Rund 200 Gläubige zogen kürzlich gemeinsam mit den örtlichen Vereinen, Fahnenabordnungen, Stadträten und Bürgermeister Florian Kaida unter den Klängen der Musikkapelle von der Pfarrkirche St. Thomas von Canterbury zur Lourdes-Grotte in Edenhausen. Die von Matthias und Leni Gaile mit über hundert Kerzen geschmückte Grotte bildete den feierlichen Rahmen für den Gottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Anlage. Pfarrer Roger Nkou Fils zelebrierte die Messe gemeinsam mit Professor Petar Vrankic und Kaplan Ephraim Udoye. In seiner Predigt erinnerte Dekan Klaus Bucher an die Entstehungsgeschichte der Grotte. Während des Ersten Weltkriegs hatte Andreas Essenwanger gelobt, eine Grotte zu errichten, falls seine fünf Söhne unversehrt aus dem Krieg heimkehren würden. Nachdem alle gesund zurückgekehrt waren, wurde das Versprechen eingelöst. Das Grundstück stellte die Gemeinde zur Verfügung. Erbaut wurde die bis heute unveränderte Grotte vom Bäckermeister und bekannten Krippenbauer Josef Beyer. Als Baumaterial dienten Nagelfluh-Felsen aus der Nähe von Winzer, die mühsam per Hand abgebaut und mit Pferde- und Kuhfuhrwerken nach Edenhausen transportiert wurden. „Wir stehen heute nicht nur vor einer Grotte, sondern vor einem großen Dankgebet aus Stein“, betonte Bucher. Sein Dank galt den vielen Menschen, die sich seit hundert Jahren um die Anlage kümmern. Gleichzeitig stellte er die Verbindung zum Evangelium der Hochzeit zu Kana her, bei der Jesus Wasser in Wein verwandelt. Solche Orte könnten auch heute Menschen verändern und Hoffnung schenken. „Wer sich von Maria zu Christus führen lässt, geht selten unverändert heim“, sagte Bucher. Nach dem Schlusslied „Segne du, Maria“ sprach Bürgermeister Florian Kaida über seine persönliche Beziehung zur Grotte. Anschließend ließen die Besucher den Abend bei einem Stehempfang vor dem Feuerwehrhaus in geselliger Atmosphäre ausklingen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch und würdigten das besondere Jubiläum vor Ort.
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