Er wurde schon als Phantom bezeichnet: Seit Wochen treibt ein Unbekannter im südlichen Landkreis sowie im angrenzenden Unterallgäu nachts sein Unwesen. Er durchwühlt nicht abgeschlossene Autos nach Bargeld und Kreditkarten. Auch vor Garagen macht er nicht Halt – sofern sie unversperrt sind. Teilweise macht sich der Kleinkriminelle mit Fahrzeugen aus dem Staub – meistens begibt er sich damit an einen anderen Tatort. Auch mit Fahrrädern ist er nachts unterwegs. Immer unerkannt. Die Polizei schaut bislang ins Ofenrohr.
Sie hat den Fahndungsdruck erhöht, versichert Claus Schedel von der Inspektion in Krumbach. „Die Polizei verstärkt die Streifentätigkeit, sie ist rund um die Uhr unterwegs.“ Doch ins Netz gegangen ist ihr der Autowühler noch nicht. Führt der Unbekannte die Ordnungshüter an der Nase herum? Hat er es auf ein Spiel mit der Polizei angelegt? Das alles sind Spekulationen, auf die die Polizei nicht baut. Trotzdem gibt es mehrere Merkmale, die sich nicht von der Hand weisen lassen: Der Kleinkriminelle schlägt in der Regel in den frühen Morgenstunden zu. Er besitzt sehr gute Ortskenntnisse. So lässt sich zum Beispiel erklären, dass er in Wohngebieten unterwegs ist. Sein Wissen könnte auch die Antwort darauf sein, dass er entwendete Fahrzeuge an wenig belebten Plätzen abgestellt hat. Indiz für seine Ortskenntnis ist außerdem, dass er noch nicht gefasst wurde – der Autowühler bewegt sich unerkannt durch Krumbach und Umgebung. Vermutlich lebt er sogar in Krumbach.
Einmal wäre er beinahe erkannt worden. Einer Krumbacherin war nachts eine verdächtige Person aufgefallen. Das hatte sie am nächsten Morgen der Polizei gemeldet – zu spät, um den Unbekannten auf frischer Tat zu ertappen. „Sie hatte der Sache zu wenig Bedeutung beigemessen“, sagt Schedel.
Auffallen müsste das Vorgehen des Unbekannten auf jeden Fall: Er schleicht an Autos entlang und testet, ob sie offen sind. Das gilt auch für Garagen. Dort hat er immer wieder Erfolg. Über 5000 Euro sind ihm seit Ende Januar in die Hände gefallen. Technische Geräte wie Navis lassen ihn offenbar kalt. Vielleicht lässt er in Zukunft die Finger von den Fahrzeugen, in denen der MN-Hinweis „Mein Fahrzeug ist abgesperrt“ an der Windschutzscheibe platziert ist.
Die Polizei appelliert derweil an Fahrzeughalter: Autos müssen abgesperrt werden, auch wenn sie in einer Garage geparkt werden. Wer verdächtige Beobachtungen macht, sollte sich sofort mit der Polizei in Verbindung setzen – das kann rund um die Uhr sein. Die Telefonnummer der Inspektion in Krumbach: (08282) 9050.