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Krumbach: Nein zur Sanierung: Das sagt die Fraktion Junge Wähler/Offene Liste

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Nein zur Sanierung: Das sagt die Fraktion Junge Wähler/Offene Liste

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    Um das Sportzentrum des Krumbacher Schulzentrums mit Schwimmhalle, Mensa  und Sporthalle geht es beim Bürgerentscheid am 25. Juli.
    Um das Sportzentrum des Krumbacher Schulzentrums mit Schwimmhalle, Mensa und Sporthalle geht es beim Bürgerentscheid am 25. Juli. Foto: Monika Leopold-miller

    Vor dem Bürgerentscheid am 25. Juli über das Sportzentrum Krumbach haben wir Vertreter der Pro- und Contraseite des Entscheids die gleichen sechs Fragen gestellt. Manfred Pfeiffer und Max Behrends antworten für die Fraktion der Junge Wähler/Offene Liste.

    Die Kosten für einen Neubau des Sportzentrums wurden zuletzt mit rund 32 Millionen Euro beziffert, die Schätzung für eine Sanierung liegt bei etwa 25 Millionen Euro. Wie sind diese Zahlen einzuschätzen? Welche Variante ist günstiger?

    Manfred Pfeiffer: Der Neubau ist günstiger, weil darin alle Arbeitskosten enthalten sind und das Nutzungsangebot erweitert wird: Familienoptimiertes Bad, moderne Mensa, weitere Übungsräume, Zulassung für 800 Personen. Der Wegfall von TSV- und Berufsschulturnhalle sind auch berücksichtigt. Das alles ist beim Sanieren nicht der Fall.

    Manfred Pfeiffer, Fraktion Junge Wähler/Offene Liste Krumbach.
    Manfred Pfeiffer, Fraktion Junge Wähler/Offene Liste Krumbach. Foto: Sammlung Pfeiffer

    Dem berechneten und erweiterten Gesamtpaket kann die vage Sanierungsschätzung nicht gegenübergestellt werden. Die dort geschätzten 25 Mio. werden ohne vertiefte Planung genannt. Ebenso fehlen Kosten für unvorhergesehene Probleme, wie versteckte Baumängel, die bei Sanierungen immer auftreten. Bei dieser Baudimension kann man bei einer Sanierung die Kosten nicht seriös vorhersagen.

    Seit rund acht Jahren wird über die Zukunft des Sportzentrums debattiert. Wann könnte das Sportzentrum bei einem Neubau fertiggestellt sein, wann bei einer Generalsanierung?

    Manfred Pfeiffer: Der Neubau dauert etwa zwei bis drei Jahre. Trotz Mehrheitsbeschluss im Stadtrat mit zuletzt 18:6 wurde der Start jahrelang von den Gegnern hinausgezögert. Allein das Unterschriftensammeln hat ca. zwei Jahre gedauert. In dieser Zeit hätte der Neubau fast fertig sein können. Das ist für unsere Vereine besonders ärgerlich, weil in dieser Zeit die Hallennutzung aufgrund Corona kaum möglich war. Die Sanierung würde zwei Jahre länger dauern. Das liegt daran, weil zuerst eine vertiefte Planung für mehr als eine Million beauftragt und bei der Entkernung wegen einzelner Teilstücke umständlich abgerissen werden muss. Jedem muss klar sein, dass auch während der Sanierung die Halle und das Bad nicht genutzt werden können.

    Bei einem Neubau des Sportzentrums müsste jede Menge Beton und Holz entsorgt werden. Ist dies ökologisch vertretbar?

