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Präventionsprojekt: „Schatz, ich muss Dir was sagen“

Präventionsprojekt

„Schatz, ich muss Dir was sagen“

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    Talk um acht: Ein Rollenspiel um eine junge Frau, die im vierten Monat schwanger ist, es ihrem Freund und ihrer Familie noch nicht gesagt hat. Die Runde war Auftakt zum Präventionsprojekt an Berufsschule und Berufsbildungswerk Ursberg.
    Talk um acht: Ein Rollenspiel um eine junge Frau, die im vierten Monat schwanger ist, es ihrem Freund und ihrer Familie noch nicht gesagt hat. Die Runde war Auftakt zum Präventionsprojekt an Berufsschule und Berufsbildungswerk Ursberg. Foto: Maximilian Czysz

    Ursberg Carola ist schwanger. Außer ihrer Freundin weiß niemand davon. Ihrem Freund Arthur hat sie es noch nicht gesagt. Das will sie jetzt nachholen: In einer Talkshow. Allerdings nicht bei einem Privatsender, sondern in der Berufsschule Ursberg. Dort hatten Jugendliche die Möglichkeit, über das Präventionsprojekt „Fit for family“ Rat und Hilfe über Themen einzuholen, die in der Gesellschaft oft tabuisiert werden. Angestoßen hatte den lebendigen Vormittag mit mehreren Workshops das Berufsbildungswerk, umgesetzt wurde er vom Arbeitskreis Junge/Mädchen, einem Zusammenschluss verschiedener Fachdienste am Landratsamt.

    Artur Geis (Erziehungsberatungsstelle), Carola Lott (Hebammenpraxis Levana Günzburg), Angela Caspari (Gynäkologin), Jutta Kunert (Schwangerschaftsberatungsstelle am Gesundheitsamt Günzburg) und Cornelia Hoffmann (Sozialdienst katholischer Frauen Neu-Ulm) schlüpften in die Rolle der Talk-Teilnehmer, die sich öffentlich zur Schau stellten. Nur eben nicht vor einem Millionenpublikum, sondern vor den Jugendlichen, die sich durchaus mit der ein oder anderen Figur identifizieren konnten. Beispielsweise mit Artur, der aus allen Wolken fiel, als sich ihm seine 18-jährige Freundin offenbarte: „Schatz, ich muss dir was sagen.“ Aber was wird jetzt aus seinem BMW? Der ist für den Hecht mit der Baseballkappe und den Händen in der Hosentasche die Nummer eins, außerdem wollte er doch mit seinen Kumpels „auf Malle“. Und jetzt? „Der Spoiler war ihm wichtiger als die Pille“, fasste Lehrer Herbert Hafner zusammen, der den „Talk um acht“ moderierte. Authentisch reagierten im Rollenspiel die verzweifelte Mutter von Carola und ihre Arbeitgeberin, die Verständnis aufbrachte und Mut machte. Alles nicht so schlimm: Selbst der Freund gestand am Ende ein, sich ein Leben mit Baby vorstellen zu können, solange er seinen BMW behalten dürfe. Zusammenfassend ging Herbert Hafner auf die möglichen Optionen ein. In jedem Fall empfehle sich ein offenes Gespräch – auch vor dem ersten Mal.

    Von Liebe, Sex und Zärtlichkeit bis hin zu Säuglingspflege

    Die Talkrunde machte mächtig Eindruck auf die Jugendlichen, die im Anschluss an verschiedenen Workshops teilnehmen konnten. Beispielsweise ging es um die aktive Auseinandersetzung mit den Anforderungen an Erziehung, die Schwangerschaft, Liebe, Sex und Zärtlichkeit, Erfahrungen über Geburt und Säuglingspflege und die Signale der Babys. „Familie geht vor, das Auto ist unwichtig“, sagte Dominik, der den Workshop von Jutta Kunert und Bernhard Kastner von der Beratungsstelle am Gesundheitsamt besuchte.

    Letzterer war begeistert vom Interesse der Jugendlichen im Workshop über Verhütungsmittel, deren Wirkung, Kosten und Anwendung. Eine Essenz aus den jeweils eineinhalbstündigen Runden: „Verhütung geht beide etwas an“, sagte Bernhard Kastner.

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