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Krumbach

17.12.2019

Stadtrat bringt Krumbacher Müller-Projekt auf den Weg

Durch den neuen Gebäudekomplex mit dem geplanten Müller-Markt wird sich das Krumbacher Stadtbild markant verändern. Die Grafik zeigt eine Ansicht von der Dr..-Steinbrenner-Straße nach Norden.
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Durch den neuen Gebäudekomplex mit dem geplanten Müller-Markt wird sich das Krumbacher Stadtbild markant verändern. Die Grafik zeigt eine Ansicht von der Dr..-Steinbrenner-Straße nach Norden.

Plus Eine große Mehrheit spricht sich für den Einstieg in das notwendige Verfahren aus. Warum Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer von einem „Weihnachtsgeschenk“ spricht.

Ein „Magnet“ für die Innenstadt, dem weitere Investoren folgen könnten. Aber auch unterschiedliche Bewertungen darüber, wie sich eine Gebäudehöhe von maximal 24 Metern auf das Stadtbild auswirken könnte: Allein diese Stichworte deuten an, welche kommunalpolitische Dimension die Debatte um die Ansiedlung eines Müller-Marktes mit 1400 Quadratmetern Fläche auf dem Hirschbräu-/Scheppach-Areal in den letzten Wochen entwickelt hat.

Rund 30 Zuhörer interessieren sich für das Projekt um den Müller-Markt

Der Stadtrat hat in seiner Jahresschlusssitzung das Projekt mit klarer Mehrheit einen bedeutenden Schritt weitergebracht. Beschlossen wurde die für den Bau des Gebäudekomplexes notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines sogenannten Vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Dies geschieht auf der Basis der seit dem 25. November vorgelegten Planung.

Weitere Informationen zum Thema Müller-Markt und die Planung für Krumbach finden Sie hier:

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Federführung bei diesem Krumbacher Großprojekt ist der Niederraunauer Investor Sascha Lochbrunner. Geplant ist neben Verkaufs- und Gewerbeflächen auch die Einrichtung von 50 Wohnungen. Diese sind, wie Lochbrunner erklärte, größtenteils Eigentumswohnungen. Zuständig für die Planung ist das Münchner Architekturbüro Schmidt-Schicketanz, das vor Kurzem von der Krumbacher Planungsgesellschaft Kling Consult übernommen worden war. In der jüngsten Stadtratssitzung standen neben Architekt Jochen Treve auch Kling-Geschäftsführer Markus Daffner und Investor Lochbrunner Rede und Antwort. Wie groß das Interesse an diesem Thema ist, zeigt auch, dass sich geschätzt rund 30 Zuhörer im Sitzungssaal eingefunden hatten.

Christoph Helmes beantragte, die Entscheidung zu vertagen. Das Projekt sei sehr zu begrüßen, aber viele Detailfragen zur Gestaltung, bezüglich der Auswirkungen auf die Nachbarn oder auch zur Verkehrssituation seien noch zu klären. Der Antrag von Helmes wurde mit 22:6 Stimmen abgelehnt. Auf Bitten aus den Reihen der Stadträte legten die Planer noch drei weitere Ansichten (vom Kaufland Richtung Kirche, vom Wohnmobilabstellplatz Richtung Norden und von Zebrastreifen in der Karl-Mantel-Straße hinein in die Schlachthausstraße) vor.

Fischer: "Weihnachtsgeschenk" für Krumbach

Ihre Aussage war klar: Auch diese Ansichten würden zeigen, dass sich das Projekt insgesamt gut in das Stadtbild einfüge. Bei einer Reduktion der Höhe von 24 Metern würde die Gestaltung sogar an Optik verlieren. Bei der geplanten Verkaufsfläche seien 51 bis 52 Parkplätze nötig. 48 Stellplätze seien in der Planung bereits vorhanden, drei weitere seien denkbar. Für fünf Stellplätze in der Nachbarschaft bestehe ein Geh- und Fahrrecht. Ob diese rechtlich bei der Planung angerechnet werden können, sei unklar, erklärte Stadtbaumeister Björn Nübel. Aber die Plätze könnten benutzt werden. In den Reihen des Stadtrates stieß das Projekt insgesamt auf große Zustimmung. Bürgermeister Hubert Fischer sprach von einem „Weihnachtsgeschenk“ für Krumbach, das den gesamten Einzelhandel stärken werde. Es werde auch neuer Wohnraum auf eine flächensparende Weise geschaffen.

Sein Stellvertreter Gerhard Weiß (CSU-Fraktionsvorsitzender, er kandidiert bekanntlich bei der Bürgermeisterwahl) nannte die Pläne eine „frohe Botschaft“. Man stehe jetzt aber erst am Beginn des Verfahrens. In diesem könne das Projekt dann in Abstimmung mit den Nachbarn oder auch diversen Fachstellen auf den Weg gebracht werden.

In der Bevölkerung habe es viel positiven Zuspruch zum Projekt gegeben, betonte Klemens Ganz (3. Bürgermeister und UFWG-Fraktionsvorsitzender). Er begrüßte unter anderem die Einrichtung einer Tiefgarage für 83 Stellplätze. Dies koste viel Geld und sei vonseiten des Investors „mutig“

.

So könnte der neue Gebäudekomplex beim Blick vom Zebrastreifen an der Kreuzung Karl-Mantel-Straße/Schlachthausstraße aussehen.

Maximilian Behrends (JW/OL) begrüßte das Vorhaben ebenfalls. Das Projekt sei mit Blick auf das Stadtbild kein Stilbruch. In diesem Bereich gebe es bereits Flachdächer. Behrends erkundigte sich, wie es mit dem bisherigen Müller-Gebäude weitergehe, wenn der Markt in die Innenstadt umziehe. Hier sei noch nichts bekannt, sagte Stadtbaumeister Nübel. Die Planung sei insgesamt zu begrüßen, erklärte Hermann Mayer (SPD). Aber es seien auch noch sehr viele Detailfragen, beispielsweise zur Verkehrssituation, zu klären. So könne er an diesem Abend seine Zustimmung nicht geben. Christoph Helmes kritisierte, dass bezüglich des jetzt mit 15 Metern Höhe geplanten Hauses D der Familie Hofmeister ursprünglich eine niedrigere Planung vorgestellt worden sei. Er bedauerte, dass er und Andere jetzt in der Ecke von „Neinsagern“ landen würden, nur weil sie die Klärung wichtiger Fragen wünschen würden. Zur einem Aufstellungsbeschluss könne er ja sagen, aber dann müssten Details, zum Beispiel zur Höhe, herausgenommen werden.

Diskussion um die Abstandsflächen

Bei einer Bebauung von bis zu 24 Metern Höhe ist es keine Überraschung, dass in der Debatte die Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden eine zentrale Rolle spielen. Unter anderem sprach Dr. Marcus Härtle (UFWG) diese Thematik an. Krumbachs Stadtbaumeister Nübel sagte dazu, dass im Rahmen der Bayerischen Bauordnung und mit Blick auf bestehende Strukturen eine Reduktion der Abstandsflächen möglich sei. Christoph Helmes hob hervor, dass aus der der Beschlussformulierung hervorgehen müsse, dass die vorgelegten Pläne Bestandteil des Beschlusses seien.

Blick vom Bereich des Kauflands auf das neben der Glaserei Hofmeister geplante Haus D (links).

Am Ende stimmte der Stadtrat mehrheitlich (fünf Gegenstimmen) dafür, auf der Basis der vorgelegten Pläne den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Nübel erklärte, dass die Pläne zweimal für jeweils einen Monat ausgelegt würden.

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