Krumbach Einen großen Schritt in der wohnortnahen und zugleich überregionalen augenärztlichen Versorgung sind nun die Kliniken Günzburg-Krumbach und die Augen-Allianz-Zentren gegangen: Patienten mit schweren Augenleiden können nun im Krumbacher Krankenhaus operiert und stationär behandelt werden. Fünf Fachärzte für Augenheilkunde werden den reibungslosen Betrieb der Belegabteilung und die Vernetzung mit den ambulanten Einrichtungen sicherstellen. Sie kommen vom Augenzentrum in der Krumbacher Bahnhofstraße, den Praxen in Weißenhorn, Günzburg, in Mindelheim und Bad Wörishofen.
Die Erfahrung ist von großem Vorteil
Es ist nicht neu, dass im Krumbacher Krankenhaus ambulante Augenoperationen durchgeführt werden. Seit das zweite Ärztehaus in der Bahnhofstraße in Betrieb ging, werden aber nur noch dort der räumlichen Nähe und der optimalen räumlichen Bedingungen wegen ambulante Operationen durchgeführt. Aber man erkannte die Möglichkeit, augenärztliche Patienten in Zusammenarbeit mit der Krumbacher Klinik zu operieren und stationär aufzunehmen. Vorstand Dr. Rehbein weiß: „Von großem Vorteil ist die Erfahrung, die die Mitarbeiter der Krumbacher Klinik bereits in der Behandlung dieser Patienten haben. Sie sind sehr motiviert.“ Für die Klinik und das Team der Augenärzte sei es ein sicheres Fundament bei der Zusammenarbeit gewesen, dass man sich aus der früheren Zusammenarbeit kannte. „Grünes Licht“ für die augenärztliche Belegabteilung erteilte das Ministerium für Umwelt und Gesundheit im Frühjahr.
Ausschlaggebend für die Zustimmung waren die Versorgung der Bevölkerung über die Landkreisgrenzen hinaus durch die ÜBAG (siehe Infokasten) und die stationäre Behandlung der Menschen mit Behinderungen aus Ursberg. „Es ist klar, dass diese Menschen mehr Zeit, Kompetenz und besonderes Einfühlungsvermögen brauchen.“ Darauf weist Dr. Morasch hin. Gleichzeitig erinnert er daran, dass sein Vorgänger, Dr. Boller die Behandlung der Ursberger Patienten in die Wege geleitet hat.
In der augenärztlichen Belegabteilung sind nun große operative Eingriffe möglich. Dazu wurden die notwendigen Spezialinstrumente wie Mikroskope im Wert von 230000 Euro angeschafft. Sie ermöglichen die „Kleinschnitttechnologie“. Die technische Ausstattung ist vergleichbar mit der einer Uniklinik. Dr. Rehbein glaubt: „Wir werden hier in kürzester Zeit eine florierende Augenklinik haben.“
Allerdings will Dr. Lenz keine Vorhersagen über Operationszahlen machen: „Es wird nur operiert, was operiert werden muss.“
Man will keinen Bedarf künstlich schaffen. Dabei sind die Augenärzte aber in der Lage, alles abzudecken. Das operative Spektrum umfasst die gesamte Chirurgie der vorderen und hinteren Augenabschnitte. Dazu gehören insbesondere Operationen des Grauen Stars, des Grünen Stars (Glaukom), vor allem aber sämtliche Eingriffe an der Netzhaut und am Glaskörper. Der Ärztliche Direktor der Krumbacher Klinik Dr. Scheffelmeier richtete einen Dank an Dr. Lenz und den Vorstand der Kliniken Günzburg-Krumbach Dr. Rehbein für ihr Engagement und meinte:
„Das Krankenhauswesen im Landkreis hat mit dieser Belegabteilung zwei starke Säulen.“ Mit einer Besonderheit warteten die Ärzte noch auf: Anfang nächsten Jahres wird Dr. Klaus Lipke aus Ulm als ausgewiesener Spezialist für Lid- und Tumorchirurgie zum Team der operierenden Augenärzte hinzukommen.