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Interview: Läufer Tobias Ritter: „Es ist rapide aufwärts gegangen“

Interview

Läufer Tobias Ritter: „Es ist rapide aufwärts gegangen“

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    Als Läufer möglichst weit nach oben kommen will Tobias Ritter aus Deisenhausen.
    Als Läufer möglichst weit nach oben kommen will Tobias Ritter aus Deisenhausen. Foto: Foto und Montage: Alois Thoma

    100 Tage ist es nun her, dass Sie vom FC Ebershausen zum Aushängeschild der deutschen Leichtathletik, der LG Telis Finanz Regensburg, gewechselt sind. Können Sie jetzt schon beurteilen, ob es der richtige Schritt war?

    Tobias Ritter: Definitiv. Ich habe die Entscheidung noch keine Minute bereut, denn es hat vom ersten Training an alles gepasst. Die LG Regensburg ist wie eine Familie und in die wurde ich bestens aufgenommen. Ich werde sogar mit dem Vereinsbus vom Bahnhof abgeholt, wenn ich mit dem Zug zum Training und zum Wettkampf anreise.

    Laufen mit den Champions

    Bei der LG Regensburg sind bekanntlich mehrere deutsche Meister aktiv. Hatten Sie mit denen schon Kontakt?

    Ritter: Ja. Gleich beim ersten Training bin ich unter anderem mit Simon Boch, dem 14-maligen deutschen Meister sowie den Deutschen Meisterinnen Domenika Mayer und Miriam Dattke 30 Kilometer gelaufen. Die ersten 15 Kilometer liefen wir einen Schnitt von 3:50 Minuten, dann wurde das Tempo gesteigert. Bei einem Schnitt von 3:15 Minuten auf den letzten 15 Kilometern konnte ich damals dann nicht mehr mithalten. Da haben sie mich noch sauber abgehängt.

    Was hat sich hinsichtlich des Trainingsumfangs durch Ihren Wechsel geändert?

    Ritter: Das Pensum wurde von 50 auf 90 Kilometer die Woche gesteigert. Und auch die Einheiten wurden härter. Zum Beispiel 20 Mal 400 Meter mit einem Schnitt von 70 Sekunden, dazwischen kurze Pausen von 45 bis 60 Sekunden. Da kommt man schon an seine Grenzen.

    Und das lässt sich mit Ihrem Studium Energie-Ingenieurwesen, zu dem Sie täglich zwischen Ihrem Wohnort Deisenhausen und Biberach/Riß pendeln, vereinbaren?

    Ritter: Es ist hart, aber es geht. Man muss halt alles gut durchplanen. In diesem Semester habe ich noch mehr Fächer als üblich, um mit dem Studium schneller fertig zu werden. Für andere Dinge bleibt da natürlich wenig Zeit.

    Viele Trainingskilometer

    Haben Sie durch Ihren Wechsel schon einen Leistungsschub erlebt?

    Ritter: Es ist rapide aufwärts gegangen. Gerade auf den längeren Distanzen konnte ich mich durch die vielen Trainingskilometer deutlich steigern. Im Herbst hatte ich beispielsweise immer noch Respekt davor, 15 Kilometer mit vier Minuten pro Kilometer im Training allein zu laufen. Wenn jetzt im Trainingsplan lockere 30 Kilometer stehen, bewältige ich das auch mal in einem Schnitt von 3:40.

    Und im Wettkampf?

    Ritter: Leider sprang für mich heuer noch kein wirklich schnelles Rennen heraus. In Berlin über die zehn Kilometer, als ich nach 30:58 Minuten ins Ziel kam, mussten acht enge Wenden absolviert werden. Bei den bayerischen Bahn-Meisterschaften über 10.000 Meter (meine Zeit war 31:03,9 Minuten) ergab sich keine Gruppe und da sind dann 25 Runden eine halbe Ewigkeit. Dank der Anfeuerung meines langjährigen Betreuers Gerhard Bachthaler konnte ich zwar die U23-Wertung für mich entscheiden und das Rennen als Drittschnellster aus Bayern abschließen, aber das ist in meinen Augen nicht viel wert, da etliche Favoriten gefehlt haben. Nun braucht mein Körper vor allem Zeit, um sich an die neuen Belastungen zu gewöhnen.

    Was sind Ihre nächsten Ziele?

    Ritter: Am 7. Mai gehe ich bei der deutschen Meisterschaft in Pliezhausen bei Stuttgart über die 10.000 Meter an den Start. Zuvor steht ein einwöchiges Trainingslager mit der LG Regensburg in Cervia bei Rimini in Italien auf dem Programm. Dort wird besonders Wert auf die Verbesserung unserer Lauftechnik gelegt.

    Marathon-Start nicht vor 2025

    Und wann laufen Sie Ihren ersten Marathon?

    Ritter: Das werde ich oft gefragt. Aber das wird nicht vor 2025 sein. Dazu muss ich mich intensiv vorbereiten, denn wenn ich mitmache, soll auch eine Zeit herausspringen, die mich zufriedenstellt.

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