Es ist zwölf Uhr an einem Montagmittag, als Matthias Imminger das Sonnenstudio betritt. Seine graubraune Arbeitshose und das lässige Shirt sehen im ersten Moment eher nach Werkstatt als nach Wellness aus. Bunte Pflanzen ranken, gedruckt auf einer Tapete, vom Boden des Studios. Es riecht nach tropischen Früchten, LED-Streifen strahlen in verschiedenen Farben an der Decke. Optisch erinnert es an einen Nachtclub, doch statt lauter Musik laufen leise R’n’B-Sounds und gelegentliches Wellenrauschen im Hintergrund, während der Kunde seine Karte auf das Lesegerät hält, das Mitarbeiterin Melda Keleş ihm über den Tresen entgegenstreckt. Dann verschwindet er in einer der sechs Kabinen, 20 Minuten hat er gebucht. Hinter ihm fährt der Rollladen herunter und mit ihm verschwinden die pink-lila-blauen Strahlen aus der Kabine in immer kleiner werdenden Schlitzen. Dann beginnt seine „Auszeit“. Seine Mittagspause verbringt Imminger nicht an der Sonne, wie viele es an den Sommertagen gerne tun. Braun werden möchte er trotzdem. Weil das gesünder, schöner aussehe, wie er sagt.
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