Münsterhausen Im Bezirk 11 Krumbach im Allgäu-Schwäbischen Musikbund, seit jeher eine Hochburg der Blasmusik, präsentierten die Kapellen ihren Leistungsstand in den Wertungsspielen im Rahmen von Bezirksmusikfesten. Weil jährlich nur ein Musikfest im heimischen Bezirk erwünscht war, entschied des Öfteren eine Abstimmung unter mehreren Bewerbern über die Ausrichtung dieser Großveranstaltung. Doch aus verschiedenen Gründen lässt die Bereitschaft, ein Bezirksmusikfest zu organisieren, nach, wodurch über einen längeren Zeitraum keine Wertungsspiele mehr möglich wären.
Auf Initiative von Bezirksleiter Guntram Schuhmacher werden deshalb in „musikfestfreien“ Jahren separate Wertungsspiele durchgeführt, wie jetzt am Wochenende in der Grundschulturnhalle Münsterhausen. Leider hat dabei auch der Trend zur Teilnahme nachgelassen, denn nur 13 von 47 Kapellen zählenden Tisogau und weitere fünf Orchester aus Nachbarbezirken präsentierten ihr Können und ihren Leistungsstand. Im Vergleich: Im Bezirk 10, Mindelheim, traten 35 Kapellen beim Bezirksmusikfest in Tussenhausen an, darunter auch die in der Höchststufe spielenden Orchester aus Breitenthal und Krumbach.
Breitenthal und Münsterhausen mit ausgezeichnetem Erfolg
Sie waren auch in Münsterhausen die Spitzenkapellen und wurden für ihre dem Schwierigkeitsgrad entsprechenden Darbietungen mit dem Prädikat „ausgezeichneter Erfolg“ belohnt. Vier Kapellen trafen ihre Stückeauswahl im traditionellen Bereich „böhmisch-mährisch“, wo jeweils ein Marsch, eine Polka und ein Walzer zu spielen waren. Bedingt durch die „offene Wertung“ erhielten alle Kapellen ihr Ergebnis unmittelbar nach ihrem Vortrag. Das fünfköpfige Jurorenteam, bestehend aus namhaften Kapazitäten auf dem Blasmusiksektor, achtete penibel auf zehn Wertungskriterien, zum Beispiel Intonation und Stimmung, Rhythmik und Zusammenspiel, Auswahl des Stückes gemessen an Leistungsstand und Besetzung, Ton- und Klangqualität, oder Gesamteindruck der Kapelle.
Drei Wertungsrichter vergaben maximal zehn Punkte pro Kriterium und zeigten sie mittels Zahlentafel an. Die Summe aller bewerteten Kriterien ergeben schließlich das Prädikat nach dem Schlüssel: 100 bis 91 Punkte „mit ausgezeichnetem Erfolg“; 90 bis 81 Punkte „mit sehr gutem Erfolg“ und 80 bis 71 Punkte „mit gutem Erfolg“.
Vierzehn Orchester trugen konzertante Blasmusik vor (einmal Grundstufe, zwei Unterstufe, fünf Mittelstufe, vier Oberstufe, zwei Höchststufe) jeweils mit einem Pflichtstück und einem Selbstwahlstück. Die böhmisch-mährischen Titel waren der Mittelstufe zugeordnet.
Mit 74 jugendlichen Musikern besetzt, stellte das Orchester des Ringeisen-Gymnasiums Ursberg die stärkste Gruppe. Unter der Leitung von Mathias Jannetti umrahmte es auch das Finale mit Urkundenübergabe.
Die Leitung und Moderation der Wertungsspiele lag in den Händen des stellvertretenden Bezirksleiters Franz Alstetter. Die Organisation lag als Premiere für den neuen Bezirksdirigenten bei Patrick Scheel, der von Anton Ruf unterstützt wurde. Und für einen reibungslosen technischen Ablauf zeichnete Webmaster Ulrich Gerstlauer verantwortlich. (wgl)