Die Deutsche Post hat ein massives Problem. Die Klagen häufen sich, das Vertrauen schwindet. Dabei redet das Management die Misere klein, als wäre sie nur ein vorübergehendes Logistikproblemchen. Doch wer die eigentlichen Leidtragenden sind, wird gern übersehen: Es sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jeden Tag die Last dieser systematischen Überforderung wuchten müssen.
Die Deutsche Post hat ein massives Problem
Gemeint sind hierbei nicht nur die Zustellerinnen und Zusteller an der Haustür, sondern auch die Angestellten in den Verteilzentren, wo die Paketflut unaufhörlich anschwillt. Der Druck auf diese Menschen wächst, während die Konzernspitze auf fragwürdige Maßnahmen wie die Verbundumstellung setzt. Lösungen, auf die alle Beteiligten verzichten könnten.
Ja, die Verantwortung liegt nicht allein beim Unternehmen. Denn das Paketaufkommen explodiert durch den Onlinehandel. Wer wöchentlich bei Amazon und Zalando bestellt, darf sich nicht wundern, wenn die Rechnung zusammen mit der Mahnung eintrifft. Die Kundinnen und Kunden sind Teil des Problems.
Auch der Onlinehandel ist ein Teil des Problems
Doch genau deshalb wäre Ehrlichkeit der erste Schritt. Die DHL Group muss sich endlich eingestehen, dass sie mit ihrem Versorgungsauftrag überfordert ist. Stattdessen wird abgestritten, beschönigt, vertagt.
Überlastung durch zu große Zustellgebiete und zu hohe Arbeitsmengen, verschärft durch einen hohen Krankenstand, den die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auffangen müssen. Solange das Unternehmen nicht öffentlich anerkennt, wo die Probleme liegen, fehlt die Grundlage für echte Verbesserungen. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung – diese Volksweisheit gilt auch für Großkonzerne. Die Deutsche Post schuldet ihren Beschäftigten und Kundinnen und Kunden mehr als nur Durchhalteparolen. Sie schuldet ihnen einen Plan, der funktioniert. Und der beginnt mit Aufrichtigkeit.
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