Aletshausen Bürgermeister Georg Duscher und Gemeinderäte sind sich einig, dass mit dem etwa 300 Quadratmeter großen Platz nördlich der kürzlich renovierten Pfarrkirche, an die Kammel grenzend, etwas geschehen solle. Durch seinen Wildwuchs ist er nicht unbedingt eine Zierde des sonst schmucken Dorfes. Um eine Hilfestellung zu bekommen, wurde Eric Bergner vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) zur Sitzung eingeladen, der über Dorferneuerungen informierte. Bei einer solchen könnte man unter anderem auch diesen Platz dorfdienlich und einladend gestaltet. Gekommen waren auch vier interessierte Bürger.
Bergner stellte die Kriterien zu Einstieg und Durchführung einer Dorferneuerung vor. Das bayerische Dorfentwicklungsprogramm sieht zwei Varianten vor – nämlich eine umfassende und die einfach. Bei Letzterer dreht es sich meist um Einzelmaßnahmen der Gemeinde oder Privatprojekte der Bürger.
Bei beiden Maßnahmen ist die Beteiligung der Bürger zwingend notwendig, denn es soll gemeinsam erarbeitet werden, wie das Dorf später aussehen und welches Projekt angepackt werden solle. Ziel sei die nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Arbeits-, Wohn- und Umweltverhältnisse im ländlichen Raum. Auch die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft seien zu berücksichtigen.
Wie läuft eine Dorferneuerung ab? Die Gemeinde stellt einen formlosen Antrag zur Aufnahme in das Arbeitsprogramm des ALE. Während der Vorbereitungsplanung, die bis zu 18 Monate dauern kann, wäre es gut, wenn zeitgleich ein gemeindlicher Arbeitskreis die Projekte bestimmen und sich über deren Gestaltung einigen würde. Hilfreich seien regelmäßige Infoversammlungen für die Bürger. Nach Anhörung der Träger öffentlicher Belange, Feststellung der Fördersumme, die nicht höher als 50 Prozent der förderfähigen Kosten sein darf und eine Höchstgrenze von 250000 Euro hat, erfolge zum Schluss die Anordnung des Verfahrens. Private Einzelprojekte können mit bis zu 60000 Euro und Begrünungsmaßnahmen bis zu 5000 Euro gefördert werden.
Für Aletshausen, so die Meinung von Eric Bergner, käme eher eine einfache Dorferneuerung infrage, da es sich hier derzeit vordergründig um die Platzgestaltung bei der Kirche als Einzelmaßnahme handelt. Ein solches Verfahren gehe relativ schnell über die Bühne, da hier die Gemeinde verantwortlich ist und die Zusammenarbeit zwischen Planer und Bürgern wesentlich einfacher sei. Abschließend gab der Fachmann vom ALE zu bedenken: Wo bereits eine einfache Dorferneuerung stattgefunden habe, kann später keine umfassende mehr stattfinden. Danach stand er den Gemeinderäten Rede und Antwort.
Bürgermeister Duscher sagte, dass sich die Gemeinderäte nun Gedanken über das Thema machen sollten. Bürger könnten Vorschläge erörtern, diskutieren und diese der Gemeinde vortragen.