Aichen Seit Jahren tritt der Hochwasserschutz an der Zusam, besonders im Verlauf zwischen Obergessertshausen und Memmenhausen, auf der Stelle und kommt nicht voran. Zuerst wollte der Gemeinderat Aichen einen Damm mit Rückhaltebecken südlich von Obergessertshausen, das einen Schutz für die gesamte Gemeinde geboten hätte. Dieses wollte das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Donauwörth nicht. Nun wurde ein Sachstandsbericht mit vier Möglichkeiten des Hochwasserschutzes an der Zusam vorgelegt. Aichen befürwortet Variante zwei ohne Becken und nur mit lokalem Schutz.
Nach nochmaligen Beratungen im Gemeinderat kam man im Frühjahr 2008 zu der Auffassung, dass bei Starkregen die großen Wassermassen eigentlich aus den Seitentälern auf die Ortschaften Obergessertshausen und Aichen hereinbrechen, was ein Damm auch nicht verhindern könne. So entschloss man sich, auf den südlichen Damm ganz zu verzichten und sich gezielt auf örtliche Maßnahmen in diesen beiden Ortsteilen zu konzentrieren.
Nur im Bereich Memmenhausen ist eine Stützmauer vorgesehen
Der vom WWA favorisierte Damm zwischen Aichen und Memmenhausen bringe eigentlich auch nicht viel, da Memmenhausen ohnehin nur partiell von Hochwasser bedroht und heimgesucht werde. Auch hier würden eigentlich nur örtliche Baumaßnahmen helfen, war man sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung einig, als die Studien des WWA diskutiert wurden.
Die Studie des WWA zeigt vier Varianten auf, von denen eigentlich nur Variante 2 für die Gemeinde Aichen infrage komme. Diese sieht ein Auffangbecken oberhalb und umfangreiche örtliche Maßnahmen innerhalb von Ziemetshausen vor. Eine solche gezielte, örtliche Baumaßnahme ist nur für Memmenhausen in Form einer Stützmauer vorgesehen. Die Kostenbeteiligung dafür würde sich auf etwa 15000 Euro belaufen, was von der Kommune zu schultern wäre.
Die Bauten in Ziemetshausen und Aichen werden vom WWA als wirtschaftlichste Varianten bezeichnet, sind aber keine Wunschlösung. Aichen akzeptiert diesen Weg, der von Ziemetshausen sogar favorisiert wird, da er den Zusammarkt „nur“ 572000 Euro kosten solle. Mit 11:0 wurde die Variante 2 des WWA vom Gemeinderat angenommen und soll weiterverfolgt werden.