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Evangelische Ansichten: Kirchensteuer – ja bitte

Evangelische Ansichten

Kirchensteuer – ja bitte

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    Auch für den Gebäudeunterhalt dient die Kirchensteuer.  
    Auch für den Gebäudeunterhalt dient die Kirchensteuer.   Foto: Symbolfoto: Alexander Kaya

    Krumbach Es fiel das Wort „Entweltlichung“. Kaum war es gesagt, begannen die Deutungen: Was wollte er uns damit gesagt haben? Er: gemeint war und ist Benedikt XVI, Papst der römisch-katholischen Kirche. Das Wort, gesprochen auf seiner zurückliegenden Deutschlandreise. Die Deutungen fielen unterschiedlich aus; wie das so ist, je nach Hintergrund der Deuter auch. Geht es um den Rückzug hinter die eigenen Kirchenmauern? Um die Beendigung des in gewisser Weise typisch-deutschen Verhältnisses von Staat und Kirche? Um die Aufgabe des Systems namens Kirchensteuer? Um …?

    Wie auch immer, zur Verhandlung stand, und steht die Aufgabe einer Verhältnisbestimmung; kurzschlüssig-absichtsvoll oft am Phänomen Kirchensteuer festgemacht. Zur Sache selbst ist zu sagen: „Kirche“ (als verfasste Größe, als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ wie es für die römisch-katholische Kirche und die evangelischen Landeskirchen der Fall ist) hat das Recht, von ihren Mitgliedern Steuern einzuziehen. Dies geschieht in unserem Land über direkten Abzug mit der Lohnsteuer seitens der staatlichen Finanzämter. Geregelt all dies in Verträgen. Die Höhe der Kirchensteuer beläuft sich auf achtbis neun Prozent der Lohnsteuersumme. Der Staat erhält für den Einzug der Kirchensteuer als Dienstleistung eine Gebühr.

    So ist das bei uns in Deutschland. Ist das nun „gut“ oder ist das „schlecht“? Für die Kirche, für den Staat, für ihr Verhältnis zueinander? Für „Verweltlichung“ oder „Entweltlichung“?

    Fakt ist: Es ist so, wie es ist. Geschichtlich geworden, mit Grundgesetzbezug in Verbindung mit übernommenem Artikel der Weimarer Reichsverfassung. Es könnte auch anders sein. Es kann einmal auch anders werden.

    Es ist so, und: es ist kein Grund, sich als Kirche dafür zu entschuldigen. Kirche mit ihren auf Dauer angelegten Strukturen ist – auch – Teil der Welt; und braucht als solche für ihr Tun, ihr Personal, ihre Gebäude: Geld. Das ist so; und das ist an sich nicht schlecht.

    Ist doch das System Kirchensteuer der Versuch, Finanzierung auf viele Schultern je nach ihren Möglichkeiten zu verteilen. Solange Kirchenmitglieder (nicht abhängig von konkret-persönlicher Distanz oder Nähe) ausdrücken: Es ist wichtig, dass es Kirche gibt, dass sie in der Welt präsent ist. Dem Bestand zu geben, der mehr ist als ein Selbstzweck, dazu ist Kirchensteuer eine Möglichkeit. Darum: Kirchensteuer, ja bitte!, meint

    Ulrich Funk, Pfarrer in Krumbach

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