Krumbach Bitte anhalten und absteigen: Gut 50 jugendliche Radfahrer kontrollierte die Polizei gestern Morgen auf dem Weg ins Schulzentrum. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte hatte ein vorschriftsmäßig ausgestattetes Rad.
Es ist kurz nach 7.30 Uhr, als der erste Radler um die Ecke sticht: Sein Mountainbike hat keine Bremse, einen Helm trägt er auch nicht, stattdessen hat er einen MP3-Player im Ohr. Ein Fall für die fünf Polizisten, die an diesem Morgen kontrollieren. Ulrike Heisch lotst den Bub zum Polizeiauto. Dort wird das Rad genau begutachtet. Dann füllt sie ein Blatt Papier aus: Darauf werden Name und die Adresse notiert, ebenso die Mängel, die die Beamtin festgestellt hat. Der Zettel ist gleichzeitig eine wichtige Erinnerung.
„Das tust du jetzt bis zum 7. April richten und dann kommst du bei uns vorbei. Und dann ist alles erledigt“, erklärt sie. Die Ansage sitzt. Kein Wenn und Aber, keine Ausrede. Der nächste Schüler versucht zu erklären: Das „Activ-Bike“ benutze er ja nur vorübergehend, weil sein altes kaputt sei. Macht nichts, erklärt Peter Zanker. Wer im Straßenverkehr unterwegs sein will, muss ein vorschriftsmäßiges Fahrrad haben. „Ist das jetzt ein Strafzettel“, fragt der Bub, als Zanker das Blatt vom Block reißt. Nein ist es nicht. Ein sehr ernster Hinweis. Wer die Aufforderung der Polizei nicht umsetzt und zur Kontrolle in der Inspektion in der Mindelheimer Straße nicht erscheint, erhält eine Verwarnung. In letzter Konsequenz gibt es einen Anruf oder direkt Besuch von einer Streife.
Keine Minute später steht der nächste Bub am Polizeibus. Das Vorderlicht und die Klingel fehlen. Peter Zanker ermahnt ihn: „Bei dir ist es doch gar nicht so lange her, dass du in der Verkehrsschule gewesen bist“, sagt Peter Zanker. Der Bub überlegt kurz, rechnet dann vor. Drei Jahre müsste es her sein. Trotzdem entspricht sein Rad nicht der Straßenverkehrsordnung. Bevor er wieder auf den Sattel steigt und die letzten Meter zur Schule fährt, gibt es noch einen Tipp: Die Kette ölen.