Wiesenbach Die Dorferneuerung Wiesenbach kommt in Fahrt. Mit einer Präsentation in der Alten Schule in Oberwiesenbach stellten die fünf Arbeitskreise der Dorferneuerung Wiesenbach das Ergebnis ihrer bisherigen Arbeit der Öffentlichkeit vor. In drei Räumen war auf Stellwänden und mit Lichtbildvorführungen zu sehen, was die Mitglieder der Arbeitskreise zusammengetragen haben. „Sie schauten sich buchstäblich in allen Gassen und Winkeln um, dokumentierten alles, Positives und Negatives“, lobte Bürgermeisterin Ilse Thanopoulos in ihrer Begrüßungsansprache. Damit ist die erste Phase ihrer Arbeit abgeschlossen. Fertige Antworten werden nicht präsentiert, sondern es sollen den Bürgern Denkanregungen gegeben werden, um sich mit dem Thema der Dorferneuerung zu beschäftigen und sich auch selbst mit Vorschlägen und Anregungen einzubringen.
Nach der Phase Bestand und Analyse folgt nun die Phase der Visionen und Ziele. Und dafür sind „Hirn, Herz und Hände“ gefragt, meinte Landschaftsarchitekt Wilhelm Daurer, Chef des gleichnamigen Planungsbüros, das die Dorferneuerung Wiesenbach begleitet und für die planerische Umsetzung zuständig ist. Vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben wies Michael Ertel auf die Förderungsmöglichkeiten des Bayerischen Dorferneuerungsprogramms hin. Landrat Hubert Hafner plädierte zur Offenheit für neue Ideen, um in Hinsicht auf die demografische Entwicklung die Infrastruktur anzupassen.
Lebenswertes Leben auf dem Land
Landtagsabgeordneter Alfred Sauter sprach die Landflucht an und meinte, das Leben auf dem Land und in der Dorfgemeinschaft sei lebenswert. Dass die Voraussetzungen dafür offensichtlich günstig sind, zeigen die Zahlen, die vom Arbeitskreis Infrastruktur, Gewerbe, Verkehr erarbeitet wurden. Danach gibt es im Ort 40 Gewerbebetriebe mit insgesamt 130 Vollarbeitsplätzen und 25 Teilzeitbeschäftigten. Die Erzeugung von Energie kommt aus Wasserkraft, Biogasanlage und Photovoltaikanlagen auf den Dächern und deckt den Verbrauch fast vollständig ab.
Es gibt ein reges Vereinsleben mit 15 Vereinen. Wie akribisch die Ortsinternas erfasst wurden, zeigt die Auflistung der Hausnamen. Jedes Anwesen hat auch einen Hausnamen, deren Ursprung oft nicht mehr bekannt ist und die allmählich in Vergessenheit geraten. Das gab auch Unterhaltungsstoff bei Kaffee und Kuchen, den der Obst- und Gartenbauverein Oberwiesenbach-Oberegg den Besuchern in seinem Vereinsraum anbot. Mit über 200 Besuchern war die Ausstellung eingroßer Erfolg.