    Manfred Pfeiffer: Gerade weil uns die Umwelt am Herzen liegt, sind wir für den Neubau. Es ist bedauerlich, wenn Baustoffe nicht mehr genutzt werden. Diese müssen aber auch in Relation zur gesamten Baumasse gesehen werden. Zudem wird man dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit nicht gerecht, wenn man es nur auf Beton reduziert. Der Blick muss weiter reichen, also auch auf die Lebensdauer des neuen Gebäudes. Der Neubau bietet ein durchdachtes, aufeinander abgestimmtes Energienutzungssystem. Ein zusammengeschustertes Flickwerk aufgrund veralteter Raumgrößen und Struktur passt nicht zu den modernen Anforderungen. Das ist aber wichtig, wenn es uns ernsthaft um unseren ökologischen Fußabdruck in der Zukunft geht.

    In der Diskussion wird immer wieder auf das Beispiel Buchloe verwiesen, wo Schwimmbad und Turnhalle saniert wurden. Ist Buchloe mit Krumbach vergleichbar?

    Max Behrends: Buchloe hat weder eine Dreifach-Schwimmstätte, noch eine Mensa. Somit ist ein Vergleich mit Krumbach nicht möglich. Die Kosten hängen vom Bedarf ab. Alter der Gebäude, Baumängel, Nutzungskapazitäten, Barrierefreiheit, Brandschutz, Lüftung, usw. Natürlich muss man sich informieren, gerade wenn es um solche Dimensionen geht. Das haben wir gemacht.

    Max Behrends, Fraktion Junge Wähler/Offene Liste
    Max Behrends, Fraktion Junge Wähler/Offene Liste Foto: Sammlung Behrends

    Und auf diese Fakten vertrauen wir, auch weil uns jeder unabhängige Planer zum Neubau geraten hat. Der Neubau ist aufgrund unserer Bedürfnisse die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung für die nächsten 40 Jahre. Deshalb ist der Stadtrat auch dafür. Buchloe wird sicherlich in 15 bis 20 Jahren wieder über weitere Sanierungsmaßnahmen reden müssen.

    Verschiedene Krumbacher Umlandgemeinden haben den langen Entscheidungsprozess in Krumbach kritisiert. Wie schätzen Sie die Stimmungslage in den Umlandgemeinden und beim Landkreis ein?

    Max Behrends:Als Stadt- und Kreisrat betrübt mich das sehr. Auch wenn das Sportzentrum in Krumbach steht, nutzen und finanzieren unsere Nachbargemeinden und der Landkreis erheblich mit. Diese Partner sind ebenfalls vom Neubau überzeugt, nicht von der Sanierung. Weit über die Hälfte des geplanten Neubaus würde durch unsere Umlandgemeinden, den Landkreis und Fördermittel finanziert werden. Wie das bei einer Sanierung ausschaut? Der Baubeginn würde bei einer Sanierung weiter hinauszögert werden. Es könnte auch zu einem kompletten Stopp kommen, wenn einer unserer Partner der Sanierung nicht zustimmt. Ich hoffe, dass sich dieses Hin und Her nicht negativ auf unsere Beziehungen zu unseren Partnern auswirkt.

    Krumbach hat in den kommenden Jahren viele Pflichtaufgaben wie die Bereitstellung von Kita-Plätzen zu schultern. Neubau oder Generalsanierung – welche Variante lässt mehr Luft für diese Pflichtaufgaben?

    Max Behrends: Auch hier ein ganz klares Ja für den Neubau. Beim Neubau wissen wir genau: Das zahlen Landkreis und umliegende Gemeinden, so hoch sind die Fördermittel und das ist der Kredit. Der ist momentan wirklich zinsgünstig. So können wir planungssicher und verantwortungsbewusst neue Projekte in der Zukunft angehen. Wie gesagt, die tatsächlichen Kosten einer Sanierung sind gar nicht genau voraussagbar. Und wenn man dann während der Sanierung feststellt, dass wegen Substanzmängeln umgeplant werden muss und das Geld nicht langt, was sollen wir dann tun? Kindergartenplätze streichen? Den Bau der Halle einstellen? Wohnungsbau auf Eis legen? Und Schulsport ist übrigens auch eine Pflichtaufgabe!

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