Ursberg Langsam mausert sich das Ursberger Ringeisen-Gymnasium zur regionalen „Theaterhochburg“. Nach der Brecht-Produktion „Der gute Mensch von Sezuan“ unter der Leitung von Junglehrer Dominik Ritter Anfang März inszeniert nun der seit 15 Jahren bekannte Regisseur Andreas Eberle die zweite Frühjahrsproduktion. Auch er zeigt mit seiner Gruppe einen Theaterklassiker des 20. Jahrhunderts. Gespielt wird „Der Besuch der alten Dame“ des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt.
Die mehr als 30 Mitwirkenden aus der 11. und 12. Jahrgangsstufe haben sich gut vier Monate voller Elan auf das Stück vorbereitet. Dabei fielen viele, viele Probenstunden auch außerhalb der regulären Unterrichtszeit an. Sogar in den Ferien wurde geprobt. Während die 11er vorwiegend die größeren Rollen spielen, beschränken sich die 12er eher auf Nebenrollen. Allerdings haben gerade diese Schüler, die ja kurz vor dem Abitur stehen, ganz wesentliche Background-Arbeiten übernommen. Sie halfen Eberle als Regieassistenten, gestalteten das Kostümbild und bauten und bemalten auch die Kulissen selbst. Auch das Lichtdesign ist ihre Idee.
Eine Milliarde für Güllen
Das berühmte Theaterstück aus dem Jahr 1956 ist eine „tragische Komödie“. Nach Jahrzehnten des Weltenbummelns kehrt „die alte Dame“ Claire Zachanassian in ihre Heimatstadt Güllen, die sie einst als einfache „Kläri“ verlassen hatte, zurück. Durch mehrere Ehen ist sie zur reichen Frau geworden und die Bewohner erhoffen sich von dem Besuch, dass ihre verarmte und heruntergekommene Stadt ein wenig von ihrem Glanz, vor allem aber von ihrem Geld abbekommt. Das stellt die alte Dame auch in Aussicht, aber anders als es sich die Güllener erwartet hatten. Claire Zachanassian ist nämlich nur zurückgekommen, um sich auf ihre Weise an einem Mann zu rächen. Als 17-Jährige wurde sie von dem damals zwei Jahre älteren Alfred Ill geschwängert, dieser stritt aber alles ab und zog sich mithilfe bestochener Zeugen bei einem von „Kläri“ angestrengten Prozess aus der Verantwortung. Anschließend musste sie damals die Stadt verlassen. Nun macht sie den Bewohnern ein unmoralisches Angebot: „Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet, (…) Gerechtigkeit für eine Milliarde.“ Die Verwirrung in Güllen, vor allem in den Seelen der Güllener, beginnt. Eiskalt beobachtet Claire Zachanassian nun dieses Treiben ... (zg)
Vorstellungen finden am 27. (Fr.) und 28. (Sa.) April, jeweils um 19.30 Uhr, und am 29. April (So.) um 14.30 Uhr im Kellertheater des Gymnasiums (Eingang gegenüber vom Biergarten des Klosterbräuhauses) statt. Ab Montag, 23. April, können zu den Öffnungszeiten des Schulsekretariats unter der Telefonnummer 08281/923609 Plätze reserviert werden. Der Eintritt ist wie immer frei.