Die Erleichterung war bis hinein in die Kabine eindeutig zu spüren. Es ging aus Sicht des TSV Ziemetshausen ja nicht ausschließlich darum, das im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga eminent wichtige 1:0 über den FC Stätzling zu feiern. Mindestens so wertvoll war der Sieg für die geschundenen Seelen der einheimischen Fußballer.
Beherzter Auftritt
Die haben mit ihrem beherzten Auftritt gegen den als Titelkandidat angereisten FC eindrucksvoll bewiesen, dass sie zu Recht in der Bezirksliga stehen. Das müsste die Jungs von Trainer Sven Müller für die nun fix gebuchte Relegation doch eigentlich beflügeln.
Es war ein Bezirksliga-Spiel, das jeden der 150 Zuschauenden fesselte. Stätzling spielte um die Chance, im Aufstiegsrennen zu bleiben (was misslang) und Ziemetshausen wollte die Gelegenheit nutzen, wenigstens dem Direktabstieg zu entrinnen (was gelang). Warum, versucht der Coach so zu erklären: „Weil die Jungs an sich geglaubt haben. Weil sie von der ersten Minute an wollten. Und weil einfach Potenzial in der Mannschaft steckt.“
Jonas Seibold trifft nur den Innenpfosten
Ziemetshausen hätte nervenschonend früh in Führung gehen können. Jonas Seibold zirkelte den Ball an den Innenpfosten (18.). Die Stätzlinger verlegten sich auf ihr spielerisches Können, arbeiteten viel mit langen Bällen. Ja, auch sie kamen zu Gelegenheiten, aber es war erstaunlich wenig Prickelndes dabei – ganz einfach, weil sich alle Ziemetshauser total engagierten. Müller begeisterte sich in aller Kernigkeit der Fußball-Metaphorik und äußerte: „Das ist Abstiegskampf, das ist Überlebenswille.“
Der trug sein Team bis weit in die zweite Halbzeit ohne Gegentor durch die Partie. Dann, es lief die 79. Minute, setzten sich die Hausherren über außen durch, der Ball kam in den Strafraum, Michael Klimm zog ab, Gäste-Torwart Florian Hartmann konnte nicht entscheidend retten und Nikolai Miller drosch die Kugel in die Maschen.
Erreicht ist noch nichts
Es folgte eine Explosion der Freude. Doch so traurig es sich in diesem Moment auch anhören mag: Erreicht ist noch nichts für die Ziemetshauser. Ihr Coach hat aber in die Gesichter seiner Spieler geschaut und spornt sie noch einmal an: „Jetzt haben wir die Relegation. Und ich möchte jedes Spiel gewinnen. Das möchte ich den Jungs vorleben.“
TSV Ziemetshausen Mayer, Kvachov, Endres, Bettighofer (64. Greiner), Endres, Miller (86. Cisowski), Leitenmaier (73. Eppler), Seibold (92. Frey), Yilmaz (64. Klimm), Vihl, Schneider