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Krumbach: Pilzfarm könnte in alten Bierkeller ziehen – Bauausschuss gibt grünes Licht

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Die Kellerpilze aus Krumbach: Wachsen hier bald Champignons und Kräuterseitlinge?

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    Der historische Bierkeller in der Nattenhauser Straße in Krumbach soll künftig als Standort für eine Pilzfarm genutzt werden.
    Der historische Bierkeller in der Nattenhauser Straße in Krumbach soll künftig als Standort für eine Pilzfarm genutzt werden. Foto: Annegret Döring

    Pilze brauchen kein Sonnenlicht. Kein Grün, keinen freien Himmel, keine weiten Felder. Sie sprießen am liebsten dort, wo sonst kaum ein anderes Gewächs gedeiht – genau so, wie es in einem alten Bierkeller in Krumbach der Fall ist. Was einst zur Lagerung von Bier in den Hang getrieben wurde und seit Jahren zumindest äußerlich verfällt, könnte schon bald zum Produktionsort für Lebensmittel werden: Der Bau- und Umweltausschuss hat im März den Weg für eine Pilzfarm in dem historischen Keller nahe der Nattenhauser Straße freigemacht.

    Investor plant Pilzproduktion im historischen Bierkeller an der Nattenhauser Straße

    Geplant ist ein zweigeschossiges Betriebsgebäude oberhalb des Hangs, während die eigentliche Zucht tief im Inneren des rund 55 Meter langen Kellergewölbes stattfinden soll. Die oberirdischen neuen Gebäudeteile sollen vor allem logistische Funktionen übernehmen: Verarbeitung, Verpackung und Verwaltung. Die Produktion bleibt räumlich getrennt und vollständig im bestehenden Gewölbe untergebracht.

    Zuchtpilze wie Champignons wachsen auf einem Nährstoffsubstrat. Das kann aus Kompost, Sägespänen oder sogar aus Kaffeesatz bestehen.
    Zuchtpilze wie Champignons wachsen auf einem Nährstoffsubstrat. Das kann aus Kompost, Sägespänen oder sogar aus Kaffeesatz bestehen. Foto: Judith Michaelis, dpa (Symbolbild)

    Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der nun für die Pilzfarm vorgesehene Bierkeller Teil des florierenden Brauwesens war, der Krumbach prägte. Kaum jemand erinnert sich heute noch an die Vielzahl an Brauereien, die hier bis ins 20. Jahrhundert hinein „das flüssige Gold“ produzierten. Erst 1982 endete diese Tradition, als mit der Traubenbräu am Marktplatz die letzte verbliebene Braustätte ihre Produktion einstellte. Der Bierkeller in der Nattenhauser Straße diente einst mehreren Brauereien wie Weißes Ross, Grüner Baum und der Postbräu als gemeinsame Lagerstätte für Bier und Eis. Der Transport erfolgte zunächst mit Pferdefuhrwerken, bevor in den 1930er-Jahren erstmals Lastwagen eingesetzt wurden.

    Bauausschuss gibt grünes Licht für nachhaltige Nutzung eines unterirdischen Gewölbes

    Der Ort, an dem künftig Speisepilze in Substrat wachsen sollen, war in den vergangenen Jahren immer mehrfach Gegenstand kommunalpolitischer Diskussionen. Zuletzt im Januar 2025 stand das Grundstück im Fokus eines deutlich umfangreicheren Bauvorhabens. Damals ging es um ein Hotel, ein Restaurant im bestehenden Bierkeller, zwei übereinanderliegende Tiefgaragen sowie Ferienwohnungen. Der historische Bierkeller selbst – ein aus Backstein gemauertes Gewölbe nahe einem früheren Brauerei- und Lagerareal – sollte dabei gastronomisch genutzt werden. Oberirdisch war ein Neubau vorgesehen, der das Gelände stark verändert hätte. Im Zuge der Beratungen wurde das Vorhaben jedoch deutlich kritisch bewertet, unter anderem wegen notwendiger Eingriffe in Waldflächen. Für die Nutzung des Bierkellers als Restaurant wurde eine Zustimmung in Aussicht gestellt, während die großflächigen Neubauten keine Unterstützung im Stadtrat fanden.

    Regionale Lebensmittelproduktion soll im ehemaligen Braukeller neu entstehen

    Die heutige Planung für die Pilzfarm bewegt sich in einem wesentlich kleineren Rahmen. Während oberirdisch ein Neubau entsteht, konzentriert sich der funktionale Kern der Produktion auf den bestehenden unterirdischen Hohlraum. Gerade diese Nutzung des vorhandenen Bauwerks spielt in der aktuellen Bewertung eine zentrale Rolle. Rechtlich liegt das Grundstück im sogenannten Außenbereich. Auch wenn der Bierkeller gegenüber einem Wohngebiet liegt, ist das Grundstück im Außenbereich grundsätzlich vor Bebauung geschützt. Doch der Bauausschuss sieht in diesem Fall keine Bedenken und gibt grünes Licht.

    Vor dem historischen Bierkeller in Krumbach soll ein neues Betriebsgebäude entstehen.
    Vor dem historischen Bierkeller in Krumbach soll ein neues Betriebsgebäude entstehen. Foto: Mira Herold-Baer

    Die technischen Bedingungen im ehemaligen Bierkeller gelten für die Pilzzucht als günstig. Temperatur und Luftfeuchtigkeit bleiben im Inneren des Hangs über das Jahr hinweg weitgehend konstant. Während in der Landwirtschaft im Freiland saisonale Schwankungen, Wetterextreme und zunehmende Klimaschwankungen eine Rolle spielen, bietet der Keller stabile, kühle Verhältnisse. Pilze benötigen keine direkte Sonneneinstrahlung. Entscheidend sind kontrollierte Feuchtigkeit, Belüftung und ein gleichmäßiges Klima. In klassischen Produktionsanlagen wird dies energieintensiv technisch erzeugt. Die geplante Pilzzucht fügt sich in einen breiteren Trend ein, der auf regionale Produktion und kurze Lieferketten setzt. Lebensmittel sollen möglichst nah am Ort des Verbrauchs entstehen, um Transportwege zu reduzieren und Transparenz zu erhöhen.

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