Windrad in der Gemeindeflur wohl vorstellen könnte. Bei der Realisierung müssten natürlich die Bürger mit eingebunden werden.
In Zeiten knapper und immer teurer werdenden Energien müsse man rechtzeitig ausloten, wie man in der Gemeinde diesem Dilemma aus dem Weg gehen und Vorsorge treffen könnte, sagte der Bürgermeister zu Beginn der Diskussion. Da Duscher für diese Energien recht aufgeschlossen ist, betreibt er auf drei seiner Dächern Photovoltaik-Anlagen und bisher als einziger Landwirt in Aletshausen eine Biogas-Anlage.
Um in der Gemeinde einmal ausreichend selbst erzeugten Strom anbieten zu können, denke er an ein Windrad. Das könnte eine Höhe von etwa einhundert Metern haben. Die Leistung müsste mindestens 500 Megawatt betragen, da sich sonst eine solche Anlage nicht rechne. Damit so ein Rad auch rentabel sei, müsse die Windgeschwindigkeit gut zwei Meter pro Sekunde betragen. Die Einspeisevergütung für große Räder betrage momentan neun Cent pro Kilowatt. Diese Voraussetzungen sind, so Duscher, in der gesamten Gemeindeflur nur zwischen Winzer und Gaismarkt gegeben. Dort besitze die Gemeinde ein großes Grundstück, auf dem sich der Rechtlerwald Winzer befindet und somit kein privates Grundstück beeinträchtigt würde. Dies sei für Aletshausen ein Glücksfall, da im Landkreis Günzburg bisher kein Standort für eine Windkraft-Anlage ausgewiesen sei. Auch die vorgeschriebenen Abstände zur Bebauung würden hier stimmen, spann Duscher den Faden weiter: Gaismarkt sei zwei, Winzer 1,1 Kilometer südlich entfernt.
Ein solches Windrad koste je nach Größe und Leistung von einer Million aufwärts. Zur Realisierung müssten natürlich die Bürger mit eingebunden werden. Denkbar sei eine Beteiligung, eine Körper- oder Genossenschaft. Denn die Rendite solle in der Gemeinde bleiben. „Bei einem auswärtigen Investor haben wir zwar das Windrad hier, aber das Geld fließt ab“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Außerdem sind kleinere Energie-Anlagen vor Ort überschaubar und benötigen keine langen Leitungen. Bis solche Stromleitungen von den norddeutschen Windparks bis nach Schwaben gebaut sind, vergingen noch 15 Jahre.
Die Gemeinderäte sehen Idee positiv
Die Räte sahen die Idee allgemein positiv und meinten, man solle sie weiter verfolgen, da die Vorarbeiten einige Zeit beanspruchen werden. Als Erstes müsse man mit der Bayerischen Landessiedlung GmbH Kontakt aufnehmen, denn diese sei für die Genehmigung eines Standortes zuständig. Wenn das Projekt weiter vorangetrieben werden sollte, wären auch Windmessungen und Bodenuntersuchungen zur Standfestigkeit notwendig. Gemeinderat Hermann Briechle begrüßte als Elektronik-Fachmann die Initiative des Bürgermeisters als richtige Folgerung der Energieknappheit. Ergänzend meinte er, dass zur Windkraft-Anlage eine Biogas-Turbine gekoppelt sein muss, um in windarmen Zeiten die Versorgung mit Eigenstrom gewährleisten zu können, denn die Bürger wollen einen sauberen Strom und würden dafür auch Geld investieren.